Paketversand und Umzugskisten: 5 Alternativen zum Pappkarton

5 Alternativen zum Papp- und Umzugskarton auf Utopia.de
© landbox, turtlebox, repack, memo

Wer kennt es nicht? Nach dem Umzug stehen die Umzugskartons nutzlos herum und dank Online-Shopping türmen sich Versandkartons in der Ecke. Utopia zeigt dir fünf Alternativen zum Pappkarton.

Pappkartons müssen zwar eigentlich nach dem Gebrauch nicht gleich ins Altpapier, man kann sie aufbewahren und wieder benutzen. Doch oft reicht der Platz nicht aus und die Kartons landen doch irgendwann im Müll. Es gibt interessante Alternativen, die das verhindern.

Übrigens: Inzwischen gibt es auch einige Online Shops, die Kartons wiederverwenden. Beispielsweise Möbelverrückt** und Glore** verschicken Bestellungen zum Teil in gebrauchten Kartons.

memo Box – Versand in der Plastikbox

Der Online-Shop memolife** bietet den Versand per memo Box an: Anstelle eines Pappkartons bekommt man seine Ware in einer stabilen grünen Box zugeschickt – ohne Aufpreis. Die Box besteht aus dem Recycling-Kunststoff Procyclen. Dieser gilt als umweltverträglicher im Vergleich zu anderen Kunststoffen, da er aus Kunststoffabfällen hergestellt wird. Die memo Box trägt den Blauen Umweltengel in der Kategorie „schützt die Ressourcen“.

Der Onlineshop memolife bietet den Versand in der memo Box an.
Der Onlineshop memolife.de bietet den Versand in der memo Box an. (© memo AG)

Der Vorteil gegenüber dem Pappkarton: Die Box wird viele Male wiederverwendet. Man kann die memo Box auch als Wertstoffbox nutzen: Memolife nimmt beispielsweise Druckerpatronen, CDs und Energiesparlampen zurück und sorgt dafür, dass sie wieder in den Wertstoffkreislauf gelangen.

RePack – der Briefkasten als Pfandautomat

Das finnische Startup RePack hat sich vom Getränke-Pfand inspirieren lassen: Man zahlt beim Onlinekauf einen Zuschlag für die Verpackung und schickt sie nach dem Auspacken kostenlos wieder zurück. Das Pfand bekommt man als Gutschein für den nächsten RePack-Versand zurück.

RePack nutzt den Briefkasten als Pfandautomat
RePack nutzt den Briefkasten als Pfandautomat (© RePack)

Die Verpackungen bestehen aus Pappe, Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP). Einige RePacks bestehen aus alten Plakaten, weitere Materialien werden ausprobiert. Die RePack Verpackungen werden zwar auch aus Kunststoffen auf Erdöl-Basis hergestellt, doch ein RePack wird mindestens 20-mal wiederverwendet. Bisher gibt es die RePacks leider nur bei wenigen niederländischen und finnischen Onlineshops. Das Startup will aber in nächster Zeit auch mit deutschen Online-Shops zusammenarbeiten.

Landbox – nachhaltige Isolierverpackung

Der Online-Versand von Lebensmitteln und Kochboxen wird immer beliebter: Statt sich nach der Arbeit noch mit dem Einkauf herumzuplagen, kommen die Zutaten direkt nach Hause. Damit Milch, Käse und Co. kühl bleiben, wird häufig Styropor benutzt. Das Unternehmen Landpack hat eine nachhaltige Isolierverpackungen aus Stroh oder Hanf entwickelt: die Landbox.

Bei der Getreideernte fällt Stroh an, das von den Landwirten nur zum Teil verwendet wird. Stroh hat ähnliche Eigenschaften wie Styropor: Es ist ein guter Dämmstoff und hat einen niedrigen Wärmeleitwert. Außerdem ist es feuchtigkeitsregulierend. Landpack presst das Stroh ohne Kleb- und Konservierungsstoffe zu Platten. Leider kommen auch diese Isolierplatten noch nicht ganz ohne Pappkarton aus, aber zumindest ohne Styropor.

Nachhaltige Isolierverpackungen aus Stroh
Nachhaltige Isolierverpackungen aus Stroh (© Landpack)

Nach der Verwendung können die Isolierplatten zum Teil im Biomüll oder Garten entsorgt werden. Das Stroh ist von einer Plastik-Folie umhüllt. Diese Hülle muss im Restmüll entsorgt werden. Es gibt auch die Variante Bio und Bio Plus: Hier besteht die Umhüllung aus dem Biokunststoff PLA. Er besteht aus Milchsäure-Molekülen und ist biologisch abbaubar.

Landpack stellt zudem Hanf-Vliese her. Diese sind flexibler als die Strohplatten und eignen sich als Füllmaterial. Sie kommen ohne Zusatzstoffe aus und stecken in einer biologisch abbaubaren Umhüllung. Sie können komplett in den Biomüll geworfen werden. Landpack hat 2016 den Deutschen Verpackungspreis in der Kategorie Nachhaltigkeit bekommen.

Box at Work – Alternative zum Umzugskarton

Box at Work bietet wiederverwendbare Umzugskartons aus Kunststoff an. Die Boxen bestehen aus dem Kunststoff Polypropylen (PP). Polypropylen gilt als umweltverträglicher als andere Kunststoffe, da er einfacher und mit weniger Energieaufwand recycelt werden kann. Die Box at Work trägt den blauen Umweltengel und wird nach etwa 400 Verwendungen zu 100 Prozent recycelt.

