Thinx: Dieser Slip ersetzt Tampons und Binden

Thinx: Der umweltbewusste Slip für einen guten Zweck
Foto: © Thinx

Die Slips von Thinx wollen Binden und Tampons ersetzen und so die Umwelt schonen. In Afrika lösen sie ein anderes, aber nicht weniger wichtiges Problem.

Tampon zu Hause vergessen, die Periode überraschend bekommen oder ganz einfach unterschätzt: Es gibt eine Menge, was bei der Regel so schief laufen kann. Das wollen die Slips von Thinx verhindern – mit ihren vier Lagen nehmen sie so viel Flüssigkeit auf wie zwei Tampons. Zumindest an den leichteren Tagen können sie so Binden und Tampons gänzlich ersetzen – und an den restlichen Tagen den Verbrauch zumindest reduzieren. Jede Frau wirft schätzungsweise 17.000 Tampons und Binden in ihrem Leben in den Müll. Die Höschen von Thinx können also auch Müllberge schrumpfen lassen.

Designed in New York, hergestellt in Sri Lanka

Insgesamt drei Jahre lang haben die New Yorkerinnen Miki, Radha und Antonia an der Menstruationswäsche getüftelt. Wichtig war ihnen: Die Höschen sollten Blut aufnehmen können und sich trotzdem trocken anfühlen – feuchtigkeits-, fleckenabweisend und antibakteriell sein. Thinx sollten sozusagen Unterhosen mit eingebauten Binden sein.

Die Thinx werden in New York designed und in einer Manufaktur in Sri Lanka hergestellt. Das Gute an dieser Manufaktur: In dem Familienunternehmen bekommen die Näherinnen eine Ausbildung – ein wichtiger Schritt zu Eigenständigeit. Ein Großteil der Frauen auf Sri Lanka arbeitet für einen Hungerlohn unter katastrophalen Bedingungen – anders bei Thinx.

Thinx: Der umweltbewusste Slip für einen guten Zweck
Der „Hiphugger“ ist von Thinx ist für die stärkeren Tage. (Foto: © Thinx)

Thinx: einfach Waschen, an der Luft trocknen

Die Unterhöschen von Thinx sind in Schwarz und Nude und in vier verschiedene Stärken erhältlich. Mittlerweile gibt es sechs verschiedene Schnitte: Drei Modelle für die leichteren Tage, wie z.B. den Tanga-Slip, zwei für mittelstarke Blutung wie das Medium-Modell „Cheeky“ und für „heavy days“ den „Hiphugger“**. Preislich liegen die Slips zwischen 20 und 30 Euro. Nicht gerade günstig, aber langfristig gesehen lohnen sich die Slips – wenn man bedenkt, was man alleine im Jahr für Binden, Tampons und Slipeinlagen ausgibt.

Zur Pflege der Slips: Nach dem Auswaschen per Hand kann man die Thinx wie jede andere Unterwäsche auch in der Waschmaschine waschen. Nur auf Weichspüler sollte man bei den Slips verzichten, die zum Großteil aus Nylon bestehen. Auch in den Trockner dürfen sie nicht, besser zum trocknen aufhängen. Die vier Lagen im Schrittbereicht sind zu 95 Prozent aus Baumwolle – sie können problemlos zwei bis sechs Teelöffel Flüssigkeit aufsaugen, ohne etwas durchsickern zu lassen.

Binden spenden mit Thinx

Die Idee für Thinx kam den Macherinnen auf einer Afrika-Reise – hier haben viele Mädchen und Frauen keinen Zugang zu Hygieneartikeln. Sie können deshalb wärhend ihrer Periode nicht die Schule besuchen und zur Arbeit gehen. Zurück in New York fanden die Frauen heraus, dass mehr als 100 Millionen Mädchen auf der ganzen Welt jeden Monat Schultage verpassen – und das nur aufgrund ihrer „Woche der Scham“.

Heute spenden die drei New Yorkerinnen einen Teil ihrer Erlöse an die Organisation Afripads, die es Frauen in Uganda ermöglicht, waschbare, wiederbenutzbare Binden zu nähen und zu verkaufen – so werden sie zu eigenständigen Unternehmerinnen. Und die Mädchen und Frauen vor Ort können sich die Binden kaufen und so trotz ihrer Periode zum Unterricht und zur Arbeit.

