Goldrichtig: Fairtrade zertifiziert Gold

Foto: © TransFair e.V. / James Robinson

Gold ist eines der wertvollsten Materialien der Welt – und gleichzeitig eines der problematischsten. Denn sein Abbau gefährdet Arbeiter und Umwelt. Fairtrade will das ändern und zukünftig Gold zertifizieren.

Insbesondere der kleingewerbliche Abbau von Gold ist arbeitsintensiv, gefährlich und findet nicht selten unter menschenunwürdigen Bedingungen statt. Dabei gibt es laut Fairtrade International rund 15 Millionen kleingewerbliche Goldschürfer weltweit – und etwa 100 Millionen Menschen, die von diesem Gewerbe abhängig sind.

Goldabbau: Das sind die Probleme

Die Arbeiter sind in den Minen täglich Gefahren ausgesetzt – etwa durch das Einatmen von giftigen Quecksilberdämpfen oder überschwemmte Schächte – und die Preise, die sie von Händlern und Zwischenhändlern für das gefundene Gold bekommen, reichen nicht für ein würdiges Leben. Laut Fairtrade Deutschland fehlt es Gemeinden, die vom Gold-Bergbau leben oft an grundlegender Infrastruktur wie etwa sanitären Einrichtungen, dem Zugang zu sauberem Trinkwasser, einer Gesundheitsversorgung und Schulbildung.

Zudem befeuert der unkontrollierte und informale Abbau von Gold häufig gewaltsame Konflikte im Land, denn die Gewinne kommen nicht selten bewaffneten Gruppierungen zugute.

Die Lieferkette jedoch ist bisher praktisch nicht durchschaubar, so dass es für Konsumenten nahezu unmöglich ist, nachzuvollziehen, wo und unter welchen Bedingungen das Gold für ihren Schmuck gewonnen und verarbeitet wurde – noch, denn das Fairtrade-Siegel steht auch für eine transparente Lieferkette.

Fairtrade-Gold: Das steckt dahinter

Die neue Fairtrade-Zertifizierung für Gold richtet sich nicht an großindustrielle Minen, sondern an kleingewerbliche Goldschürfer. Zertifiziert werden nur Gemeinschaften, die legal Bergbau betreiben. Dieser Zusammenschluss zu legalen Organisationen fördert und schützt die Rechte der Arbeiter und ihrer Gemeinden.

Die Minenarbeiter bekommen einen Mindestpreis, der bei 95 Prozent des jeweils von der London Bullion Market Association festgelegten Goldpreises liegt. Das ist ein deutlich höherer Verkaufspreis als bei dieser Art der Goldgewinnung üblich. Zusätzlich erhalten die zertifizierten Minengemeinschaften eine Fairtrade-Prämie in Höhe von 2000 US-Dollar pro Kilogramm Gold. Die Prämie soll – wie in allen Fairtrade-Projekten – in Gemeinschaftsprojekte und die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen investiert werden. So konnte beispielsweise eine bereits zertifizierte Minenorganisation in Peru eine Vorschule für die Arbeiterkinder einrichten.

Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Diskriminierung, unverhältnismäßig lange Arbeitszeiten und Lohnabzüge sind in Fairtrade-zertifizierten Minen nicht zulässig. Um die Gesundheit der Arbeiter zu schützen, schreiben die Richtlinien Schutzkleidung, sowie Gesundheits- und Sicherheitstrainings vor. Gefährliche Chemikalien wie dem in der Goldgewinnung weit verbreitetem Quecksilber dürfen nur in Maßen und unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen eingesetzt werden.

Fairtrade-Gold
Der Goldschmuck wird mit Fairtrade-Siegel gekennzeichnet. (Foto: © Cooksons)

Woher kommt das Fairtrade-Gold?

Derzeit gibt es nur zwei zertifizierte Goldminen, beide in Peru. Fairtrade International arbeitet aber mit neun Pilotprojekten in Uganda, Kenia und Tansania zusammen um mit diesen die Fairtrade-Zertifizierung zu erreichen.

Fairtrade-Goldschmuck kaufen

Noch ist Goldschmuck mit Fairtrade-Siegel ein absolutes Nischenprodukt. Aktuell gibt es weltweit kaum 100 Händler – Goldschmiede und Juweliere –, die das faire Gold anbieten. In Deutschland kooperiert bisher nur eine Handvoll kleinerer Goldschmieden und etwa zehn Juweliere mit Fairtrade, weitere sind in Verhandlung. Es gebe jedoch bereits Gespräche mit einigen größeren Firmen, so Fairtrade-Pressesprecherin Claudia Brück.

Mit etwas Glück können wir also dieses Jahr zu Weihnachten Fairtrade-zertifizierten Goldschmuck verschenken – oder uns schenken lassen.

Bei Fairtrade Deutschland findest du eine Liste von Juwelieren in Deutschland, die Fairtrade-Gold verkaufen sowie einen Online-Finder für Goldschmiede, welche Fairtrade-Gold verarbeiten.

Mehr Informationen zu Fairtrade-Gold: Factsheet Fairtrade-Gold (PDF), www.fairgold.org (Englisch), www.fairtrade-deutschland.de

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(1) Kommentar

  1. höllwerk - Schmuck & Design | Heidelberg

    Man muss nicht mit Fairtrade Deutschland zusammenarbeiten oder kooperieren um fair trade Goldschmuck oder Silberschmuck anbieten zu können. Bis dato war das überhaupt nicht möglich!
    Auch unser Goldschmiede-Atelier „höllwerk“ in Heidelberg arbeitet bereits seit Jahren nachhaltig und wir verwenden unter anderem ebenfalls fair trade Metalle wie Gold oder Silber.
    Eine sorfältigere Internetrecherche im Vorfeld hätte Ihre „Liste deutscher Goldschmiede mit Fairtrade-Gold im Sortiment“ deutlich erweitert!

    Horst Zipp
    Online Marketing
    höllwerk – Schmuck & Design
    http://www.hoellwerk.com

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