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In der Regel besser: Alternativen zu o.b., Always & Co.

Foto: © denisismagilov - Fotolia.com

Es ist ein Thema, über das niemand gerne redet, obwohl es fast jede Frau betrifft: Monatshygiene. Herkömmliche Produkte wie Binden und Tampons sind ein Umweltproblem. Dabei gibt es erstaunlich viele Alternativen – von der Stoffbinde über Bio-Tampons bis zur Menstruationstasse.

Das Problem: Alle Tage wieder jede Menge Müll

Bis zu 17.000 Binden oder Tampons verbraucht eine Frau im Laufe ihres Lebens – und produziert damit einen gewaltigen Müllberg. Für die Herstellung von Monatshygieneartikeln werden außerdem große Mengen Rohstoffe benötigt: Holz, Baumwolle, aber auch knappes Erdöl.

Etwa drei Viertel aller Frauen verwenden bevorzugt Tampons. Konventionelle Tampons bestehen heutzutage meist aus industriell hergestellter Viskose, welche aus Zellulose gefertigt wird (gewonnen aus Holzfasern), manchmal gemischt mit (konventionellen) Baumwollfasern. Damit die Tampons schön weiß und rein wirken, werden sie unter hohem Energie- und Wasseraufwand gebleicht (Sauerstoffbleiche).

Neben den absorbierenden Fasern beinhalten Hygieneartikel viel Plastik: Fast alle konventionellen Tampons, Binden und Slipeinlagen sind mit einer dünnen Kunststofffolie oder -hülle überzogen. Sie sind zudem einzeln in Plastik verpackt, mit Wäscheschutz-Folien oder Applikatoren ausgestattet, Binden enthalten saugfähiges Kunststoffgranulat. All dieser Kunststoff wird auf Basis von Erdöl hergestellt und ist biologisch nicht abbaubar.

Laut Hersteller bestehen beispielsweise die beliebten o.b. Tampons aus Viskose (aus natürlicher Zellulose hergestellt), die weichere, äußere Hülle besteht je nach Variante aus einer Mischung aus Polyethylen, Polypropylen oder Polyester, das Rückholbändchen aus Polyester.

Monatshygiene: Binden und Tampons verursachen viel Müll
Herkömmliche Tampons und Binden verursachen viel Müll. (Bild von Irina Ilina auf Pixabay - CC0 Public Domain)

Übrigens: Die US-amerikanische Huffington Post hat ausgerechnet, dass ihre Periode eine Frau im Laufe ihres Lebens rund 18.000 Dollar (ca. 16.500 Euro) kosten könnte – wenn sie herkömmliche Hygieneartikel verwendet.

Wir finden, das sind genug Gründe, sich nach Alternativen umzusehen. Und davon gibt es mehr, als frau so denkt.

Die Alternativen: von der Stoffbinde bis zur Menstruationstasse

Vermutlich haben sich die meisten Frauen bisher kaum Gedanken darüber gemacht, ob es neben den gewohnten Hygieneartikeln auch noch etwas anderes gibt. In Supermarkt und Drogerie waren die Alternativen bis vor wenigen Jahren praktisch gar nicht zu finden. Heute bieten zumindest einige Drogeriemärkte Bio-Tampons und Menstruationstassen an. Wir zeigen dir die sinnvollsten Alternativen zu o.b. & Co.

Bio-Tampons & Bio-Binden: plastikfrei, aber immer noch viel Müll

Bio-Hersteller bieten Tampons, Binden und Slipeinlagen aus 100 Prozent Baumwolle an. Die Baumwolle stammt aus biologischem Anbau, d.h. sie ist frei von Pestiziden und Gentechnik. Da die Tampons selbst keinen Kunststoff enthalten, sind sie fast vollständig biologisch abbaubar. Eine Studie belegte Ende 2018, dass Bio-Binden sogar Hautproblemen vorbeugen können.

Aufgrund der aufwendigeren Produktion sind Bio-Tampons und -Binden allerdings etwas teurer als konventionelle. Man bekommt sie auch nicht in jedem Supermarkt, aber immerhin – neben Bioläden bzw. Bio-Supermärkten, Reformhäusern, Apotheken und Onlineshops – gibt es einige Marken inzwischen im Drogeriemarkt.

Dabei sollte man nicht vergessen: Auch wenn Bio-Tampons und -Binden umweltschonender und gesünder sein mögen – es bleiben Wegwerf-Produkte.

