Dieser Verein verschenkt Mini-Wohnboxen an Obdachlose

Obdachlose Little Home
Foto: © Little Home (Facebook)

Im Winter ist die Kälte für viele von uns unangenehm – für Obdachlose kann sie lebensgefährlich werden. Der Verein „Little Home“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihnen zu helfen: Er verschenkt rollende Mini-Häuser an Menschen, die auf der Straße leben.

Die kleinen Wohnboxen aus Holz sind nur 3,2 Quadratmeter groß und mit dem nötigsten ausgestattet: Im Inneren steht ein Regal, eine kleine Arbeitsfläche mit einer Wasch- und Kochstelle, eine Campingtoilette, eine Matratze, ein Feuerlöscher sowie ein Erste-Hilfe-Set.

Die Little Homes sind jeweils auf 3,5 Europaletten aufgebaut, dank Rollen am Boden lassen sie sich verschieben. Die Boxen sollen Obdachlosen ein Zuhause geben: Einen Platz, an dem sie vor Nässe und Kälte geschützt sind und an dem sie ihre Habseligkeiten lagern können, ohne die ständige Angst, dass sie bedroht oder bestohlen werden – so beschreibt Little Home die Grundidee der kleinen Häuser.

Häuser für über 30 Obdachlose

Was ursprünglich als kleines Ein-Mann-Projekt begann, hat sich inzwischen stark vergrößert: Bis heute konnte Little Home bereits über 30 Mini-Häuser in Köln, Berlin, Frankfurt am Main, Hamm und Nürnberg fertig stellen und an Obdachlose verschenken. Weitere Städte sollen folgen, konkrete Pläne gibt es zum Beispiel für Hamburg, Leipzig und München.

Wer eine Wohnbox bekommt, ist dabei streng reglementiert: Little Home versucht die Häuschen nur an Obdachlose zu vergeben, die keine Alkohol- oder Drogensucht haben. Auch offene Strafakte sind ein Ausschlusskriterium.

Wo können Obdachlose die „Little Homes“ abstellen?

Damit sie keine Baugenehmigung benötigen, müssen die Häuser innerhalb von 90 Tagen um mind. 100 Meter verrückbar sein – daher die Rollen an den Wohnboxen. Grundsätzlich dürfen die Mini-Häuschen nur auf Privatgelände stehen.

Die Idee stammt von Gründer Sven Lüdecke. Er hatte im Fernsehen einen Beitrag über einen amerikanischen Architekten gesehen, der kleine Häuser aus Sperrmüll für Obdachlose baute. Von dem Konzept inspiriert begann er selbst, erste Wohnboxen zu bauen.

Kosten für die Mini-Häuschen

Die Materialien für die ersten beiden Häuser zahlte Lüdecke noch aus eigener Tasche. Inzwischen werden die Häuser durch Spenden finanziert. Die Kosten pro Haus belaufen sich laut Webseite des Vereins auf etwa 650 Euro. Unterstützt wird der Verein auch durch freiwillige Helfer, die die Wohnboxen bauen oder Materialien wie z.B. Matratzen beisteuern.

Anmerkung der Redaktion: Gegen den Gründer von Little Home läuft derzeit ein Ermittlungsverfahren wegen Verdacht der Untreue. Lüdecke wird vorgeworfen, nicht sorgsam mit Spendengeldern umzugehen. Lüdecke selbst bestreitet die Vorwürfe und geht davon aus, dass die Anzeigen wieder fallen gelassen werden. Wir haben uns trotz des laufenden Verfahrens dazu entschlossen, über Little Home zu berichten. Denn die Idee der Mini-Häuser für Obdachlose halten wir für sinnvoll und wir wollen helfen, sie zu verbreiten.

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