Fracking: die wichtigsten Fakten zur umstrittenen Gasförderung

Fracking Erdgas Förderung Deutschland USA
Illustration: Miro Poferl

Fracking ermöglicht den Zugang zu bisher unerreichbaren Erdgas-Vorkommen. Die Industrie sieht darin wirtschaftliche Chancen, Umweltverbände warnen vor unkontrollierbaren Risiken. Wir erklären, was es mit Fracking auf sich hat, welche Gefahren dabei entstehen und was hinter dem neuen Gesetz für Fracking in Deutschland steckt.

Erdöl und Erdgas, die magischen Zutaten der Industriellen Revolution, gehen langsam zur Neige. Immer waghalsigere Manöver werden unternommen, um an die noch verbliebenen Vorräte heranzukommen.

Im Gassektor ist ein Verfahren in aller Munde, das ungeahnte (Druck-)Wellen wirft. Hydraulische Frakturierung, auf englisch „Hydraulic Fracturing“ oder kurz Fracking, heißt das Zauberwort, das Energiekonzernen Geld in die Taschen spült, die Politik spaltet und Bürger verunsichert.

Was ist Fracking?

Beim Fracking wird eine Flüssigkeit, das sogenannte Fracfluid, mit enormem Druck in eine Gesteinsschicht gepumpt. Dadurch entstehen Risse im Gestein, in denen sich im Fracfluid enthaltener Sand ablagert. Die kleinen Sandkörner halten die Risse geöffnet, durch die nach dem Abpumpen des Fracfluids Stoffe ausströmen können, die im Gestein eingeschlossen waren. Das mit Fracking förderbare Erdgas ist nicht in einer großen Blase unter einer undurchlässigen Schicht eingeschlossen, sondern in kleinen Teilen in einer porösen Schicht verteilt. Dieses sogenannte unkonventionelle Erdgas galt bis vor zwei Jahrzehnten noch als sehr schwer erschließbar.

Fracking Infografik Erklärung Risiken Gefahren

Seit wann gibt es Fracking?

Fracking wurde bereits in den 1940er Jahren entwickelt. Doch erst in den 1970er Jahren interessierte man sich wieder für das damals noch schwierige und wenig produktive Verfahren. Den großen Fracking-Boom gab es in den 2000er Jahren, weil die Ressourcenknappheit und neue Technologien das Geschäft rentabel machten. Mit dem Erdgas-Fracking tun sich für Energiekonzerne ungeahnte Möglichkeiten auf.

Gefahren des Fracking

Mittlerweile gibt es einige Detailstudien und wissenschaftliche Veröffentlichungen, in denen Schadensereignisse dokumentiert und Kontaminationen nachgewiesen wurden. Dazu gehört auch die im Jahr 2015 veröffentlichte Studie „Fracking – eine Zwischenbilanz“ der Energy Watch Group, einem internationalen und unabhängigen Netzwerk von Wissenschaftlern. Trotz der erheblichen Risiken und Umwelteinwirkungen des Frackings wird vor allem in den USA weiter fleißig vollgepumpt, aufgebrochen und abgezogen. Bisher haben sich vier hauptsächliche Risikofaktoren gezeigt, auf die wir im Folgenden eingehen.

1. Chemikalien

Obwohl die Energiekonzerne gerne betonen, dass das Fracfluid zu 98 Prozent aus Wasser und Sand besteht, halten sie sich über die restlichen zwei Prozent gerne bedeckt. Diese setzen sich nämlich aus einer Reihe von Chemikalien und Schmiermitteln zusammen. Einige von ihnen sind giftig und sogar krebserregend und dürfen auf keinen Fall ins Trinkwasser gelangen. Die größte Gefahr geht dabei nicht von der Frakturierung an sich aus, sondern von unsicher gelagerten Abwässern nach der Bohrung.

Die Firmen pochen weiterhin auf den geringen Prozentsatz. Beachtet man jedoch, dass bei einer einzigen Frakturierung ungefähr zehn Millionen Liter Fracfluid in das Bohrloch gepumpt werden, dann summieren sich zwei Prozent zu ca. 200.000 Litern Chemikalien pro Frac. Von diesen wird nur ein Bruchteil wieder abgesaugt. Bei einer Bohrung in Niedersachsen konnte der Mineralölkonzern ExxonMobil nur etwa 30 Prozent des Fracfluid wieder zurückholen. Zigtausende Liter Chemikalien sind damit wohl für immer im Boden unter Niedersachsen verteilt.  Was damit passiert, weiß niemand.

