Das 2 Euro-T-Shirt: Ein soziales Experiment

Fashion Revolution: Soziales Experiment
Foto: Screenshot https://www.youtube.com/watch?v=KfANs2y_frk

 Die Organisation Fashion Revolution ein geniales Experiment durchgeführt: Würden die Leute Billig-Mode kaufen, wenn sie wüssten, wie sie produziert wurde? Das Ergebnis ist überraschend.

Die Fashion-Revolution-Truppe aus Berlin stellte zum Fashion Revolution Day 2015  mitten in der Stadt einen Automaten auf, an dem Passanten (vermeintlich) T-Shirts für 2 Euro kaufen konnten. Das Interesse scheint, wenn man sich das Video des Experiments ansieht, zunächst erschreckend groß. Doch wer zwei Euro einwarf, bekam statt des T-Shirts auf einem Bildschirm erst einmal schockierende Bilder der Produktionsstätten gezeigt. Anschließend wurden die potenziellen Käufer vor die Wahl gestellt, das T-Shirt trotzdem zu kaufen oder das Geld zu spenden.

Ein Ergebnis, das Mut macht

Viele derjenigen, die kurz zuvor noch ein Billig-Shirt haben wollten, spendeten ihre 2 Euro nun der Fashion-Revolution-Bewegung. Die ermutigende Botschaft des Experiments: Wenn die Menschen Bescheid wissen, ist es ihnen nicht egal!

Am jährlichen Aktionstag Fashion Revolution Day, der auf die Arbeitsbedingungen in der Textilbranche aufmerksam machen möchte, werden in allen sozialen Medien Bilder der in den Kleidern eingenähten Etiketten gesammelt.

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(49) Kommentare

  1. Bei solchen Aktionen stört mich immer, dass suggeriert wird, lediglich Billigmarken wie Primark & Co würden unter diesen Bedingungen produzieren – das Gegenteil ist ja hinlänglich bekannt.
    Dadurch wird die Chance vergeben, die systemischen Mechanismen, die zu Ausbeutung führen zu benennen. Wohlfühl-Aktivismus, der Leuten vermittelt, mit „ethischem“ Kaufverhalten ließe sich die Welt verbessern, ist wirklich fragwürdig.

    • ich kann dir nur recht geben, denn die Anderen arbeiten auch nicht Anders und das sollte man wenn man ein wenig interesse hat eigentlich schon langsam wissen.

    • Primark ist aber die einzige mir bekannte Marke, die damit protzt, ihre Kleidung sei so billig, daß man sie nach dem Tragen wegwerfen statt waschen kann.
      Wenn man etwas Materialkunde beherrscht und teurere Stücke kauft, die sich wertiger anfassen, dann besteht die Chance, daß man sie länger tragen kann und das ist ja auch schon ein Vorteil.

  2. Ist wie beim Nahrungsmittelkauf. 60 % geben an sich größtenteils mit Bio zu ernähren und einen höheren Preis zu akzeptieren. Tatsächlich werden nicht mal 8 % der Nahrungsmittel als Bio vom Verbraucher gekauft. Geiz und Billig regiert immer dann, wenn der Mensch sich nicht beobachtet fühlt.

  3. Ich finde diese Aktion gut, weil:
    – Jeder der schon Mal versucht hat Spenden für eine wohltätige Sache zu sammeln, weiß wie schwer das ist.
    – Es führt zu mehr Aufklärung bzw verschwert die geliebte Verdrängung

    Verbesserungsvorschlag:
    Man sollte die Möglichkeit haben eine E-Mail Adresse anzugeben und sollte Informationen erhalten können, wie man sinnvoller einkaufen kann. Wenn der Automat in der Stadt xy steht, sollte man per E-Mail die Adressen der fairtrade Läden oder anderen vertrauenswürdigen Läden, die sich in der Stadt xy befinden, erhalten. Den das ist ja auch oft der Knackpunkt, Menschen haben oft zu wenig Zeit sich zu informieren und gehen dann schnell zu dem was sie halt schon kennen. Außerdem wäre es effizient, wenn ein paar Menschen recherchieren und Informationen bereitstellen statt das alle das selbe Googlen 🙂

  4. Warum gibt man nicht an, wie denn nun eines kauften und wie viele gespendet haben. Selbst prozentual würde mich reichen. So ist das leider nur ein Wohlfühlclip und kein Experiment.
    Persönlich hätte ich einfach meine 2 Euro wieder haben wollen.

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