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Black Friday und Black Week: 5 Gründe, warum du nicht mitmachen solltest

Black-Friday
CC0 / Unsplash.com / Tim Mossholder; Jon Tyson

Bald ist Black Friday – die Rabattschlacht ist wieder in vollem Gange. Der Handel macht einen Milliardenumsatz und viele Konsument:innen freuen sich über vermeintliche Schnäppchen. Dabei spricht einiges gegen den Black Friday.

Am Freitag nach Thanksgiving – 25. November 2022 – findet in den USA traditionell der Black Friday statt, am Montag darauf der Cyber Monday (der Start des Weihnachtsverkaufs von Online-Shops). An den beiden Tagen locken Geschäfte und Online-Händler mit Sonderangeboten und Rabatten – und die Kund:innen schlagen zu. Auch in Deutschland springen immer mehr Händler auf den Trend auf. Inzwischen wird der Black Friday sogar auf eine Black Week ausgedehnt.

Als alternatives Konzept haben einige Shops und Hersteller zudem den Green Friday ins Leben gerufen. Dabei sollen nicht (nur) Kund:innen profitieren, sondern auch die Natur.

Auch bei uns werden die Shopping-Tage immer beliebter. Kaum einer stellt noch die Frage: Brauche ich das überhaupt? – Hier fünf Gründe, warum du beim Black Friday lieber nicht mitmachen solltest:

1. Vermeintliche Schnäppchen sind gar nicht immer günstiger

„Das beste Angebot des Jahres“, „Top-Deal“, „70 Prozent Rabatt“ – am Black Friday locken die Händler mit Preisnachlässen, Schnäppchen und Rabatten. Allerdings ist nicht jedes Sonderangebot auch wirklich günstiger.

Das Vergleichsportal Netzsieger hat einen Monat lang Preise für Fernseher, Smartphones, Kühlschränke und Waschmaschinen der Händler Amazon, Alternate, MediaMarkt und Saturn beobachtet – und dabei starke Preisschwankungen festgestellt. Nur bei einem von acht untersuchten Geräten sei der Preis kontinuierlich gesunken. Bei einigen Geräten sei der Preis kurz vor dem Black Friday sogar um bis zu 70 Euro gestiegen.

Wird es sie irgendwann geben - die nachhaltige Mehrwertsteuer?
Damit es beim Kauf kein böse Überraschung gibt, solltest du die Preise vergleichen. Das gilt vor allem um die Zeit des Black Friday. (Foto: © cydonna / photocase.de)

Eine Analyse der ZDF-Sendung WISO kam 2018 zu einem ähnlichen Ergebnis: Das Team der Sendung hat 3.068 Produkte beobachtet und die Preise dokumentiert. Der Beobachtungszeitraum: Zwei Monate vor dem Black Friday 2017 und vier Monate danach. Das Ergebnis: Bei den meisten Produkten blieb der Preis gleich. „Ein Tag, der günstige Preise verspricht, sie aber nicht bietet“, lautete das Fazit der Sendung.

Trotzdem hat man den Eindruck, am Black Friday Geld zu sparen. Das liegt an einem Trick der Händler: Sie versprechen beispielsweise 50 Prozent Rabatt auf den „Originalpreis“ – und nennen dabei die „unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers“ (UVP). Die UVP ist allerdings sehr hoch angesetzt, kaum ein Händler kassiert diese Preise wirklich. Indem die Händler einen übertrieben hohen Preis angeben, wirkt der Black-Friday-Rabatt deutlich größer, als er eigentlich ist.

2. Black Friday fördert die Konsumschleife

Shopping Einkaufen
Black Friday: Einkaufen ist auf dem Programm. (CC0 Public Domain / pixabay.de)

Der Black Friday hat nur ein Ziel: den Konsum anzukurbeln und die Lagerhallen der Händler zu leeren. An dem Shopping-Tag kaufen Millionen von Menschen weltweit Dinge, die sie oftmals gar nicht brauchen – nur weil sie gerade so „günstig“ sind. Am meisten profitieren die Elektronik- und Kosmetikbranche, sie machen an einem Tag zusätzliche Umsätze in Milliardenhöhe.

Hinter dem Black Friday steckt vor allem eine profitable Marketing-Strategie: „Wir haben gesättigte Märkte in Deutschland. Da braucht man solche Anlässe, damit die Leute mehr kaufen“, so der Marketing-Experte Martin Fassnacht gegenüber n-tv.

3. Black Friday lockt uns in die Falle

Viele nutzen den Black Friday um sich etwas „vergünstigt“ zu kaufen, was sie ohnehin schon länger haben wollten – vermeintlich. Tatsächlich ist es aber gar nicht so leicht, bei den Rabattversprechen nicht schwach zu werden und doch viel mehr zu kaufen.

Neurowissenschaftler konnten in Versuchen nachweisen, dass bereits der Anblick von Prozentzeichen auf einem Preisschild das Belohnungssystem im Hirn aktiviert. Wer also während des Black Fridays einkaufen geht – egal ob online oder in Geschäften – wird wahrscheinlich auch noch etwas Ungeplantes dazu kaufen.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: „Solche Rabatttage sind ein zweischneidiges Schwert. Sie sorgen für mehr Verkäufe. Aber solche Aktionen stärken auch den Trend zur Discount-Gesellschaft. Rabatte sind eine starke Droge. Es wird dadurch immer schwieriger, Produkte noch zu normalen Preisen zu verkaufen“, sagte Fassnacht n-tv.

 4. Unfälle am Black Friday

Der Black Friday ist bei uns noch lange nicht so etabliert wie in den USA – allerdings wird der Rabatt-Tag von Jahr zu Jahr beliebter. Ein Blick in die USA zeigt, wo die Reise im schlimmsten Fall hingehen könnte: In den Geschäften spielen sich teils erschreckende Szenen ab. Kund:innen, die sich schubsen oder prügeln um das letzte Schnäppchen zu ergattern, oder trampelnde Massen im Kaufrausch – in Amerika gibt es am Black Friday jedes Jahr Verletzte.

5. Konsum macht nicht glücklich

Interview Gerald Hüther, Hirnforscher, Bild Shopping Tüten
Viel hilft nicht (immer) viel: Das gilt vor allem beim Shopping. (Foto: Pixabay, CC0 Public Domain)

Auch wenn ein (vermeintliches) Black-Friday-Schnäppchen erst einmal ein Hochgefühl bescheren kann – Shopping und Konsum machen nicht glücklich. Einer Greenpeace-Studie aus dem Jahr 2017 (an der Utopia-Autorin Carolin Wahnbaeck mitgearbeitet hat) zufolge löst Einkaufen nach der anfänglichen Euphorie sogar eher negative Emotionen aus. Nach dem Einkauf folgen oftmals Schuldgefühle oder eine innere Leere, die viele mit neuem Konsum bekämpfen.

Mehr zum Thema hörst du hier im Utopia-Podcast:

Weiterlesen auf utopia.de:

English Version available: Black Friday: 5 Reasons to Skip the Deals This Year

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