2. Gasaustritte

In den USA, wo Fracking schon seit einigen Jahren im großen Stil praktiziert wird, hat sich in der Nähe von Bohrlöchern vermehrt Methangas im Trinkwasser angesammelt. Stellenweise war die Konzentration so hoch, dass aus der Wasserleitung ein explosives Gemisch ausgetreten ist, das man schon mit einer Zigarette hätte entflammen können. Mögliche Gründe dafür sind laut Untersuchungen undichte Stellen in den zementierten Rändern der Bohrlöcher oder Risse vom Fracturing, die bis zum Grundwasser führen.

3. Erdbewegungen

Erdbewegungen sind gleich doppelt gefährlich. Zum einen können die seismischen Messungen im Vorfeld der Bohrungen sowie das Fracking selbst Verwerfungen in den Gesteinsschichten hervorrufen. Grundwasser wird möglicherweise verschmutzt, Hohlräume stürzen ein. Es besteht die Gefahr, dass ehemals undurchlässige Schichten porös werden und unter ihnen eingeschlossene Stoffe freisetzen.

Zum anderen können natürliche Erdbewegungen in einem bereits erschlossenen Fracking-Gebiet vormals sichere Bohrlöcher undicht werden lassen. Ehemals unter festem Fels versiegelte Schieferschichten erhielten eventuell einen Zugang zu höheren Schichten und dem Grundwasser. Aufgestautes Fracfluid und Erdgas fände mitunter seinen Weg zurück an die Oberfläche.

4. Treibhausgas

Beim Transport und bei der Förderung von Erdgas gelangt Methan durch undichte Stellen (Leckagen) in die Atmosphäre. Zu den Leckagen gehören sowohl undichte Ventile und Pipelines als auch das unvollständige Abfackeln von Erdgas, das bei der Erdölförderung als Nebenprodukt anfällt. Das Problem: Methan hat ein etwa 100-mal wirksameres Erderwärmungspotential als Kohlenstoffdioxid (CO2) – und trägt somit maßgeblich zum Klimawandel bei. Die US-Umweltbehörde EPA stellte fest, dass die Öl- und Gas-Industrie im Jahr 2013 mit 29 Prozent mehr zu den Methan-Emissionen der USA beigetragen hat, als die Rinderzucht (mit 26 Prozent).

Fracking in Deutschland

Bisher ist Fracking in Deutschland ungefähr 320-mal durchgeführt worden, allerdings nur selten im Zusammenhang mit Erdgas. Fracking wird nämlich schon seit längerer Zeit für Grundwassergewinnung und Geothermie-Bohrungen eingesetzt. Der Konzern ExxonMobil führt 2008 in Niedersachsen Probebohrungen und Fracs für die Erdgas-Gewinnung durch. Als jedoch 2010 das Thema vermehrt in den Medien auftauchte und sich in der Bevölkerung breiter Widerstand regte, stellte der Konzern seine Erdgas-Frackings bis auf Weiteres ein.

Seit dem 06.08.2016 gibt es nun eine bis 2021 gültige Verordnung für Fracking in Deutschland. Diese verbietet das umstrittene unkonventionelle Fracking – zunächst unbefristet. Vier Probebohrungen sollen zu Forschungszwecken unter strengen Auflagen und mit Zustimmung der jeweiligen Landesregierung erlaubt sein. Im Gesetz außerdem festgehalten: Der Bundestag entscheidet 2021 erneut, ob das Verbot noch angemessen sei.

Konventionelles Erdgas-Fracking, das vor allem in Niedersachsen schon seit Jahrzehnten betrieben wird, bleibt generell möglich. In einigen kritischen Gebieten, in denen etwa Trinkwasser gefördert wird, darf jedoch nicht gefrackt werden.

Fracking-Gesetz ist nicht ausreichend

Der Klimaexperte Jochen Luhmann vom Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie sagt gegenüber Deutschlandfunk, dass das Gesetz an sich zufriedenstellend sei, einen Aspekt jedoch leider völlig außen vor lasse: Selbst geringe Mengen Methan, die auch beim konventionellen Fracking in die Atmosphäre gelangen, haben einen erheblichen Effekt auf das Klima. Die Verordnung verlange von der Industrie jedoch weder eine Vermeidung noch eine Verringerung der Emissionen. Zudem muss die Industrie Treibhausgase nur so lange messen, wie sie Gas gewinnt. Emissionen fallen allerdings auch danach noch an.

