Alles fit? Hier gibt es bessere Sportkleidung

Bessere Sportkleidung: nachhaltig, Made in Germany, aus Naturfasern
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Wir wollen atmungsaktive Shirts zum Joggen, bequeme Leggings fürs Yoga und wasserdichte Jacken beim Wandern. Wir wollen nicht, dass dafür die Umwelt oder unsere Gesundheit leiden muss. Deshalb zeigen wir euch eine Auswahl von Marken, die Sportkleidung nachhaltig(er) herstellen.

Moderne Sportkleidung ist zwar stylisch, vielfältig und erfüllt alle nur erdenklichen Funktionen, ist aber meist überhaupt nicht nachhaltig. Schließlich sollen Shirts und Hosen für Joggen, Fitness oder Yoga atmungsaktiv, schweißabsorbierend, dehnbar, schnell trocknend, leicht und so weiter sein. Reine Baumwolle kann all diese Anforderungen nicht erfüllen, deshalb setzt die Branche auf immer neue, immer leistungsfähigere und leichtere Synthetik-Materialien.

Doch synthetische Fasern bringen neben den funktionellen Vorteilen auch ernste Nachteile mit sich: Sie basieren in der Regel auf Erdöl – einem endlichen Rohstoff, dessen Förderung weltweit massive Umweltschäden verursacht. Diese erdölbasierten Kunstfasern sind nicht biologisch abbaubar und daher auch in der Entsorgung problematisch. Zudem bergen die Kunstfasern häufig Schadstoffe, die unserer Gesundheit schaden können, aber auch in die Umwelt freigesetzt werden. Und was für die Modebranche im Allgemeinen gilt, trifft leider auch auf Sportkleidung zu: Arbeiterinnen in Billiglohnländern arbeiten in ausbeuterischen Verhältnissen.

Die Anzahl echter Alternativen sind bis zu heute zwar überschaubar – doch es gibt sie: Unternehmen, die zunehmend Wert auf nachhaltig(er) produzierte Materialien legen, faire Sportkleidung aus recycelten oder schadstofffreien Synthetikfasern oder aus Naturfasern fertigen und auf umwelt- und sozialverträgliche Produktionsbedingungen achten.

Das optimale Sportoutfit: Weniger ist Mehr

Zum Joggen trägt  man gerne Kleidung, die Schweiß aufnimmt und schnell trocknet. Aber brauchst du wirklich für jeden Tag ein modisches Sport-Top in allen Farben und Formen? Brauchst du für einmal Yoga pro Woche spezielle Shirts, Jacken und Leggings? Muss es für gelegentliche Wochenendwanderungen wirklich die Regenjacke mit der höchsten Wasserdichte und Atmungsaktivität sein? Um nicht unnötig viel Geld auszugeben und mit Hightech-Chemie die Umwelt zu belasten, lass dich bei jedem Kauf beraten, welche Produkte und Funktionen du wirklich benötigst.

Sportkleidung Made in Germany

Auch, wenn die Kleidung aus problematischer Kunstfaser besteht: Die Produktion in Deutschland und/oder Europa löst andere Probleme. Man unterstützt mit seinem Geld nicht die ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse, die in asiatischen Billiglohnländern an der Tagesordnung sind. Und es gelangen im Normalfall bei der Produktion keine giftigen Chemikalien in die Umwelt, weil das Abwasser ordentlich gereinigt werden muss. Insofern ist die Produktion in Deutschland oder Europa zumindest ein mögliches Kriterium für nachhaltige(re) Sportbekleidung.

Sportkleidung Made in Germany: Kossmann
Laufkleidung Made in Germany: Kossmann (Foto: © Kossmann)

Speziell für Laufbekleidung wird man beim kleinen Hersteller Kossmann** fündig: Hier gibt es Laufhosen, -shirts und-jacken für Damen und Herren. Die verwendeten Stoffe stammen aus Italien und Österreich, alle weiteren Bestandteile wie zum Beispiel Reißverschlüsse oder Gummibänder kommen aus Deutschland und Österreich. Genäht wird im Großraum Chemnitz. Die nachhaltige Sportkleidung ist Öko-Tex-zertifiziert und damit schadstoffarm, besteht allerdings zu 100 Prozent aus Chemiefasern wie Polyester, Polyamid und Elasthan.

Auch das österreichische Label Löffler** lässt fast ausschließlich in Europa produzieren, ein Großteil der Textilien stammen nach Angaben des Unternehmens aus der eigenen Strickerei in Österreich. Alle zugekauften Garne, Stoffe, Reißverschlüsse sowie die Stoffveredelung entsprechen dem Öko-Tex-Standard 100 und sind entsprechend schadstoffarm. Hier gibt es eine recht große Auswahl an Kleidung für Fahrrad, Laufen, Outdoor und Wintersport sowie Funktionswäsche.