Bio-Tampons von Einhorn gibt es bei dm
Bio-Tampons von einhorn gibt es bei dm (Foto: © einhorn)

Bio-Tampons und -Binden gibt es zum Beispiel von:

  • Natracare: Tampons, Binden und Slipeinlagen aus Biobaumwolle. Zu kaufen in vielen Bioläden (z.B. bei Alnatura, Denns, Bio Company), bei Müller und online** z.B. bei Avocadostore, Memolife, Waschbär, PureNature oder Amazon.
    Preis: Tampons ab 3,99 Euro/20 Stück, Binden ab 3,79 Euro/14 Stück.
  • Masmi: Tampons, Binden und Slipeinlagen aus Bio-Baumwolle (GOTS-zertifiziert), Bezugsquellen: Apotheken oder online** z.B. bei BioNaturel, Ecco Verde und Amazon.
    Preis: Tampons ab ca. 3,39 Euro/18 Stück, Binden ab ca. 3,69/16 Stück.
  • Organyc: Tampons, Binden und Slipeinlagen in verschiedenen Größen aus 100% Bio-Baumwolle (Soil  Association-zertifiziert). Bezugsquellen: Bioläden, Reformhäuser, dm oder online** z.B. bei erdbeerwoche, Avocadostore oder bei Amazon.
    Preis: Tampons 3,99 Euro/16 Stück, Binden 4,50 Euro/10 Stück.
  • einhorn: Tampons, Binden und Slipeinlagen aus Bio-Baumwolle. Binden und Slipeinlagen sind in Bio-Kunststoff auf Maisbasis verpackt. 50 % des Gewinns spendet das Unternehmen für wohltätige Zwecke, etwa für Menschenrechtsprojekte in Tansania. Kaufen: bei dm, oder im einhorn-Onlineshop.
    Preis: Tampons ab 3,35 Euro/16 Stück, Binden ab 3,25 Euro/10 Stück.
  • The Female Company: Tampons und Slipeinlagen aus Bio-Baumwolle. Die Rückseite der Slipeinlagen besteht aus einem kompostierbaren Biopolymer. Kaufen**: als Abo im Online-Shop von The Female Company.
    Preis: 42 Tampons kosten 9,90 Euro (3,30 Euro/Monat). Im „Tampon-Buch“ gibt es 15 Tampons für 3,11 Euro – The Female Company will damit darauf aufmerksam machen, dass Hygieneprodukte mit 19 Prozent Mehrwertsteuer besteuert werden, Bücher dagegen nur mit 7 Prozent und nutzt das als Schlupfloch.
  • Mylily: Tampons, Binden und Slipeinlagen aus reiner Bio-Baumwolle (GOTS-zertifiziert). Binden sind in Beutel aus Maisstärke verpackt.Kaufen: in vielen Bioläden, Edeka- und Rewe-Filialen, online** z.B. bei Avocadostore, Amazon und im eigenen Onlineshop (auch als Abo)
    Preis: Tampons 4,95 Euro/16 Stück (Abo: 3,95 Euro/16 Stück), Binden 5,99 Euro/16 Stück.

Stoffbinden & waschbare Slipeinlagen: müllfrei, aber unpraktisch unterwegs

Die Vorstellung, waschbare Stoffbinden und Slipeinlagen aus Stoff (wieder und wieder) zu verwenden, klingt für viele vielleicht erstmal abschreckend. Dabei war es lange Zeit das Standardprodukt – in manchen Gegenden der Welt ist es das bis heute.

Stoffbinden und -Slipeinlagen sind deutlich ökologischer als Einmal-Produkte, weil sie über Jahre hinweg wiederverwendet werden können. Sie bestehen meist aus reiner (Bio-)Baumwolle und sind damit auch unbedenklich für den Körper.

Die meisten heute erhältlichen Modelle bestehen aus einer Hülle und wechselbaren Einlagen in verschiedenen Stärken; viele haben Druckknöpfe, damit sie nicht verrutschen können. Man kann die waschbaren Binden und Slipeinlagen ganz einfach in der Maschine waschen, manche Hersteller empfehlen, sie vorher in kaltem Wasser auszuwaschen oder einzuweichen. Der einzige echte Nachteil der Stoffbinden: Wenn man länger unterwegs ist, muss man die benutzten Einlagen mit sich herumtragen.

