Wimperntusche bei Öko-Test: Fast die Hälfte fällt durch

Fotos: Öko-Test

Öko-Test rät von acht Wimperntuschen dringend ab. Im Test enthielten sie krebserregendes Arsen oder kritische Konservierungsstoffe. Sechs andere Mascaras kann das Magazin hingegen empfehlen.

Wimperntusche verspricht mehr Volumen und lange, auffallende Wimpern. Besonders viel Volumen bekommen die Wimpern, wenn die Mascara sehr dickflüssig ist. Dafür verwenden Unternehmen neben schwarzen Pigmenten vor allem Wachse, Öle und Emulgatoren.

Doch was steckt genau in der Wimperntusche? Öko-Test hat 18 Mascaras im Test untersucht und viele bedenkliche Inhaltsstoffe entdeckt. Unter den getesteten Produkten befinden sich preiswerte Eigenmarken großer Drogerieketten, aber auch Mascaras von Marken wie L’Oréal und Nyx. Im Test haben die Expert:innen in einigen Wimperntuschen neben verunreinigten Paraffinen und kritischen Konservierern auch krebserregendes Arsen nachgewiesen.

Wimperntusche im Test: Sechs Mascaras überzeugen

Sechs der sieben getesteten Naturkosmetik-Mascaras haben bei Öko-Test die Bestnote „sehr gut“ erhalten. Unter ihnen befinden sich besonders günstige Eigenmarken und etwas teurere Mascaras von Naturkosmetikherstellern. Mit dabei sind etwa die Glamourous-Volume-Mascara von Alverde und Laveras Butterfly Effect beautiful black.

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Arsen in zwei Wimperntuschen entdeckt

In Mascara sorgen Nanopartikel für mehr Haltbarkeit
Viele Wimperntuschen enttäuschen bei Öko-Test. (Foto: CC0 / Pixabay / Bru-nO)

Fast die Hälfte der getesteten Mascaras sind bei Öko-Test allerdings mit den Noten „ungenügend“ oder „mangelhaft“ durchgefallen. Sie enthalten gleich mehrere besonders problematische Inhaltsstoffe.  In der Artdeco Volume Supreme Mascara (black1) hat Öko-Test krebserregendes Arsen nachgewiesen. Es steckt überraschenderweise auch in einer Mascara aus zertifizierter Naturkosmetik.

Doch wie kann Arsen in die Wimperntusche gelangen? Die Unternehmen setzen bei den schwarzen Farbpigmenten der Mascara in der Regel auf schwarzes Eisenoxid. Der natürliche Ausgangsstoff kann jedoch mit Schwermetallen und anderen Stoffen verunreinigt sein, die in der Natur vorkommen. Auch das hochgiftige und krebserregende Arsen zählt dazu.

In der EU ist Arsen zwar in Kosmetikprodukten verboten, darf aber in technisch nicht vermeidbaren Mengen in den Produkten enthalten sein. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat Richtwerte herausgegeben, was „technisch nicht vermeidbar“ genau bedeutet. Beide Mascaras überschreiten laut Öko-Test diese Richtwerte.

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Weitere Problemstoffe in Mascaras großer Marken

Da Wimperntusche zwangsläufig in Kontakt mit den Augen gerät, sollte sie frei von reizenden und allergenen Inhaltsstoffen sein. Doch bei mehreren Mascaras ist das Gegenteil der Fall:

Die L‘Oréal Volume Million Lashes (extra-black) sowie die Maybelline The Colossal Go Extreme Mascara (very black) von L’Oréal enthalten halogenorganische Verbindungen. Viele dieser Verbindungen können Allergien auslösen, erklärt Öko-Test.

Der Konservierungsstoff Butylhydroxytoluol (BHT) steckt ebenfalls in der L‘Oréal Volume Million Lashes Mascara. BHT steht im Verdacht, wie ein Hormon im Körper zu wirken und hat sich in Tierversuchen als schädlich für die Schilddrüsenfunktion herausgestellt.

Ebenfalls durchgefallen ist der Nyx On the Rise Volume Liftscara (OTRL01 black) mit einem „ungenügend“. Das Labor hat im Mascara eine Formaldehyd-Verbindung gefunden, die laut Öko-Test „grob fehl am Platz“ sei. Denn Formaldehyd kann schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizen und Allergien auslösen.

Erdöl für schöne Augen?

Viele Wimperntuschen enthalten Paraffine. Dabei handelt es sich um synthetischen Fette, die meist aus Erdöl hergestellt wurden. Oftmals enthalten sie aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH), die äußerst bedenklich sind.

Gleich in sieben Mascaras haben die Expert:innen von Öko-Test solche MOAH-Verbindungen entdeckt. Einige von ihnen können krebserregend sein. MOAH steckte unter anderem in der Manhattan Wow Wings Mascara sowie in der Maybelline The Colossal Go Extreme Mascara. Paraffine fand Öko-Test auch in der Nyx-Wimperntusche. Dass es auch ohne Erdöl geht, zeigen die „sehr guten“ Naturkosmetik-Testsieger.

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Alle Details findest du in der Ausgabe 02/2021 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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