Für McDonald’s, Haribo & Co.: So geschickt ködern Influencer:innen Kinder

Foto: Instagram / Simon Desue (Screenshot von Foodwatch)

Influencer:innen haben hunderttausende, manchmal Millionen von Follower:innen – und sind damit ideale Werbepartner für Unternehmen. Problematisch wird es, wenn sich die Accounts vor allem an Kinder richten. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat solche Accounts analysiert und warnt vor gesundheitsschädlicher Werbung.

Foodwach nennt sie „Junkfluencer“: Social-Media-Persönlichkeiten, die über ihre Accounts für fettiges Essen und Süßigkeiten werben – und damit vor allem Kinder und Jugendliche erreichen. Bezahlt werden sie von Konzernen wie McDonald’s, Coca-Cola, Haribo oder Coppenrath & Wiese. Die Organisation hat sich genauer angesehen, wie Influencer:innen ungesunde Produkte vermarkten – und einen fast 50-seitigen Bericht dazu veröffentlicht.

Cola, Fast-Food und Gummibärchen auf Instagram

Foodwatch identifizierte für den Bericht zunächst die 20 bei Kindern und Jugendlichen beliebtesten Accounts – und suchte dort nach Posts mit Lebensmittel-Marketing. Die fünf auffälligsten Accounts analysierte die Organisation noch genauer: Über einen Zeitraum von mehreren Wochen begutachtete sie nach eigenen Angaben tausende Updates, Posts, Stories und Videos. Sie fand zahlreiche Beispiele für „Junkfluencer“-Werbung:

Foodwatch, Influencer, Haribo
Foodwatch, Influencer, Haribo (Foto: Instagram / Simon Desue (Screenshot von Foodwatch))

Torten-Video auf Tiktok mit einer halben Million Aufrufe

Die identifizierten Accounts haben zwischen einer und vier Millionen Follower:innen auf Instagram, Youtube oder Tiktok. Sie machen Werbung für Pizza, Gummibärchen, Donuts, Schokolade, Limos und viele ungesunde Lebensmittel mehr. Ein Video der Influencerinnen „Viktoria und Sarina“ mit einer Torte von Coppenrath & Wiese wurde allein auf TikTok mehr als eine halbe Million mal angesehen.

Zur massiven Reichweite solcher Accounts kommt das Vertrauen hinzu, dass die Influencer:innen bei ihrem Publikum genießen. Laut Foodwatch sind sie für Kinder und Jugendliche heutzutage nicht nur wichtige Idole, sondern zugleich auch „beste Freunde“. Influencer:innen vermitteln hohe Glaubwürdigkeit und haben damit einen starken Einfluss auf Kaufentscheidungen. „Mit Hilfe von Influencern senden die Unternehmen ihre Werbebotschaften an den Eltern vorbei direkt ins Kinderzimmer und auf die Handys junger Menschen“, sagt Luise Molling von foodwatch. Die können damit Fehlernährung und Fettleibigkeit bei den jungen Follower:innen fördern, befürchtet Foodwatch.

Die Organisation fordert deswegen gesetzliche Beschränkungen bei Influencer-Marketing, das sich an Kinder richtet. Foodwatch hat außerdem eine Petition gestartet, in der sie Coca-Cola, Mondelez, McDonald’s, Coppenrath & Wiese und Haribo dazu auffordert, auf „Junkfluencer“-Marketing zu verzichten. (Hier geht’s zur Petition)

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