H&M löst mit rassistischer Werbung Twitter-Shitstorm aus

H&M Werbung Rassismus
Foto: Screenshot Twitter (Atommoehre)

Ein Foto aus dem Online-Shop von H&M sorgt aktuell für einen Shitstorm im Netz. Das Foto zeigt einen kleinen schwarzen Jungen mit einem Pullover, auf dem eine fragwürdige Botschaft steht. H&M hat inzwischen auf die Rassismus-Vorwürfe reagiert.

Auf den ersten Blick zeigt das Foto im britischen Online-Shop einfach einen kleinen schwarzen Jungen, der einen grünen Kapuzenpullover trägt. Schaut man jedoch genauer hin, erkennt man, weshalb H&M mit diesem Pulli für einen heftigen Shitstorm im Netz sorgte.

Auf dem Pulli steht: „coolest monkey in the jungle“ – der coolste Affe im Dschungel. Auf Twitter und anderen sozialen Medien lösten diese Worte Empörung aus. So tweetete beispielsweise der US-Fernsehschauspieler Karamo Brown: „@ H&M das ist ekelhaft und unverantwortlich. Ihr wisst das Rassisten in der Geschichte den Begriff „Affe“ nutzten, um Menschen mit afrikanischer Abstammung zu erniedrigen.“

Das Bild von H&M ist kontrovers

Brown und viele andere User auf Twitter beziehen sich auf die lange Geschichte von Diskriminierung, Rassismus und Apartheid gegenüber Schwarzen – in den USA und weltweit. Schwarze Menschen wurden nicht nur als „Affen“ oder ähnliches bezeichnet, in „Völkerschauen“ oder Menschenzoos wurden sie sogar wie Tiere ausgestellt. Ein Bild aus einem solchen Zoo zeigt folgender Tweet:

Mehr Pullover der Kollektion

In diesem Zusammenhang hat H&M mit der Werbung ziemlich daneben gegriffen – vor allem wenn man weitere Teile der Kollektion betrachtet. Während der schwarze Junge den Pulli mit der Aufschrift „Coolster Affe im Dschungel“ trägt, steht auf dem Pullover des weißen Jungens „Überlebensexperte“.

H&M entschuldigt sich

Inzwischen hat H&M auf die Kritik und die Rassismus-Vorwürfe reagiert. Der Modekonzern entfernte die Werbung und eine Sprecherin entschuldigte sich bei allen, die sich durch die Werbung gekränkt fühlten.“

Auch wenn der rassistische Unterton der Werbung laut H&M nicht beabsichtigt war – einem internationaler Großkonzern sollte so etwas nicht passieren. Einem der zahlreichen Marketing- und PR-Strategen hätte auffallen müssen, wie unpassend das Werbebild ist. Der Musiker „The Weeknd“ kündigte als Reaktion auf das Foto an, seine Zusammenarbeit mit H&M zu beenden.

Bei H&M und anderen Modeketten läuft einiges schief

Aber auch unabhängig von dem Skandal ist H&M ein Unternehmen, bei dem man sich lieber zweimal überlegen sollte, ob man dort einkaufen will. Fragwürdige Arbeitsbedingungen und Niedriglöhne für die Näher, Billig-Wegwerfmode und Klamotten-Verbrennungen – bei H&M läuft wie bei vielen anderen konventionellen Modeketten noch einiges schief.

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(10) Kommentare

  1. „farbig“ ist als Begriff problematischer, da sich die meisten Schwarzen selbst als „schwarz/black“ identifizieren. Sich selbst als „farbig“ zu bezeichnen, ist mir noch nicht untergekommen. Der Begriff ist mir gelaeufig in Situationen, in denen Weisse sozusagen „wohlwollend“ ueber Schwarze reden. (…sage ich als jemand der als „weiss“ angesehen wird und meint, dass solche Kategorisierungen nur vorgenommen werden sollten, wenn sie in einer Situation absolut notwendig sind, d.h. in der Regel um Rassismus zu thematisieren; abgesehen von einigen wenigen medizinischen Faellen, sollte es im alltaeglichen Umgang eigentlich ueberhaupt kein Thema sein wie eine_r aussieht)

  2. die Hautfarbe als Schwarz oder Weiss zu bezeichnen hat überhaupt nichts mit Rassismus zu tun, es ist einfach ein Merkmal sowie die Augenfarbe, Harrfarbe etc.. Oder würdest du Marcel also niemanden als „weiss“ bezeichnen – beige??

  3. Ja, mittlerweile würde ich auch in der Richtung argumentieren. Allein schon, um den Schwarzen die Deutungshoheit über so ein Sweatshirt wieder zu geben.
    Aber die H&M Werbeverantwortlichen haben natürlich genau diese Verbindung hergestellt.

  4. DAS war ebenfals mein erster Gedanke! 🙂
    nach kurzem Nachdenken bin ich da nicht mehr so sicher. Vor allem weiß ich nicht, wie ich das sehen würde, wenn ich von dunkler Hautfarbe wäre und in einem Land lebend, in dem Rassismus täglich erlebbar ist.

    Besser wäre es also, wenn überall auf der Welt und für jeden dieses Bild KEIN Stein des Anstoßes wäre.

  5. Und wieder ein wohl kalkulierter Skandal, um ins Gespräch zu kommen. Seit Bennetons Soldatenwerbung ist das Schema bekannt. Erst mit einem Tabu Staub aufwirbeln und sich dann entschuldigen und den Bekanntheitsgewinn einsacken.
    Läuft.

  6. Ich fürchte, so ist es.
    Lieber schlechte Werbung als gar keine.
    Hauptsache das Produkt bzw.das Brandung ist in der Öffentlichkeit präsent..
    Nach dem Motto verfährt H&M genau so wie die AfD.
    Und wir sind durch unsere Proteste noch zu deren Handlangern geworden.
    Aber was sollen wir tun.?
    Man kann doch so etwas nicht einfach ignorieren. Dann wird wieder schweigende Zustimmung unterstellt.
    Echt mies alles.

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