Kompostieren leicht gemacht: Haushalts-Würmer statt Biomüll-Tonne

WormUp Kompost statt Biomüll in der Tonne
Screenshot: WormUp-Video

Ein Zürcher Start-up mit dem cleveren Namen WormUp hat einen Wurm-Komposter gebaut. Er recycelt Abfälle besonders effektiv – auch in einem Haushalt ohne Garten!

Jedes Jahr landen Tausende von Tonnen Bioabfall in normalen Mülltonnen. Im Allgemeinen denken die Menschen, dass wir Essensreste und Nebenprodukte wie Eierschalen, Hülsen und Rinden einfach wegschmeißen können, da die „Natur den Nahrungsmittelabfall biologisch abbaut.“ Stimmt aber leider nicht.

So beanspruchen Nahrungsmittelabfälle in den Mülldeponien den größten Raum. Das Resultat sind riesige Müllhalden, deren Betrieb Unmengen an Energie verschwendet. Andererseits produzieren diese Anlagen durch die Abfallbeseitigung eher Giftstoffe als wertvollen Kompost.

Ein Zürcher Start-up hat nun laut Meldung von codecheck.info/news ein Wurmkompostier-System für den privaten Haushalt ohne Garten entwickelt: WormUp.

WormUp: Kompostieren mit Würmern

WormUp Wurm für Kompost für den Haushalt
Der neue Untermieter? (Screenshot: WormUp-Video)

Regenwürmer recyceln jeglichen Bio-Abfall zu Bio-Dünger. Dieser ist äußerst reichhaltig. Wenn man also Kartoffelschalen, Teebeutel oder Eierschalen in die Wurmtonne gibt, fressen die Stinkwürmer (sie soll trotz des Namens nicht riechen) die Küchenabfälle und scheiden nach der Verdauung wertvollen Dünger aus.

WormUp ist im Wesentlichen ein Behälter mit Würmern. Der Behälter ist 35 Zentimeter hoch, hat einen Durchmesser von 40 Zentimetern.

Das WormUp-System zur Kompostierung
Das WormUp-System zur Kompostierung (Foto © WormUp)
WormUp kompostiert in drei Schichten
WormUp kompostiert in drei Schichten (Screenshot: WormUp-Video)

Drei Lagen hat das Wurm-Kompostsystem, das Wurmhaltern permanenten Zugang zu gutem Dünger bringt: Die Würmer fressen den frischen Küchenabfall und wandeln (die gesamte Etage) innerhalb zwei bis drei Monaten in Dünger um.

So geht das Lage um Lage. Die Würmer werden im Schnitt zwei Jahre alt. Natürlich vermehren sie sich während dieser Zeit – allerdings auf so eine intelligente Weise, dass keine Überpopulation entsteht: Der „überflüssige“ Nachwuchs stirbt nämlich ab.

Kompostieren für jeden Haushalt

WormUp ermöglicht das Kompostieren auch im Haushalt. Wenn du zu Hause kompostierst, schonst du also die Umwelt und gewinnst gleichzeitig fruchtbare Erde. Des Weiteren entsorgst du deinen Essensabfall korrekt – und besonders für Hobbygärtner ist interessant: Kompostieren spart Dünger, weil der Kompost Nährstoffe enthält, die wichtig für die Pflanzen sind. Er steigert die Bodenfruchtbarkeit und macht den Boden oder die Erde durch Humusbildung besser.

WormUp: Vor dem Kompostieren hat man Biomüll …
WormUp: Vor dem Kompostieren hat man Biomüll … (Screenshot: WormUp-Video)
WormUp: Nach dem Kompostieren gibts Humus
… nach dem Kompostieren gibts Humus. (Screenshot: WormUp-Video)

Kompostieren kannst du wohl fast alle organischen Abfälle. Das heißt Küchenabfälle, Rasenschnitt, Laub, Eierschalen, Obstreste, Schreddermaterial aus Holz, Kaffeesatz, Teebeutel und Gartenabfälle. Bei gekochten Abfällen sowie Fleisch und Knochen sollte man sich vorher informieren, was geht und was nicht. Das System von WormUp ist übrigens der Natur abgeschaut: Dort findet man die Regenwürmer nämlich meistens unter verrottenden Pflanzen oder in reichhaltigen Wiesenböden.

Die Originalmeldung stammt von Codecheck.info, das Startup findest du auf wormup.ch. Das Crowdfunding ist ausgelaufen, doch derzeit kann man noch Komposter im Vorverkauf per E-Mail bestellen, für derzeit etwa 350 CHF (Komposter, Würmer, Startsubstrat, Anleitung; Auslieferung im November). Einen Shop mit neuen Preisen soll es ab September 2016 geben.

Das WormUp-Kompostieren als Video:

Das Video zeigt sehr schön, wie Würmer Bioabfälle in Humus verwandeln:

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(9) Kommentare

  1. Es gibt in Deutschland aber z.B. wurmwelten.de, da hab ich meine Kiste her. Die haben Komplettsets oder man kann sich da selber was zusammenstellen.

  2. Die Idee ist nicht neu, und es gibt auch in Deutschland Lieferanten für so einen Indoor-Lomposter . Einfach mal nach „Regenwurmkomposter“ oder „Wurmkiste“ googeln. Oder man baut ihn ganz einfach selber, wir haben das z.B. mit ein paar Euro-Kisten gemacht.

  3. Wenn man das System nicht bekommt, geht man zum nächsten Baustoffhandel und holt sich die Sachen. Dann bohrt man Löcher hinein. Deckel und Boden kann man einfach aus dem System des Baustoffhandels nehmen oder aus OSB oder anderem wasserfesten Platten schneiden (lassen). Die Würmer kann man auch in Deutschland kaufen (Eisenia fetida).

  4. Ich habe ebenfalls eine Wurmkiste. Selbst gebaut aus Kunststoffkisten, die sich ineinander stapeln lassen. Löcher rein, fertig.
    Und es läuft: die Würmer sind munter, es riecht nicht, die Blumen auf der Terrasse und im Wohnzimmer sind happy, die Biotonne oftmals gespenstisch leer. oO

  5. Das Bioabfälle den größten Platz auf Deponien verbrauchen stimmt schon länger nicht mehr. Mit dem Vorletzten Kreislaufwirtschaftsgesetz ist es verboten Kohlenstoff (Und Bioabfall ich zum Großteil Kohlenstoff) auf Deponien abzulagern. Die Bioabfälle werden also entweder biologisch wiederverwertet (Biotonne) oder verbrannt/“Thermisch verwertet“ (Restmüll). Seit Jahren schon landet kein Biomüll in (fast ganz) Europa auf Deponien…

  6. Ich bin seit Jahren im Besitz eines Wurmkomposters. Er ist erhältlich bei „Biogarten Andermatt“ 6146 Grossdietwil. Zu beachten ist, dass die Würmer keine Eierschalen fressen, nichts Fettiges, und Zitrusfruchtschalen schaden ihnen. Sie können daran verenden. Es ist eine tolle Sache, wie meine Würmer für mich arbeiten.

  7. an sich eine tolle Idee, aber der Preis ist angesichts der Simplizität des Produkts meiner Meinung nach schon echt abgehoben.

    Ich bleib da wohl bei einer DIY- Lösung nach dem gleichen Prinzip aus 3 Joghurt-Eimern. Funzt – und Kosten dafür: 0,0€ !

    ( Würmer aus m Garteneigenen Kompost – > v.a. Foetida.. )

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