Öko-Test: Luftbefeuchter sind oft Bakterien-Schleudern

Luftbefeuchter
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Luftbefeuchter sollen das Raumklima verbessern und trockene Heizungsluft ausgleichen. Doch Öko-Test warnt: Viele Raumluftbefeuchter pusten nicht nur Wassertröpfchen, sondern auch Bakterien in die Luft. Nur jedes dritte Gerät überzeugt.

Die richtige Luftfeuchtigkeit ist wichtig für unsere Gesundheit: Sinkt die Feuchtigkeit in den Räumen auf unter 20 Prozent, trocknen die Schleimhäute aus und wir werden anfälliger für Krankheitserreger und Infekte. Denn feuchte Luft bindet Staub, der sonst Hals und Augen reizt.

Ideal ist daher laut Experten eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 50 Prozent. Luftbefeuchter helfen dabei, versprühen aber oft Bakterien. Bei Öko-Test haben fünf von neun geprüften Geräten Bakterien in die Luft gepustet – mit welchen Folgen für die Gesundheit, ist unklar.

Zwei Luftbefeuchter überzeugen im Öko-Test

Luftbefeuchter gibt es in verschiedenen Varianten: Verdampfer, Verdunster und Ultraschallzerstäuber kommen am häufigsten vor.

Die Zerstäuber pusten am meisten Bakterien in die Luft, so das Fazit. Sie stammen aus dem Leitungswasser und bilden sich, wenn das Wasser längere Zeit im Behälter steht.

Am besten schneiden zwei Verdunster ab (Hersteller Philips, Stadler):

  • Die beiden Luftbefeuchter geben in der Stunde zwischen 125ml und 140ml Wasser in die Luft ab. Alle drei Monate sollte der Filter gewechselt werden, da sich hier Ablagerungen aus der Luft absetzen.
  • Der Philips Luftbefeuchter HU4811 2000 Series kostet rund 90,- Euro und kann online z.B.** bei Saturn oder MediaMarkt oder Otto bezogen werden.
  • Besonders praktisch: Der Stadler Form Oskar (etwa 120,- Euro) verfügt über ein Hygrostat, sodass sich die gewünschte Luftfeuchtigkeit am Gerät einstellen lässt. Zu beziehen ist der Verdunster z.B.** bei Saturn, Otto oder Amazon.

Alle Raumluft-Befeuchter in der Öko-Test 11/2018:

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Luftbefeuchter: Zerstäuber sind Bakterien-Schleudern

Alle fünf getesteten Geräte mit Zerstäuber-Technik haben bei Öko-Test enttäuscht:

  • Bei allen Geräten hat das Labor eine hohe Bakterienkonzentration in der Luft gemessen. Welche Auswirkungen dies auf die Gesundheit hat, ist bislang kaum erforscht. Deshalb rät Öko-Test im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes, auf Zerstäuber zu verzichten.
  • Die Bakterien aus dem Luftbefeuchter stammen aus dem Leitungswasser und bilden sich, wenn das Wasser über eine längere Zeit im Behälter steht.
  • Eine Notlösung für alle, die bereits einen Zerstäuber zuhause haben: Regelmäßig das Wasser austauschen und die Behälter reinigen.

Nicht alle Luftbefeuchter arbeiten effizient

Für größere Räume gibt es Befeuchter, die auch Mal die doppelte Menge Wasser in die Luft abgeben können, als die beiden Testsieger. Allerdings arbeiten diese Luftbefeuchter oft nicht effizient: Nach Angaben von Öko-Test verbrauchen sie oft 20-mal mehr Strom – das steht in keinem Verhältnis mehr.

Deshalb am besten schon beim Kauf darauf achten, wie viel Energie die Raumluftbefeuchter verbrauchen. Auf höchster Stufe sollte kein Gerät mit mehr als 20 Watt laufen.

Alle Raumluftbefeuchter in der Öko-Test 11/2018:

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Hausmittel gegen trockene Luft

Es muss nicht zwangsläufig ein neuer Luftbefeuchter sein: Viele Hausmittel können das Raumklima deutlich verbessern und die Luftfeuchtigkeit erhöhen. So kannst du eine Schale aus Ton an der Heizung anbringen und mit Wasser füllen. Wichtig ist aber, die Schale regelmäßig zu reinigen, damit sich keine Keime bilden – sie hat letztlich das gleiche Problem wie Zerstäuber.

Wer frisch gewaschene Wäsche in der Wohnung trocknet, erhöht ebenfalls die Luftfeuchtigkeit. Allerdings solltest du unbedingt mit einem Hygrometer die Luftfeuchtigkeit überwachen. Denn steigt die Feuchtigkeit in den Räumen deutlich über 50 Prozent, kann sich leicht Schimmel bilden.

Lies dazu auch unsere Ratgeber Richtig lüften und Schimmelvermeidung.

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(2) Kommentare

  1. Und wenn die Luft wirklich zu trocken ist, kann man die klassischen Keramik-Verdunster für die Heizkörper nehmen. Die gibt es in verschiedenen Größen und Formen. Sie werden einfach nur an die Heizkörper gehangen. Und sie sind auf Jahre und Jahrzehnte wiederverwendbar. Man muß sie einfach nur regelmäßig mit Wasser befüllen.

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