Wefood: Der Supermarkt, der nur abgelaufene Lebensmittel verkauft

Foto © Mikkel Østergaard/DanChurchAid

Unglaublich, wie viel Essen im Müll landet, nur weil Supermärkte es nicht mehr verkaufen können – doch in Dänemark dreht jetzt ein Laden namens Wefood den Spieß um und bietet ausschließlich Lebensmittel an, die schon abgelaufen sind.

Wefood heißt der Laden, der diese Woche in Kopenhagen eröffnet hat und damit wohl der weltweit erste Supermarkt für abgelaufene Produkte ist. Braune Bananen, angewelkter Salat, Produkte mit überschrittenem Mindeshaltbarkeitsdatum (oder kurz davor), aufgerissene Verpackungen, das alles – und nur solche Lebensmittel – gibt es hier zu kaufen. Außerdem hat Wefood Kosmetik- und Haushaltsprodukte im Angebot, die aufgrund von falscher Beschriftung oder einem zu nahen Verfallsdatum nicht mehr in den “normalen” Supermärkten verkauft werden können.

Wefood gegen die Wegwerfgesellschaft

Die Produkte kosten etwa die Hälfte weniger als übliche Ware, aber natürlich ist alles noch genieß- bzw. benutzbar. WeFood will nicht nur einkommensschwachen Haushalten eine Möglichkeit zum Einkaufen bieten, sondern ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung und die Wegwerfgesellschaft setzen. Per Bjerre, Mitarbeiter bei „Wefood“, sagte der britischen Tageszeitung „Independent“: „Viele Leute nehmen dies als einen positiven und politisch sinnvollen Weg wahr, dem Problem zu begegnen.“

Wefood erhält die Produkte von großen dänischen Supermarktketten. Zudem bestehen Kooperationen mit Importfirmem und lokalen Betrieben. Der Supermarkt ist ein Non-Profit-Projekt. Dahinter steht die NGO Folkekirkens Nødhjælp, die Hilfsorganisation der dänischen Kirche.

In Frankreich wurde bereits ein Gesetz erlassen, um Lebensmittelvergeudung in Supermärkten zu reduzieren, auch Finnland will es verbieten. In Deutschland gibt es mit Restlos Glücklich ein Restaurant gegen die Vergeudung. Eine Studie zeigt, wie die Verschwendung auf das Klima wirkt.  Mehr zum Thema auf unter dem Utopia-Schlagwort Lebensmittelverschwendung.

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(3) Kommentare

  1. Haben wir in Deutschland doch auch...

    Diese Läden heißen in Deutschland Tafeln. Sie helfen nicht „gegen die Wegwerfgesellschaft“ sondern eine logische Konsequenz des Sozialabbaus und Lohndumping im Neoliberalismus. Greenwashing par excellence.

  2. Skuril ist, wer solche Dinge kauft. Ich kaufe Brot vom Vortag. Eine Bäckereikette hat eine Filiale, in welcher Brot vom Vortag für 1/3 des Normalpreis verkauft wird. Es sind keine Hartzer, die dort günstig Brot kaufen, es sind wohlbetuchte Geschäftsleute. In Deutschland herrscht eine Menge Bequemlichkeitsarmut

  3. Finde ich super 🙂
    Aber ist das überhaupt „legal“? Kann mir zumindest im bürokratischen DE nicht vorstellen, dass man hier abgelaufene Lebensmittel verkaufen dürfte :/

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