Das schwäbische Unternehmen Trigema** produziert zu 100 Prozent in der eigenen Fabrik in Deutschland. Alle Behandlungsprozesse und Textilien entsprechen den Richtlinien des Öko-Tex-Standards 100. Neben der überwiegend Kunstfaser-basierten Kollektion gibt es die „Trigema Change“-Linie, die aus Bio-Baumwolle besteht und Cradle to Cradle-zertifiziert ist. Trigema bietet eine große Auswahl an Sportkleidung für verschiedene Sportarten sowie Freizeitkleidung für Damen, Herren und Kinder.

Mehr Labels, die in Deutschland fertigen, findest du zum Beispiel auf diesem Blog.

Sportkleidung aus schadstoffarmer und Recycling-Kunstfaser

Chemiefasern wie Polyester, Polyamid oder Elastan können Schadstoffe enthalten, die potenziell gesundheits- und umweltschädlich sind. Wenn schon Kunstfaser, dann sollte man darauf achten, dass diese möglichst schadstoffarm ist – sowohl in der Produktion als auch im fertigen Produkt. Während der Öko-Tex-Standard garantiert, dass im Produkt kein Gifte stecken, zertifiziert das strengere Label Bluesign zudem die gesamte Lieferkette.

Recycling-Kunstfaser, die oft aus PET-Flaschen oder Altkleidung gewonnen wird, spart zumindest im Vergleich zur Neugewinnung von erdölbasierten Fasern Energie und Rohstoffe ein.

Bluesign-zertifizierte Sportkleidung: Patagonia
Patagonia: Große Auswahl an Bluesign-zertifizierter Sport- und Outdoorkleidung (Foto: © Patagonia)

Patagonia bietet eine große Auswahl an Sport- und Outdoorkleidung und Zubehör für verschiedene Sportarten. Viele der Produkte sind Bluesign-zertifiziert, ein großer Teil davon besteht zumindest anteilig aus Recycling-Polyester – insbesondere Tops, T-Shirts, Longsleeves, Fleeces, Funktionswäsche und Leggings. Daneben setzt Patagonia auch auf Bio-Baumwolle. Es lohnt sich, vor dem Kauf (z.B. im Onlineshop) zu überprüfen, ob das jeweilige Produkt tatsächlich das Bluesign-Siegel trägt bzw. aus welchen Materialien es zusammengesetzt ist. Eine Auswahl an Patagonia-Produkten gibt’s** bei Avocadostore, Ber
gfreunde
 oder Amazon.

Auch Vaude ist ein Hersteller von Sport- und Outdoor-Artikeln, der schon einiges richtig macht: Rund 80 Prozent der Bekleidung ist bluesign-zertifiziert, viele Teile bestehen aus Recycling-Kunststoff – aus PET-Flaschen, aus Altkleidern und teils sogar aus alten Fischernetzen. Darüber hinaus folgt Vaude für seine „Green Shape“-Linie einem eigenen Standard, der im Chemikalienmanagement noch strenger ist als Bluesign und zudem Sozialstandards berücksichtigt. Vaude ist außerdem Mitglied der Fair Wear Foundation und legt besonderen Wert auf faire Produktionsbedingungen. Vaude-Produkte gibt’s bei** Bergfreunde, Avocado Store oder Amazon.

Sportkleidung und Outdoorkleidung von Vaude: Schadstoffarm, fair produziert
Schadstoffarme Kleidung für jede Sportart: Vaude (Foto: © VAUDE / Moritz Attenberger)

Auch das Snowboard- und Streetwear-Label Zimtstern** fertigt überwiegend aus Bluesign-zertifizierten Materialien, Recycling-Polyester und Bio-Baumwolle. „Ein Grossteil der Zimtstern Snowwear, Outerwear und Layers tragen das begehrte blaue Zeichen“, heißt es auf der Webseite.

Weitere Outdoor- und Sport-Marken, zum Beispiel** Jack Wolfskin, Mammut, Schöffel und Haglöfs, verarbeiten ebenfalls Bluesign-zertifizierte Materialien und sind zudem Mitglied der Fair Wear Foundation. Wir empfehlen, sich jeweils speziell zu dem gewünschten Produkt zu informieren: woraus es besteht und ob es zertifiziert ist.

Das österreichische Label Nice to meet me produziert schöne Lauf-, Fitness- und Yogakleidung für Damen und Herren aus Recycling-Polyester sowie aus Naturfasern wie Bio-Baumwolle und Tencel (aus Holzfasern). Produziert wird in einer Werkstatt in Tschechien, natürlich unter fairen Arbeitsbedingungen. Unser Tipp: Bei der großen Auswahl an Leggings und Hosen dürfte für jede Sportart die richtige dabei sein. Gibt’s bei** Avocado Store.

