Kompost anlegen: kostenloser Dünger für den Garten

Kompost und Komposter zum Kompostieren
Foto: "Compost:turned" von Shawn Campbell unter CC-BY-2.0

Kompost kann jeder: Organische Abfälle ökologisch verwerten und dabei Geld sparen ist nämlich eigentlich ganz einfach: Utopia gibt Tipps, wie du selber Kompostieren und so eine eigene „Recyclinganlage“ im Garten aufziehen kannst – mit Dünger als Gewinn.

Wer Stauden und Gehölze schneidet, verblühte Blumen aus den Beeten zupft oder Gemüse schnippelt, sollte die Abfälle am besten auf dem eigenen Kompost entsorgen.

Ein solcher Kompost ist praktisch, ökologisch und macht ziemlich wenig Arbeit. Du wirfst einfach deine organischen Abfälle auf den Komposthaufen – die restliche Arbeit übernehmen dann Regenwürmer, Asseln sowie Milliarden von Mikroorganismen. Sie fressen sich durch die angehäuften Abfallschichten und verwandeln die Pflanzenreste im Komposter in Humuserde.

Kompostieren ist also angewandter Naturschutz. Und mit einem Kompost kannst du auch Geld sparen. Denn: Die organischen Abfälle werden nicht nur umweltfreundlich verwertet, sie kommen später als wertvoller Dünger ganz kostenlos wieder in in deinem Garten zum Einsatz.

Kompost anlegen – so gehts im eigenen Garten:

Komposter: Wo aufstellen?

Gartenabfälle können in einem speziellen Komposter oder einfach auf einem Haufen aufgeschichtet werden. Wichtig: Der Kompost muss immer auf einem ebenen, naturbelassenen Gartenboden angelegt werden, damit die Kleinstlebewesen problemlos einwandern können. Außerdem sollte er vor extremer Sonne, Dauerregen und Wind geschützt sein.

Was kannst du kompostieren?

Ein Komposthaufen braucht abwechslungsreiche Kost. Dabei kommt es auf die richtige Mischung von groben Materialien, wie Geästteile, Heckenschnitt oder Stroh und feinen Materialien, wie Laub, Blumen oder Rasenschnitt an. Je bunter das Material ist, um so wertvoller wird der Kompost später sein. Tolle Liste hier: 75 Dinge, die du kompostieren kannst.

Wie arbeitet ein Komposter?

Kompost im Komposter hilft beim Kompostieren und bringt Dünger für den Garten
Einen Kompost kann auch der kleinste Garten (Foto: © airborne77 - Fotolia.com)

Grundlage eines Komposthaufen ist eine dicke Schicht aus dünnen Ästen oder Reisig, damit sich später keine Staunässe bildet und der Kompost genügend Luft bekommt. Auf dieser durchlässigen Grundlage sollten dann möglichst feinere oder feuchte Abfälle abwechselnd mit groben oder trockenen Materialien übereinander geschichtet werden. Achtung: Sind die Portionen zu groß, können sie von den Mikroorganismen nur schwer verdaut werden. Eine Schicht aus fertigem Kompost hilft, um die Verwertung schneller in Gang zu bringen.

Wann ist der Dünger fertig?

Nach sechs Monaten enthält der Frischkompost noch viele grobe Teilchen, hat eine hohe Düngewirkung und eignet sich als Bodenverbesserer für robuste Kulturen oder im Herbst als Bodenabdecker auf abgeräumten Beeten. Nach neun bis zwölf Monaten kann der so genannte Reifekompost als Dünger für alle Pflanzen verwendet werden. Achtung: Zur Anzucht junger Pflanzen sollte Kompost immer nur als Mischung verwendet werden.

Was darf nicht in den Kompost?

Es gibt auch Stoffe, die zwar verrotten, für den Komposter jedoch schwer verdaulich oder schädlich sind oder ungebetene Gäste wie Ratten anlocken können. Draußen bleiben sollten daher: buntes Papier und Pappkartons, gespritzte Obstschalen, gekochte Essensreste, Öle und Fette in größeren Mengen, Fleisch-, Fisch- und Knochenabfälle, Straßenstaub, Asche oder mit Schädlingen befallene Pflanzen.

Du bist Gartenliebhaber und hast noch weiteres Tipps und Tricks in Sachen Komposthaufen auf Lager? Dann tausch dich aus: in der Utopia-Gruppe Garten!