Seiner Meinung nach würden Unternehmen aber auf solche Regulierungen reagieren: Würden sie per Gesetz dazu angehalten, vorsichtiger bei der Förderung zu sein, würde sehr viel weniger Methan entweichen.

„Fracking ist ein sinnloses Unterfangen“

Fracking – Energiewunder oder Umweltsünde

Wer sich umfassend zum Thema Fracking informieren möchte, dem empfehlen wir das Grundlagenwerk „Fracking – Energiewunder oder Umweltsünde?“ von Energieexperte Werner Zittel. Der Autor setzt sich kritisch mit dem Thema auseinander und bringt seine Argumentation dabei auch für Laien verständlich herüber.

„Ob es modern oder gar zukunftsfähig ist, auch die letzten Reserven fossiler Brennstoffe, derer man habhaft werden kann, auszubeuten, daran scheiden sich die Geister. Entsprechend emotionsgeladen wird diskutiert, Befürworter und Gegner beanspruchen jeweils die Deutungshoheit für sich. Bei so viel Unklarheit tut fundierte Aufklärung not.“

Fundierte Aufklärung findet man in seinem Buch. Der Energieexperte beschreibt das Verfahren ausführlich und zeigt deutlich, wie gefährlich und unrentabel es ist. Denn unkonventionelles Fracking ist deutlich teurer als die konventionelle Förderung von Erdöl und Erdgas, zudem ist es riskanter für die Umwelt: Die verwendeten Chemikalien sind teils giftig, oft sogar krebserregend. Das Verfahren setzt außerdem (schwache) radioaktive Stoffe frei. Die Gifte landen im Grund- und somit im Trinkwasser.

Anhand zahlreicher Beispiele in den USA veranschaulicht er die negativen Auswirkungen des Frackings – die teilweise vermeidbar gewesen wären, hätten die Firmen sorgfältiger gearbeitet.

Nicht nur Risiken für Umwelt- und Gesundheit sprechen gegen Fracking. Zittel zeigt, dass das Verfahren nur für kurze Zeit die Möglichkeit bietet, die zur Neige gehenden Reserven anzuzapfen. Denn auch wenn die vermuteten Erdgasmengen hoch angesetzt werden – nur ein Bruchteil davon kann überhaupt gefördert werden.

Stichhaltig widerlegt er das Argument, Fracking sei als Übergang zur Energiewende immer noch der beste Weg im Vergleich zu anderen Alternativen. Denn statt den Umstieg auf erneuerbare Energien voranzutreiben, bremst er ihn aus:

„Wir wissen, dass wir bis zum Jahr 2050 etwa 80 bis 90 Prozent unserer Kohlendioxid-Emissionen reduzieren müssen. Und das geht nicht dadurch, dass wir neue Energie in die Erschließung neuer fossiler Vorkommen stecken.“

Werner Zittels Botschaft ist unmissverständlich: Fracking ist energie- und umweltpolitisch ein sinnloses Unterfangen. Sein Buch ist ein Muss für alle, die mitreden wollen in der kontroversen Fracking-Debatte.„Fracking – Energiewunder oder Umweltsünde?“ von Werner Zittel (ISBN: 978-3-86581-770-9, 224 Seiten, 19,95 Euro) ist im oekom Verlag erschienen und u. a. zu haben bei ecobookstore, buch7.

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(52) Kommentare


  1. Alles eine sehr interessante Debatte.
    Doch fassen wir die Fakten zusammen:
    1. Chemikalien werden beim Fracking in den Untergrund gepumpt
    2. Niemand kann mit 100 % Sicherheit ausschließen das unser Grundwasser verunreinigt wird.
    3. Das Anrecht auf sauberes Wasser ist nach UN ein Grundrecht
    4. Wir beuten weiterhin fossile Energien aus
    5. Mit dieser Ausbeutung leben wir heute weiterhin auf Kosten zukünftiger Generationen
    Alles Klar??!!
    Auch die Grünen nähern sich leider immer weiter den wirtschaftlichen und Ihren persönlichen Interessen an. Wo ist die geplante Rotation geblieben? Wer bleibt an der Macht ?
    Ich denke auch Sie haben Ihre Seele schon verkauft.
    Fracking nein Danke