Modisch, funktional, schadstofffrei: Sportkleidung von Nice to meet me
Stylisch, funktional, schadstofffrei: Sportkleidung von Nice to meet me (Foto: © Nice to meet me)

Umwelt- und hautverträglich: Sportkleidung aus Naturfaser

Auch Kleidung aus zertifizierten oder recycelten Synthetikfasern ist nicht harmlos. Es bleibt das Problem, dass Kunststoffe nicht biologisch abbaubar sind. Das größte Problem aber entsteht beim Waschen: Sportbekleidung aus Synthetikmaterialien wie z.B. Polyester verliert bei jedem Waschgang winzige Fasern – so klein, dass sie kaum aus dem Abwasser gefiltert werden können und somit ungehindert in offene Gewässer gelangen können. Dort gefährden sie als Mikroplastik das Leben von Fischen und anderen Wasserlebewesen.

Wer das vermeiden möchte und lieber gar keine Kunstfaser auf der Haut trägt, findet inzwischen eine vernünftige Auswahl an Sportkleidung aus Naturfasern wie Wolle, Seide und Bio-Baumwolle. Insbesondere Merinowolle ist ein zunehmend beliebtes Material für Sportklamotten. Wer das kauft, sollte unbedingt darauf achten, dass die Wolle von Schafen aus artgerechter Haltung stammt und der Hersteller das umstrittene „Mulesing“ ausschließt. (Dabei wird den Tieren in einem schmerzhaften Verfahren Haut entfernt um Parasitenbefall vorzubeugen.)

Die Vorteile von Merinowolle: Sie ist leicht, atmungsaktiv, schweißabsorbierend, temperatur- und feuchtigkeitsregulierend, stinkt weniger und ist dabei gleichzeitig gut hautverträglich und biologisch abbaubar. Zudem müssen Wollprodukte weniger oft gewaschen werden als Synthetikkleidung: Sie regenerieren sich und werden meist durch bloßes Auslüften wieder „frisch“. (Mehr Info zu Merinowolle hier)

Sportkleidung aus Merinowolle und Seide: Engel Sports
Sportkleidung aus Merinowolle und Seide von Engel Sports (Foto: © Engel Sports)

Die Funktionswäsche und Sportkleidung von Engel Sports besteht überwiegend aus einem Mix aus feiner Merinowolle und Seide. Die Wolle stammt aus kontrolliert biologischer Tierhaltung, produziert werden die Textilien in Deutschland; der gesamte Herstellungsprozess ist GOTS-zertifiziert. Bei der Veredelung der Textilien wird auf Chemikalien verzichtet, es werden nur unbedenkliche Farbstoffe eingesetzt. Der Wolle-Seide-Mix von Engel-Sport wirkt nach eigenen Angaben antibakteriell, was dafür sorgt, dass man trotz Schwitzen weniger müffelt als in Kunstfaserkleidung. Unser Tipp: Die Langarmshirts eignen sich wunderbar für drunter oder drüber – zum Beispiel zum Joggen oder Wandern bei kälteren Temperaturen, für Yoga und Pilates oder zum drunterziehen unter Outdoor- und Skijacken. Gibt’s bei** Avocado Store oder Amazon.

Bikemode aus Merinowolle von Triple2
Bikemode aus Merinowolle von Triple2 (Foto: © avocadostore)

Das kleine bayerische Label triple2 bietet Kleidung speziell für Outdoor- und Bike-Sport. Dafür kommt ebenfalls Merinowolle zum Einsatz (selbstverständlich aus Mulesing-freier Tierhaltung), teils in Kombination mit Recycling- oder Bluesign-zeritfizierten Polyesterfasern. Produziert wird in Kroatien, über 80 Prozent der Materialien stammen aus Europa. Das Label nimmt gebrauchte Produkte aus ihrer Kollektion zurück und verwertet sie weiter. Gibt’s ebenfalls bei Avocadostore** oder Amazon**.

Auch die größeren Hersteller Icebreaker (z.B. bei** Bergfreunde, Globetrotter) und Smartwool** verwenden Mulesing-freie Merinowolle von zertifizierten Betrieben.

Der Bio-Mode-Pionier Grüne Erde hat eine gute Auswahl an Basic-Leggings, Sporthosen und Tops aus Bio-Baumwolle.

Einfache Shirts und Tops für Fitness, Yoga und Alltag aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle gibt es zum Beispiel auch bei dem kleinen Label Aweiku.

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(15) Kommentare

  1. Ziemlich nachhaltig scheint mir auch die Firma Odlo unterwegs zu sein. Mein letztes Shirt wurde aus PET-Material in Israel hergestellt. Die Socken wurden in aus Portugal produziert.

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