Experiment: Billig-Kleidung aus Kinderhand

kleidung kinderhand
Foto: ndr / Facebook

Das Satire-Magazin Extra3 hat ein ungewöhnliches Experiment gemacht: Auf einem Wochenmarkt werden T-Shirts und Hosen zu Spottpreisen angeboten – dabei ist vollkommen transparent, warum diese so billig sein können: Sie wurden von Kindern hergestellt. Schreckt das die Käufer ab?

„Echte Handarbeit zu Spottpreisen, weil sie von Kindern gemacht wurde“, „Die arbeiten 20 Stunden am Tag, aber es gibt auch mal ein Stück Brot zwischendurch“, „Haben sie vielleicht noch Spenden, nicht für die Kinder, sondern für unsere Kaffeekasse?“ – man kann Kleidung kaum zynischer anbieten, als es die angeblichen Firmenmitarbeiter auf dem Wochenmarkt tun.

Sie zeigen den Interessenten sogar Bilder von abgebrannten Fabriken, in denen aber trotzdem noch gearbeitet werden könne. Tatsächlich weist Tobi Schlegl (2013 noch bei Extra3) dreist darauf hin, dass die besonders fein genähten Maschen erwachsene Hände gar nicht hinbekommen würden.

Die Reaktionen sind enttäuschend

Und wie reagieren nun die Menschen, wenn sie ein T-Shirt für einen Euro kaufen könnten, aber wissen, dass dieses mittels Kinderarbeit hergestellt wurde? Leider enttäuschend.

Natürlich finden wir es traurig, dass Menschen trotz des Wissens um ausgebeutete Kinder vor dem Kauf nicht zurückschrecken. Wir wollen das aber auch nicht überbewerten. Extra3 zeigt nur die Reaktionen von wenigen Menschen – wie der Großteil der Leute reagiert, wissen wir nicht. Dennoch sollten wir Eines aus diesem Experiment mitnehmen: Viele Leute, die dieses Video sehen, wissen es längst besser und brauchen keine profitgierige Fake-Firma, die zeigt, wie sie ihre Arbeiter ausbeutet. Trotzdem wird nach wie vor viel zu viel Kleidung gekauft, von der man annehmen muss, dass sie unfair produziert wurde. Das sollten wir ändern!

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