Im Internet kursieren jede Menge Nähanleitungen für waschbare Stoffbinden und Slipeinlagen aus Stoff. Es gibt aber auch Hersteller, deren Produkte es in manchen Bioläden oder online zu kaufen gibt, zum Beispiel:

Stoffbinde
Stoffbinde von ImseVimse (Foto: © ImseVimse/Avocadostore)
  • Kulmine: Binden und Slipeinlagen in verschiedenen Größen, Farben und Modellen aus Bio-Baumwolle (Baumwoll-Flanell und Molton) Bezugsquellen: einige Bioläden, online** am besten im Kulmine Onlineshop, bei Avocadostore und PureNature.
    Preis: Binden ab ca. 13,45 Euro/Stück, Slipeinlagen ab ca. 12,45 Euro/Stück
  • ImseVimse: Stoffbinden und Stoff-Slipeinlagen aus Bio-Baumwolle. Kaufen**: z.B. bei Waschbär, Avocadostore oder Erdbeerwoche.
    Preis: Binden 17,95 Euro/3er-Set, Slipeinlagen 15,95 Euro/3er-Set
  • Ella’s House: Binden und Slipeinlagen aus Bio-Baumwolle (mit dünner PUL-Schicht im Inneren), bestehend aus Binden-Basis mit Flügeln und wechselbaren Einlagen. Kaufen** z.B. bei Avocadostore.
    Preis: 14,90 Euro/Binde mit Einlage, 19,60 Euro/Slipeinlage 2er-Set.
  • LadyPad: Stoffbinden und -Slipeinlagen aus Bio-Bambus und Bio-Baumwolle, bestehend aus Hülle und herausnehmbarer Einlage. Kaufen online z.B. bei Amazon** und im eigenen Onlineshop.
    Preis: ab ca. 12 Euro/Binde, ca. 9 Euro/Slipeinlage.

Menstruationsschwamm: natürlich, günstig, unkompliziert

Ein Menstruationsschwamm ist eine eher ausgefallene Alternative und genau das, wonach es sich anhört: Ein Schwämmchen, das die Monatsblutung aufsaugt. Es handelt es sich dabei um ein Stück eines Naturschwamms (etwa fünf bis sieben Zentimeter groß), das wie ein Tampon verwendet wird.

Menstruationsschwamm als Alternative zum Tampon
Menstruationsschwamm (Foto: © Xavier - Fotolia.com)

Vorteil: Der Menstruationsschwamm-Tampon kann einfach mit Wasser ausgewaschen und so immer wieder verwendet werden – es entsteht kein Müll. Auch gesundheitlich sind Menstruationsschwämmchen aus reinem Naturschwamm unbedenklich. Weiteres Plus: Es kann kein verräterisches Bändchen unter der Bikinihose hervorschauen. Nachteil: In öffentlichen Toiletten das Schwämmchen ausspülen zu müssen, könnte unangenehm sein.

Für Menstruationsschwämme gibt es (noch) wenige Hersteller und Bezugsquellen. Am einfachsten bekommt man sie online, z.B. bei www.1bis3.de und www.blumenkinder.eu, bei Kulmine**, bei Amazon** und in einigen Unverpackt-Läden.
Preis: Ca. 4 – 5 Euro (je nach Größe)

Menstruationstasse: die beliebteste Alternative

Die Menstruationstasse (auch Menstruationsbecher, Menstruationskappe oder Cup genannt) wurde fast zeitgleich mit den ersten Tampons entwickelt. Dennoch bleibt sie bis heute ein Nischenprodukt – wird aber immer beliebter. Denn sie hat ökologisch und gesundheitlich klare Vorteile.

Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine Art kleinen Becher, der ähnlich wie ein Tampon eingeführt wird und dann einen Vakuum erzeugt, so dass er das Periodenblut auffängt. Nach dem Entfernen entleert man ihn einfach in die Toilette. Genau wie Tampons oder Schwämmchen können die Tassen in praktisch jeder Situation, also zum Beispiel auch beim Sport, verwendet werden.

Menstruationstassen als Zero-Waste-Alternative zu Tampons.
Menstruationstassen als Zero-Waste-Alternative zu Tampons. (Foto: Utopia)

Mehrweg-Menstruationsbecher bestehen meist aus Naturkautschuk oder medizinischem Silikon – beides ist gesundheitlich relativ unbedenklich – und können laut Herstellerangaben bis zu zehn Jahre lang benutzt werden. Die Cups sparen so gegenüber konventionellen Binden und Tampons extrem viel Müll.

Bei den Utopia-Nutzerinnen ist die Menstruationstasse der beliebteste Öko-Hygieneartikel. Viele Utopistinnen erzählen begeistert von ihren Erfahrungen – der Tenor lautet: Wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, ist der Becher bequem und unkompliziert in der Verwendung, spart viel Geld und Abfall.