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(11) Kommentare

  1. Wunderbar, genau so mache ich es auch. Eine kleine Hilfe kann man sich noch mit den
    EM´s (effektiven Mikroorganismen) schaffen. Die helfen mit, den Zersetzungsprozess zu
    beschleunigen. Weiteres Info-Material bekommt man bei http://www.emiko.de
    Einen schönen Abend

  2. Hallo

    Besten Dank für die verschiedenen Tipps. Offenbar mache ich Vieles ganz ordentlich.

    Eine Frage habe ich dennoch: Weshalb gehört Asche nicht auf einen Kompost?

    Freundliche Grüssen

    Hans-Peter

    • Salü, das ist generell gar nicht so, dass sie dort nicht drauf gehört. Kommt auf die Mengen an. Schadet in kleinen Mengen nicht im Kompost, sondern kann recht nützlich sein! In zu grossen Mengen macht sie aber den Kompost zu alkalisch und kann meines Wissens auch einen verhältnismässigen Kalium-Überschuss bewirken.

  3. Hallo zusammen, besten Dank für die beiden Tipps. Ich bin sicher, dass die Qualität des verbrannten Holzes keine Wünsche offen lässt. Die Herkunft ist mir bekannt. Deshalb muss ich wohl eher schauen, dass es nicht zuviel ‚des Guten‘ ist.

    • Ist dir auch die Herkunft der Luft und des Wassers, welche die Bäume zu Lebzeiten zu sich genommen haben bekannt?
      Erst dann kannst du dir sicher sein, das keine Schwermetalle drin sind.

    • Gemäß umfangreicher Untersuchungen in NRW ist die dortige Holzasche mit Schwermetallen, insbesondere mit Cadmium, belastet.
      Bei Pellet-Asche variiert der Anteil von Schwermetallen zwar stark (ca. um den Faktor 10),
      doch erfüllt sie im Durchschnitt nicht die gesetzlichen Vorgaben für Düngemittel.
      Im Gartenbau ist folgendes lt. Bodenschutzrecht erlaubt:
      19g durchschnittlich belastete Pelletasche / m² / Jahr darf im Gemüsegarten ausgebracht werden (das ist nicht besonders viel).
      In Kärnten (Österreich) ist für Haus- und Kleingärten folgendes erlaubt:
      Max. 100g Pelletasche / m² / Jahr.
      Das ist ca. 5 mal soviel wie in NRW. Vielleicht ist das Holz dort auch weniger stark kontaminiert als in NRW. Oder traut den dortigen Gartenbesitzern eine größere Resistenz gegen Schwermetalle zu?
      Für andere Aschearten als Pellet-Asche gilt ähnliches.
      Woher stammen die Schwermetalle im Holz?
      Die Böden in Deutschland sind relativ stark mit Schwermetallen angereichert („verseucht“, sollte ich wohl besser sagen), was sich leider auch nicht mehr so schnell ändern wird.
      Einer der Hauptgründe dieser Belastung liegt darin, daß fortschrittsgläubige und wachstumsbegeisterte Politiker unseres Wirtschaftswunderlandes es im Verein mit der Industrie lange Zeit für unnötig hielten, Kohlekraftwerke, MVAs und andere Industrieanlagen mit Abluftfiltern auszustatten, weil das ja Geld gekostet hätte. Irgendwann fing man dann damit an, höhere Schornsteine zu bauen, um entsprechend demokratischer Grundprinzipien die Belastung mit Luftschadstoffen gerechter über die Gesamteinwohnerschaft zu verteilen. Als dann – ganz überraschend ! – kein einziger bundesdeutscher Staatsbürger mehr ohne veritable Cadmiumkonzentrationen im Blut anzutreffen war, dämmerte es selbst einigen Politikern, daß die bisherigen Aussagen der Industrie zum Schadstoffgehalt ihrer Abgase wohl etwas zu optimistisch gewesen waren. Daraufhin wurden die Grenzwerte verschärft und in zunehmendem Maße Abluftfilter installiert.
      Für die Schwermetallbelastung der Waldböden kam diese Maßnahme allerdings viel zu spät.
      Wer das alles nicht glaubt, kann ja folgenden Link anklicken. Dort findet er zumindest die Information, daß Holzasche doch nicht so gut für den eigenen Gemüsegarten geeignet ist, wie man das früher immer gemeint hatte:
      http://www.bavweb.de/abfallberatung/abfalltipps/holzasche-gehoert-in-den/

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