Die Box at Work ist eine wiederverwendbare Alternative zum Umzugskarton
Die Box at Work ist eine wiederverwendbare Alternative zum Umzugskarton (© Box at Work)

Für 1,49 Euro pro Box kann man die stabelbaren Umzugskartons zwei Wochen lang mieten. Zusätzlich gibt es hilfreiche Extras wie Sackkarren, Rollwagen oder Handschuhe zum Ausleihen. Wer in der neuen Wohnung nicht alles unter bekommt, kann seine Sachen bei Box in Work auch einfach einlagern lassen. Nach einer Mindestzeit von 3 Monaten liefert Box at Work die Kisten nach Hause. Bisher gibt es die wiederverwendbaren Umzugskartons in Berlin, Stuttgart, Hamburg, Dortmund, Münster, Osnabrück und Bochum.

Turtlebox – Umzugskartons mit Schildkröte

Eine ganz ähnliche Idee hatte das Startup Turtlebox: Wiederverwendbare Klappboxen ersetzen herkömmliche Umzugskartons. Für 1,79 Euro pro Box oder 0,79 Euro bei Selbstabholung kann man die Turtleboxen wochenweise leihen. Akkuschrauber, Sackkarre, Tragegurte oder Kleiderboxen kann man zusätzlich mieten. Die Klappboxen gibt es bisher in Berlin, Bottrop, Essen, Frankfurt am Main, Gelsenkirchen, Hamburg, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen und Stuttgart und dem jeweiligen Umland (Radius etwa 70 km).

Die TURTLEBOX ist ein wiederverwendbarer Umzugskarton
Die Turtlebox ist ein wiederverwendbarer Umzugskarton (© TURTLEBOX)

2013 ist die Turtlebox mit dem Münchner Umweltpreis ausgezeichnet worden. Der Boden der Turtlebox besteht aus recyceltem Kunststoff, die Wände und der Deckel aus recycelbarem Polyethylen (HDPE). Der Umzugskarton zum Mieten kann mindestens 200-Mal benutzt werden. Die Box verursacht pro Verwendung 23 g CO2 und damit 12-Mal weniger als ein Umzugskarton mit 286 g CO2.

Auch bei Foxybox oder LeihBOX kann man wiederverwendbare Umzugskartons mieten.

Utopia-Fazit:

Um dem Verpackungs-Wahn und den Müllbergen entgegenzuwirken, hilft es, Kartons mehrfach zu verwenden. Aber auch Mehrwegboxen, leihbare Umzugskartons oder Verpackungspfandsysteme sind eine sinnvolle Alternative zum Pappkarton, welche die Produktion von Kartons von vornherein unnötig machen. Einfach mal Ausprobieren!

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(8) Kommentare

  1. Kartons werden bei mir immer weiter verwendet und gefütterte Briefumschläge verwende ich auch mehrmals. Sogar normale Umschläge, so sie ohne Aufdruck sind, verwende ich wieder. Ich hoffe, dass die Leute, die meine gebrauchten Umschläge bekommen (wie beim Bücherversand für „Tauschticket“ zum Beispiel) sie auch weiter verwenden.

  2. Ich nutze Kartons und Umschläge auch mehrfach, wenn ich etwas verschicke.
    Das nun Mehrwegverpackungen aus Kunststoff oder Pfandumschläge soo viel umweltfreundlicher sind, kann ich nicht ganz glauben. Die Herstellung und der Transport verursacht schließlich auch CO2

  3. Ich finde es total dumm, hier auch noch Plastik einführen zu wollen. Meine Kartons kann ich immer wieder verwenden. Die plstik boxen würden beim aufbewahren noch mehr Platz benötigen. Dann hätte ich auf einmal 30 Plastik kisten rumstehen. So rine blödsinnige und umweltschädliche Idee habe ich noch nie in Utopia gelesen.

  4. Bevor man mit Worten wie „dumm“ und „blödsinnig“ um sich wirft sollte man vielleicht erst mal den Artikel richtig lesen. Sonst könnte es durchaus sein, dass solche Attribute auf einen selbst zurückfallen.

  5. Und für den Fall, daß Du nicht verstehst, was WernerMax andeutet mit richtig lesen. 😉
    Man kann die Dinger mieten…da hast Du gar nichts rumstehen, auch keine Kartons.

  6. Meine Kartons vom Umzug aus dem Jahr 1995 wurde mehrfach verliehen und stehen heute flach zusammengeklappt in meinem Keller und warten auf den nächsten Einsatz. Auch andere Kartons verwende ich entweder zur Aufbewahrung oder zum Versand.
    Was mich ärgert, sind die Größe der Kartons, in denen Ware verschickt wird. Da wird für Kleinigkeiten ein viel zu großer Karton verwendet und dann auch noch mit Füllmaterial ausgestopft.

  7. Ob man sich bei einem Umzug für die Verwendung von Umzugskartons aus Pappe oder Umzugsboxen aus Kunststoff entscheidet, ist letztlich eine Frage der jeweiligen Vor- und Nachteile, die diese beiden Konzepte mit sich bringen. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Anbieter, bei denen man Umzugsboxen leihen bzw. Umzugskisten mieten kann. Hierbei handelt es sich zumeist um Mehrweg-Umzugsboxen. Damit steht fest, dass der traditionelle Umzugskartons aus Pappe durch eine neue Alternative einen Rivalen dazu gewonnen hat: Die Box aus Kunststoff. Ganz verdrängen wird die Box den herkömmlichen und günstigen Umzugskartons allerdings nicht. Mehr dazu im Folgenden Artikel: http://guenstig-umzugskartons-kaufen.de/2016/08/18/ratgeber-umzugskartons-im-vergleich/

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