Seit die Cups immer populärer werden, gibt es auch immer mehr Hersteller und Händler – hier eine kleine Auswahl:

  • Die Lunette-Tassen werden aus medizinischem Silikon hergestellt, es gibt sie in verschiedenen Farben und in zwei Größen. Bezugsquellen**: Avocadostore oder Amazon, bei erdbeerwoche gibt es auch Zubehör.
    Preis: ca. 30 Euro
  • Der Mooncup besteht aus medizinischem Silikon, er ist in zwei Größen erhältlich (die Webseite hilft bei der Entscheidung für eine Größe). Man kann den Mooncup in der Apotheke bestellen, er ist auch in einigen Läden und online erhältlich**, z.B. bei Kulmine, Big Green Smile oder Amazon.
    Preis: ca. 28 Euro.
  • Auch die Ruby Cups aus Silikon sind bei Avocadostore oder Amazon erhältlich** und kosten ca. 32 Euro.
  • Bei dm gibt es unter anderem Cups von Merula aus medizinischem Silikon (ca. 26 Euro).

Noch mehr Infos & Tipps rund um die Menstruationstasse findest du im Beitrag: Menstruationstasse: die müllfreie Alternative zu Tampons und Binden und in unserer Bestenliste.

Periodenunterwäsche: der neueste Trend

Erst seit wenigen Jahren ist in Deutschland sogenannte Periodenunterwäsche auf dem Markt – zum Beispiel Ooshi und Thinx. Dabei handelt es sich um Unterhosen mit integrierter Einlage, die aus mehreren Schichten besteht: Die oberste soll für ein trockenes Gefühl sorgen und leitet Flüssigkeit ins Innere, die innere ist absorbierend und antibakteriell und die äußerste beseht aus einer flüssigkeitsundurchlässigen Membran. Welche Materialien dabei verwendet werden, variiert von Hersteller zu Hersteller.

Periodenunterwäsche als neues Menstruationsprodukt
Periodenunterwäsche: neues Menstruationsprodukt (Foto: https://ooshi-berlin.de/)

Die Slips sollen so viel Flüssigkeit aufnehmen können wie zwei bis drei Tampons, sie sind waschbar und produzieren daher keinen Müll – und sie sehen aus, wie ganz normale Unterwäsche.

Eine schnell wachsende Anzahl an Herstellern bietet auf dem deutschen markt inzwischen „Period Panties“ an:

  • Ooshi: Die Slips bestehen innen aus Merinowolle und außen aus einer Membran aus recyceltem Polyamid oder PU. Es gibt verschiedene Modelle ab ca. 38 Euro.
  • Thinx verwendet als oberste Schicht Baumwolle (einige Modelle Bio-Baumwolle). Es gibt sie ab ca. 31 Euro.
  • Kora Mikino: Die Slips bestehen zu 90 % aus Micro Modal aus europäischem Buchenholz und zu 10 % aus Elastan. Ab ca. 33 Euro.
  • erdbeerwoche: Periodenslip aus zertifizierter Bio- und Fairtrade-Baumwolle plus einer ÖkoTex-zertifizierten Membran. Ca. 25 Euro.

Mehr in unserem Beitrag: Periodenunterwäsche: Wie empfehlenswert sind Period Panties?

Fazit: Einfach mal ausprobieren!

Ökologisch und in der Beliebtheit unserer Nutzerinnen ganz vorne ist die Menstruationstasse. Wer sie verwendet, produziert praktisch keinen Müll, schont die Gesundheit und spart viel Geld. Nachhaltige, gesundheitsschonende und kostengünstige Alternativen zu Tampons sind auch die Menstruationsschwämmchen. Frauen, die lieber Binden verwenden, sollte es unbedingt mal mit waschbaren Stoffbinden versuchen. Auch als Alternative zu Einweg-Slipeinlagen bieten sich waschbare Slipeinlagen aus Stoff an.

Periodenunterwäsche ist eine diskrete und ebenfalls müllfreie Alternative, die gerade erst im Kommen ist. Und für alle, die sich (noch) nicht an die „exotischeren“ Produkte herantrauen, sind Bio-Tampons und -Binden eine gute und sinnvolle Alternative zu o.b., Always & Co. Egal, welche Alternative für dich persönlich am interessantesten ist: Probier`s einfach mal aus!

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(30) Kommentare

  1. Ich finde es einfach nur ekelig…zum Glück hat noch nie eine Kollegin ihre Tasse in der Bürtoilette am Waschbecken ausgewaschen…igitt..bäh…
    es gibt soviele „Müllquellen“ und dann ist das nun wirklich nicht der dringenste Bereich…