  2. Lieber Grobschnitt,
    Auf Deiner Liste würde ich sofort jeden einzelnen Punkt unterschreiben. Können wir diese zu einer Matrix erweitern und genauso akribisch sämtliche anderen Energiearten untersuchen?
    Am sichersten scheint mir da wirklich der Heimtrainer mit eingebautem Dynamo zu sein, mit dem man nachts seine Beleuchtung am Leben erhält.
    Leider hat alles irgendwelche Vor- und Nachteile. Ein ganzheitlich funktionierendes Konzept ohne Risiken und Nebenwirkungen hat mit bisher noch keiner vorlegen können. Wer Nein sagt, muss auch guten Gewissen zu etwas anderem Ja sagen. Und das andere muss eben auch praktisch machbar sein.
    Fracking gibt es in Deutschland schon länger – ohne dass es nennenswert aufgefallen war. Man könnte genauso eine Kampagne gegen die Klima- und Umweltschäden durch Biogasanlagen fahren. Unausstehlich würde ich es empfinden, man treibt diese Republik am Ende doch wieder zur Atomkraft.

  3. „Leider hat alles irgendwelche Vor- und Nachteile.“ (Dialog114)
    Das ist ein wichtiger Satz; denn es scheint die Illusion zu geben, dass es Techniken ohne Nachteile geben könnte. Die gleiche Vorstellung gibt es ja auch hinsichtlich der Medizin: Da wird dem misstraut (statt auch hier Risiken sachlich abzuwägen), was vielen Menschen das Überleben sichert, weil der Preis eben auch Nebenwirkungen sein können.
    Auch beim fracking ist ein Kosten-Nutzenabwägung zu machen, aber nicht auf der Basis von Angst oder der Vorstellung der Mensch sei der Feind der Erde. Nicht, dass man sich eben diese Gedanken nicht machen sollte, was vertretbar ist und was weniger, aber es scheint teilweise auch eine maßlose Selbstüberschätzung des Menschen vorzuherrschen. Wir sind für die Erde so viel wie ein Mückenstich – auf eben sehr lange Sich gesehen. Die Menschheit kann natürlich die von ihr geschaffenen Landschaften oder auch Wildnis verändern, wie sie das schon sehr lange tut – auch so, aber letztlich kann er schlimmstenfalls sich selber ausrotten, aber da habe ich eher Angst davor, dass unsere doch sehr dünne zivilisatorische Kruste Risse bekommt als die Erde durch fracking. Aber vielleicht ist das ja auch die eigentliche Angst.

  4. Liebe KatharinaS,
    „Das ist ein wichtiger Satz; denn es scheint die Illusion zu geben, dass es Techniken ohne Nachteile geben könnte.“ Der Satz ist noch viel wichtiger!
    Danke!

  5. @dialog 114: „Fracking gibt es in Deutschland schon länger – ohne dass es nennenswert aufgefallen war“. Dieses Argument gab es auch schon weiter oben, ohne dass es nenneswert überdacht war. Dass die neueren Technologien unter dem Namen „Superfracking“, duie sich auf unkonventionelle Erdgaslager beziehen, nicht mit den in Deutschland bisher eingesetzten konventionellen Verfahren in einen Topf gehören, hat mich an Deinen Begründungsversuchen für rückhaltlose Prinzipienlosigkeit schon vor Wochen gestört, aber entsprechen de Hinweise verpuffen offensichtlich, und so dreht sich die Diskussion hier im Kreis. Kann man vielleicht auch Turbinen mit betreiben, mit dieser Kreisbewegung, und daraus Energie gewinnen…

    • Bevor wir ganz in unsachliche abdriften, hier die Quelle meiner Ausführungen (Staatliche Geologische Dienste zu den Fracking Studien vom 5.4.2013):

