Finnland will Lebensmittelverschwendung verbieten

Gegen Lebensmittelverschwendung
Foto: "Fresh Food In Garbage" von USDA unter CC-BY-SA

Nach Frankreich und Italien will nun auch Finnland Lebensmittelverschwendung gesetzlich verbieten. Das Verbot soll für Supermärkte gelten, aber auch für Restaurants, Krankenhäuser und Cafés.

Jährlich landen in Finnland Unmengen genießbarer Lebensmittel im Müll: pro Person etwa 100 Kilogramm. Nun möchte eine parlamentarische Initiative das Wegwerfen dieser Lebensmittel im Handel, in der Gastronomie und in weiteren Einrichtungen verbieten. Ein Gesetzentwurf liegt bereits vor.

Strenger als die Richtlinien in Frankreich

In Frankreich und Italien gibt es bereits ähnliche Gesetze. In Frankreich gilt das Wegwerf-Verbot allerdings nur für Supermärkte. Diese können sich aussuchen, ob sie die nicht verkauften und unverkäuflichen Lebensmittel an Hilfsorganisationen spenden oder der Landwirtschaft als Tierfutter bzw. Kompost  zur Verfügung stellen. Ab einer Größe von 400 Quadratmetern müssen die Supermärkte Kooperationen mit Wohltätigkeitsorganisationen eingehen.

In Finnland sollen laut dem aktuellen Gesetzentwurf neben Supermärkten auch andere Lebensmittelläden sowie Backshops, Kindergärten, Krankenhäuser, kommunale Küchen und Cafés an das Gesetz gebunden sein. Zudem sollen alle unverkäuflichen Produkte an Wohltätigkeitsorganisationen weitergegeben werden. Da der Bedarf an Lebensmittelhilfe in Finnland steigt, hätte das auch einen sozialpolitischen Effekt.

Noch sträubt sich der Lebensmittelhandel allerdings gegen das Gesetz mit dem Argument: Abgesehen von Großstadtregionen gebe es in weiten Teilen des Landes keine Hilfsorganisationen als Abnehmer.

Utopia meint: Es ist eine erfreuliche Entwicklung, dass nach Frankreich und Italien nun ein drittes EU-Land gesetzlich gegen Lebensmittelverschwendung vorgehen will. Dass alle Lebensmittel an Hilfsorganisationen abgegeben werden sollen, hilft zudem sozial schwächeren Menschen – das Gesetz könnte also neben dem Umwelt- auch einen sozialen Effekt haben. Doch auch, wenn Unternehmen nun gesetzlich gezwungen werden, weniger wegzuwerfen: wir Verbraucher sollten ebenfalls sorgsam mit unserem Essen umgehen und möglichst wenig verschwenden.

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