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(8) Kommentare

  1. Insane ugrade – ein visuell anschaulicher und dennoch lesenswerter Erfahrungsbericht:
    http://www.buzzfeed.com/sarahburton/i-reached-menstrual-zen

    „I daintily took the underwear out of its packaging. It felt like Spanx — not as thick or plasticky as I would have guessed. I gingerly pulled the underwear over my feminine derriere. I ordered my usual size medium, but they were definitely too snug. The lace part at the top barely hid my buttcrack. My boyfriend helpfully suggested they might be intentionally tight in order to keep the blood from leaking out. Nevertheless, I would suggest that anyone with a degree of backside should size up. (…)

    Get them! It will be an insane upgrade on your old period panties. Size up if you need to support your booty. Be mindful of your personal flow, but I’ll definitely be wearing them tampon-less. I have not yet tested Thinx’s ability to hold up against accidental laugh-peeing or farting, but I have confidence that they can hold up under pressure. So go forth, my fellow women. Bleed free, bleed proud.“

    Den genauen Materialmix konnte ich auf der Webseite shethinx.com nicht finden. Werden diese Slips so häufig gewaschen, dass sie die üblichen Menstruations Hygieneartikel ersetzen, vermute ich eine geringere Lebensdauer, oder liege ich da falsch. Dann wäre die Materialfrage umso wichtiger.

    Über die hohe Fehlquote von Mädchen in Schulen wg. fehlenden (konventionellen) Lösungen bin ich erstaunt, aber als Mann fehlt mir da die Sensibilität für das Thema. Meiner Frau werde ich eines dieser Teile schenken, ohne diese Neuheut vorher anzudiskutieren, sie würde „Plastik“ auf der Haut ablehnen. Doch als Backup auf Reisen würde sie sicher jede Hilfestellung annehmen, eher als zweites Sicherheitsnetz.

    Hintergrund und Entstehungsgeschichte finde ich sehe lobenswert, danke für das Thema auf Utopia!

  2. Ich bin ja für Menstruationstassen. 😉
    Halten länger als ein solcher Slip und sorgen nicht für ein in meinen Augen unangenehmes „Binden-Gefühl“.

  3. Stoffbinden gibt es doch schon ewig. Die sind auch praktischer als diese Höschen, weil man sie öfter und unkomplizierter auswechseln kann. Wer hat unterwegs schon drei Höschen in der Handtasche? Den ganzen Tag das gleiche Höschen will man ja auch nicht tragen. Kleinere Stoffbinden sind dagegen leichter zu transportieren. Die Idee ist also nicht so wirklich neu.

  4. Dennoch sind sie interessant als zusätzliches Sicherheitsdetail, wenn z.B. rechtzeitiges Entleeren der Menstruationstasse nicht möglich ist. Nutze hierfür derzeit noch Wegwerfeinlagen, womit ich nicht so glücklich bin.

  5. Also am Ende der Tage trage ich weder Binden noch Tampons – da tröpfelt es nur noch ab und zu ganz leicht, das fangen meine schwarzen Baumwollslips, im Schritt doppelt vernäht, problemlos auf und es ist nix feucht. Dann zur 60°-Wäsche und gut ist.
    Für die stärkeren Tage versuche ich gerade auf eine Menstasse umzustellen, allerdings teste ich das z.Zt. nur an den Wochenenden, weil auf der Arbeit ist mir das noch kompliziert.
    Die Thinks werde ich mal im Hinterkopf behalten, wobei ich wahrscheinlich eher Stoffbinden testen würde, da die auch hier in D hergestellt werden.

  6. Für die sind die Slips auch nicht gedacht, sondern der Erlös der Slips kommt der Produktion von Stoffbinden in Afrika zugute, welche sicherlich am Ende preiswerter sind als solch ein Slip. Darüber hinaus kann man sich aber auch in Deutschland Stoffbinden und -slipeinlagen anschaffen.

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