      „Einsatzbereiche für Fracking
      In folgenden Haupt-Einsatzbereichen wird die Frac-Technologie angewandt:
      (1) Die Gewinnung von Kohlenwasserstoffen aus Tight Gas-Lagerstätten findet in Deutschland bereits seit vier Jahrzehnten mithilfe von bisher etwa 300 Einzel-Fracs statt, so dass bei den mit diesen Vorhaben befassten Behörden umfängliche Erfahrun-gen vorliegen.
      (2) Bei der Erkundung und ggf. späteren Erschließung von Erdgas-Vorkommen in dich-ten Tongesteinen (Schiefergas) wird die Frac-Technologie aufgrund der hydraulischen Gesteinseigenschaften eingesetzt. Aktuell existiert ein Standort in Deutschland (Bohrung „Damme 3“ in Niedersachsen) wo mittels Fracking die Erkundung einer Schiefergas-Lagerstätte begonnen wurde.
      (3) In der tiefen Geothermie wird Fracking zur Erschließung von sogenannten petrother-malen Geothermielagerstätten und zur Verbesserung der Durchlässigkeit in hydro-thermalen Systemen eingesetzt. Dabei wurden bisher i. d. R. weniger und andere Chemikalien verwendet als bei der Er-schließung von Erdgas-Lagerstätten.
      Ob bei der Erkundung und/oder Erschließung von Kohleflözgas die Frac-Technologie erforderlich und zum Einsatz kommen wird, ist derzeit offen.“

      Also Fracking ist eine altbekannte Technologie. Neu an der Sache ist die Anwendung dieser Technologie in Schiefergesteinen. Fracking wird auch bei tiefen Geothermiebohrungen eingesetzt.
      Ich möchte hier klarstellen, dass ich grundsätzliche Probleme mit dem Fracking habe, möchte es aber irgendwie schaffen, hier im Forum Sachliches zu erfahren und nicht hysterisches bla bla, das mich argumentativ nicht weiterbringt! Die Verwendung von Chemikalien richtet sich nach der Beschaffenheit im Untergrund und ist kein spezielles Problem nur der Schiefergasgewinnung. Also bitte dann auch Fracking bei der Geothermie auf den Prüfstand stellen.

      • Mir ist nicht bekannt, dass hier jemand gegen die Überprüfung von fracking-Verfahren in der Geothermie Einwände erhoben hätte. Du kämpfst da gegen Windmühlenflügel. Die Behauptung, fracking sei altbekannt und man kenne somit auch die Risiken, wird durch Wiederholung nicht wahrer. Die Pyramiden wurden mit Steinklötzen erbaut, die auf Holzstämmen rollten. Daraus zu schlussfolgern, Rollen sei eine altbekannte Technologie und daher würden durch Milionen von Autos auf deutschen Straßen keine neuen Sachverhalte entstehen, weil ja alle rollen, ist nicht zielführend.

        Für Fortbildungsinteresse verweise ich auf das Gutachten der NRW-Regierung zum Fracking, das im Herbst 2012 vorgelgt wurde und schon in der Kurzfassung (74 Seiten) viel Infos enthält:
        http://www.umwelt.nrw.de/umwelt/pdf/gutachten_fracking_nrw_2012.pdf

      • Hallo Klangengel, ich lese mir gern das Gutachten durch. Nur um auf den Kern der Sache zu kommen: Diskutieren wir hier eigentlich über den Eingangsartikel?
        Dazu stelle ich fest: Die befürchteten Umweltauswirkungen beziehen auf Fracking beim Einsatz der Ausbeutung bestimmter Erdgaslagerstätten.
        2 Komplexe werden als Umweltrisiken angegeben: a) Das Fracken selber mit dem Einsatz von Chemikalien b) das Problem der Gasverdrängung usw. in höhere geologische Schichten.
        Für die Beurteilung von Punkt a) müsste man mit meinen Ausführungen zunächst weiter kommen.
        Zu Punkt b) bin ich weiter auf der Suche nach Antworten.
        Nach meinen Erkenntnissen diskutieren wir hier aber über Tiefen von mehr als 1000 m. Je nach Deckgebirge dürften sich zur Beurteilung der Risiken unterschiedliche Problemlagen ergeben, die man nach gewissenhafter geologischer Beurteilung auch einschätzen kann.
        Das bedeutet keinen Freifahrtschein, bedeutet aber auch keine Verteufelung. Ich mag mich in der Sache ungern wiederholen, würde jedoch nach wie vor das Risiko weniger bei unauffälliger Tektonik und „dichten“ Deckschichten sehen als in der Nähe von Bruchzonen oder klüftigen Deckgebirgen. Also Fracking im Oberrheingraben oder auch in Norddeutschland in der Nähe der Salzstöcke spontan eher „Nein danke“ in der Münsterländischen Bucht in mehr als 1000 m Tiefe zu einem „vielleicht“ neigen.

