Irland verbietet Fracking

Foto: CC0/pixabay/jwigley

Irland wird das dritte Land in Europa, das Fracking offiziell verbietet. Das irische Parlament hat vor kurzem ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. Irische Umweltorganisationen feiern das Verbot als historischen Sieg.

Beim Fracking wird ein Gemisch aus Wasser und Chemikalien mit hohem Druck in tiefe Gesteinsschichten gepumpt, um Gas und Ölvorkommen aus den Gesteinsschichten fördern. Das Verfahren hat jedoch einen hohen Preis: Fracking verunreinigt Grundwasser mit Chemikalien, verbraucht extrem viel Wasser und setzt Methan frei.

Irland hat deswegen nun ein Verbot von Fracking beschlossen. Ende Juni hatten beide Häuser des Parlaments das Verbot mit großer Mehrheit befürwortet. Am 6. Juli unterzeichnete Präsident Michael D. Higgins das Gesetz offiziell.

Mehr Informationen zu Fracking und den Gefahren in unserem Beitrag „Fracking: keiner will es, doch keiner will es verbieten“

Irisches Verbot nur für Fracking an Land

Irische Umweltorganisationen und Abgeordnete sprechen von einem „historischen Sieg“. Zahlreiche Organisationen hatten jahrelang mit verschiedenen Kampagnen vor den Risiken von Fracking gewarnt.

Im vergangenen Jahr reichte Tony McLoughlin (ein Abgeordneter der irischen Volkspartei Fine Gaeldann) dann den Gesetzesentwurf für das Verbot ein.

Das Fracking-Verbot in Irland bezieht sich allerdings laut der irischen online-Nachrichtenplattform „The Journal“ nur auf Fracking an Land. Fracking vor der Küste sei weiterhin erlaubt. Abgeordnete der Opposition hätten versucht, das sogenannte „Offshore-Fracking“ ebenfalls mit in das Gesetz aufzunehmen – sie seien damit jedoch bereits im Unterhaus gescheitert.

Fracking-Verbote in anderen europäischen Ländern

Umfassende Fracking-Verbote gibt es in der EU bislang nur in Frankreich und Bulgarien. In Deutschland ist lediglich kommerzielles Fracking unzulässig. Erlaubt sind hingegen Probebohrungen zu wissenschaftlichen Zwecken.

2021 will der Bundestag erneut prüfen, ob das Verbot von kommerziellem Fracking beibehalten wird.

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(4) Kommentare

  1. Ich nehme mal an, die USA werden Irland zu diesem Beschluss ausdrücklich gratuliert haben. Denn so gibt es wieder etwas weniger Konkurrenz und man selbst verdient mit Fracking mehr Geld. Wir Verbraucher bezahlen ein geringeres Angebot allerdings immer mit höheren Preisen. Das mag den gutverdienenden Gutgrünen wenig interessieren, die Mehrheit der Bevölkerung allerdings schon.

  2. Oh je, sehen Sie doch mal nach, wie viel des in den USA gefrackten Das und Öl in Ländern außerhalb der USA landen! Dann überlegen Sie sich noch einmal Ihren Beitrag!
    MfG Kafka

  3. Also die USA sind dank Frackings zum größten Gasproduzenten der Welt geworden und fluten den Weltmarkt damit, was in den USA und weltweit zu einem massiven Preisverfall bei Gas geführt hat. Uns Verbraucher her hat dies unzählige Milliarden erspart. Und durch die Ausbeutung von Schieferöl durch Fracking in den USA, war die OPEC gezwungen, einen massiven Preisverfall am Ölmarkt hinzunehmen, in der Hoffnung, damit die Frackingunternehmen in den USA in den Ruin zu treiben. Auch hier sparen wir Verbraucher Unmengen Geld.

    Wenn Irland nun das Angebot verringert bzw. nicht ausweitet, führt dies zu einem Preisanstieg bzw. geringerem Preisrückgang. Davon profitieren Öl- und Gasproduzenten in allen Ländern. Das Nachsehen haben wir Verbraucher, die das bezahlen müssen.