EU: Kinderspielzeug gehört zu den gefährlichsten Produkten

Eu-Kommission: Spielzeug kann gefährlich sein
Foto: © Colourbox.de

Neue Zahlen der Europäischen Kommission zeigen: Auf der Liste der gefährlichen Produkte stehen ausgerechnet Spielzeug und Kleidung ganz oben. Die meisten Waren, die in der EU Alarm auslösen, kommen aus China. Mit dem Online-Shopping wächst das Risiko für die Verbraucher weiter.

Laut der kürzlich veröffentlichten Statistiken musste die EU-Kommission im Jahr 2015 vor über 2000 gefährlichen Produkten warnen. Über ein Viertel (27 Prozet) davon waren Spielzeuge, 17 Prozent Bekleidung und Textilien.

Am häufigsten lag die Gefahr dabei in „chemischen Risiken“ (25 Prozent aller Meldungen) – etwa durch die fruchtbarkeitsschädigenden Weichmacher Phthalate in Spielzeugen. Ebenfalls gefährlich: bei vielen Produkten, vor denen die EU 2015 warnte, bestand Verletzungsgefahr (22 Prozent der Meldungen).

Gerade jene Dinge also, mit denen wir Kindern eine Freude machen wollen, können für sie zur Gefahr werden. Um das zu vermeiden, sollte man am besten die Finger von billigem Plastik- oder Synthetikspielzeug lassen und lieber hochwertige, langlebige Sachen aus Naturmaterialien kaufen. Denn: auch der BUND warnte bereits vergangenes Jahr vor Gift in Plastik-Kinderspielzeug.

Gefährliche Produkte kommen meist aus China

Laut EU-Kommission ist das Risiko, dass Produkte chemisch belastet sind, Verletzungs- oder sonstige Gefahren bergen bei Waren aus China immer noch am höchsten: Mit 62 Prozent der gemeldeten gefährlichen Produkte steht China  im EU-Schnellwarnsystem nach wie vor ganz oben auf der Liste der Ursprungsländer.

 

EU-Kommission: gefährliche Produkte kommen meist aus China
Mitteilungen in den Jahren 2014 und 2015 nach Gruppen von Herkunftsländern (Grafik: © Europäische Kommission)

Die Zusammenarbeit mit den chinesischen Behörden innerhalb des Schnellwarnsystems ist deshalb wichtig: Jede Meldung über ein Produkt „Made in China“ wird den chinesischen Behörden übermittelt, damit sie den Hersteller informieren können. Allerdings: längst nicht alle Hersteller können überhaupt ausfindig gemacht werden. Das Online-Shopping verstärkt dieses Problem noch.

Darum kann Online-Shopping gefährlich sein

Rund zwei Drittel der Europäer shoppen im Internet – Tendenz steigend. Das Problem dabei: So können Produkte von außerhalb der EU, die möglicherweise nie einer Sicherheitsprüfung unterzogen wurden, per Post direkt in die Haushalte gelangen.„Das Schnellwarnsystem hat dazu beigetragen, rasche Reaktionen der Verbraucherschutzbehörden zu koordinieren und gefährliche Produkte in ganz Europa vom Markt zu nehmen. Wir stehen vor zwei Herausforderungen: Online-Verkäufe, bei denen Waren per Post direkt an die Verbraucher geliefert werden, und die starke Präsenz chinesischer Waren, die bereits über das Schnellwarnsystem gemeldet wurden.“
sagt Věra Jourová , EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucher und Gleichstellung.

Die EU-Kommission arbeitet deshalb an einer Verbesserung des Schnellwarnsystems, das die Risiken des Online-Shoppings berücksichtigt.

Im EU-Schnellwarnsystem (Rapex) arbeiten die EU-Kommission, die Mitgliedstaaten und die Unternehmen arbeiten zusammen, um sicherzustellen, dass gefährliche Produkte vom europäischen Markt genommen werden. Verbraucher können die Listen der gefährlichen Produkte einsehen oder nach konkreten Produkten suchen.

Das Video erklärt, wie Rapex funktioniert:

 

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(1) Kommentar

  1. Es wird Zeit, den Markt für billige Spielwaren und Kleidung gegenüber China dicht zu machen! Die Chinesen haben doch auch harte Einfuhrbedingungen und Einfuhrbeschränkungen. Warum nicht die EU? Ach so, ich vergass zu viele europäische Großkonzerne lassen dort billig produzieren, um hier teuer zu verkaufen, und so den maximalen Profit herauszuholen. Schade! Zu Laste unserer Kleinsten!

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