      • Noch mal zu Klangengel, nachdem ich die von Dir empfohlene Studie gelesen habe: Ich kann das, was dort ausgeführt wird steht nur voll unterstreichen. Wo Du in der Studie einen Widerspruch zu meinen Äußerungen siehst, kann ich nicht nachvollziehen. Magst Du mich da bitte noch aufklären??

  6. @klangengel
    Der Einzige, der sich hier dreht ist dialog114, und diese „Dreher“ gibt es zu allen Themen in allen Foren. Deshalb nicht verzweifeln :-))

    • Hehe, ich habe kein Problem mit Sachargumenten und bin da auch gerne lernfähig. Warum also jetzt persönlich werden?
      Jemand der gewohnt ist, sich abseits vom Mainstream schlau zu machen und dann seine Erkenntnisse austauschen will, als Troll zu bezeichnen, ist schon etwas diskriminierend.

  7. Nun, wer sich mit dem Fracking etwas näher beschäftigt und den Grund warum Herr altmeier diesen Entwurf gegen seine Überzeugung nunn doch vorgelegt hat, der versteht was Geld alles in der Lage ist zu bewerkstelligen. Nein nicht Geld, dass er genommen haben könnte, nei, das Lobbygeld, dass die Politik, vor allem die blau-gelbe, beeinflusst ist der Casus Cnactus. In den USA und Kanada wird mit Fracking auch schon nach Öl gesucht, bzw. Ölschlamm gewonnen., das was dann überbleibt übersteigt an Natur die Umweltzerstörung des Braunkohleabbaus um Lichtjahre, die versuchen wenigstens etwas wieder zu renaturieren, aber die in nordamerika die haben leider nur die Dollars in den Augen und weniger ein Gewissen. Kamentieren und meckern nützt aber nichts, sondern sich selbs informieren und nicht nur auf Schlagzeilen achten, nur dann kann man abwägen was man selbst lieber hat. Energie und kaputte Umwelt oder Umwelt und andere Energieformen…..

  8. Das ganze Thema der fossilen Brennstoffe ist doch heute eine Farce. Würde man sich ernsthaft mit der Umsetzung von Desertec beschäftigen, wären sämtliche Energieprobleme gelöst. Natürlich gibt es beim Umwandeln und dem Transport von Strom Verluste. Doch Sonnenenergie ist unbegrenzt vorhanden. Man könnte sogar gegnügend Strom für Entsalzungsanlagen produzieren und damit elementare Probleme in Afrika lösen. Aber das wird nicht gewollt. Könnte ja der heimischen Industrie und vor allem deren lobbyisten schaden.

  9. es hat noch niemand erwähnt das die eingepressten Flüssigkeiten auch alle in den darüber liegenden Erd-Schichten abgelagerten Stoffe aus der Entstehung unserer Erde herauslösen. Diese können für uns giftig sein. Selbst mit heutiger Technik kann niemand Kilometer tiefe und horizontal verlaufende Bohrungen mit dichten Rohren ausführen. Angeblich sollen die Rohre mit einer Betonummantelung ausgeführt werden, die Korrosion ,Durchrosten etc. verhindern soll, wie soll das funktionieren? Wie sollen Rohre dicht durch Grundwasserschichten geführt werden ,damit diese nicht konterminiert werden? Wer kommt für die Folgeschäden auf?
    In USA müssen die Geschädigten nachweisen das Fracking Ihre Grundwasserbrunnen vergiftet hat! George Busch hat die Rechtslage dort geändert. In USA sind viele Frackingfirmen kurz vor der Pleite weil das Öl zu billig ist. Frackingflüssigkeiten werden in offenen Becken gelagert, die bei Regen überlaufen und die Oberflächen Gewässer vergiften. Warum müssen wir allen Schwachsinn der Konzerne nachmachen?
    Wenn TTIP kommt zahlt am Ende der Staat und der Steuerzahler für alles. Die Weltkonzerne zerstören unsere Umwelt , z,B. viele Länder haben schon Trinkwassermangel weil die Flüsse und Seen von weltweit handelnden Konzernen vergiftet werden ,die nur an Profit denken.

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