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Richtig lüften: 12 Tipps gegen Schimmel in der Wohnung

Richtig Lüften und Schimmel vermeiden
Fotos: andrei310, Helmut Seisenberger / stock.adobe.com

Richtig lüften ist im Winter genauso wichtig wie richtig heizen: Nur mit richtigem Lüften bekommst du Feuchtigkeitsprobleme in den Griff und kannst Schimmel vermeiden.  

Beim Duschen im Badezimmer, beim Kochen in der Küche, beim Wäschetrocknen im Keller oder einfach durchs Schwitzen – überall im Haus entsteht Feuchtigkeit. Die muss durch richtiges Lüften raus, um gesundheitsgefährdenden Schimmel in der Wohnung zu vermeiden. Utopia zeigt, wie du deine Wohnung richtig lüften und dabei sogar Energie sparen kannst.

Richtig lüften bei Corona

Aus aktuellem Anlass ein Hinweis zum richtigen Lüften bei Corona: Aerosole sind ein möglicher Übertragungsweg des Corona-Virus und sie  verteilen sich insbesondere in geschlossenen Innenräumen schnell im gesamten Raum.

  • Die Kommission Innenraumlufthygiene (IRK) am Umweltbundesamt empfiehlt in einer Stellungnahme regelmäßiges Lüften durch Stoß- und Querlüften oder über Lüftungstechnik in den Räumen. Die könne das Risiko einer Infektion mit SARS-CoV-2 deutlich reduzieren.
  • Bei Fensterlüftung ist eine Querlüftung optimal, die über einen Durchzug über möglichst gegenüberliegende weit geöffnete Fenster Raumluft schnell gegen Frischluft austauscht. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass es durch die Lüftung nicht zu einer Verbreitung infektiöser Aerosole in andere Räume kommt.
  • Als wirksam gilt wegen des Corona-Virus auch eine Stoßlüftung bei weit geöffnetem Fenster (besser mehrere in einem Raum gleichzeitig) über einige Minuten Dauer.
  • Bei Husten und Niesen einzelner Personen, egal ob zu Hause, im Büro oder in der Schule, sollte sofort eine Stoßlüftung durchgeführt werden.
  • Beim Betreiben von Lüftungsanlagen (RLT-Anlagen) sollte der Anteil der Umluft während der SARS-CoV-2-Pandemie, sofern keine hochabscheidende (virenabscheidende) Filter im Lüftungssystem eingebaut sind, möglichst gegen Null gefahren werden.

Und: In stark belegten Räumen ist das bloße Kippen der Fenster in Sachen Coronavirus kaum wirksam, auch wenn die Fenster dauerhaft gekippt sind. Dieser Tipp gilt übrigens auch fürs normale Lüften.

1. Richtig lüften heißt regelmäßig lüften: zwei bis vier Mal täglich

In jeder Wohnung entsteht Feuchtigkeit. Rund zwölf Liter Wasser kommen bei einem 4-Personen-Haushalt pro Tag zusammen und die müssen durch richtiges Lüften wieder raus. Sonst lagert sich die Feuchtigkeit als Tauwasser an der kältesten Stelle im Zimmer ab – das ist besonders im Winter ein schmackhafter Nährboden für Schimmel.

Nur mit der richtigen Dosis frischer Luft erhältst du ein gesundes und angenehmes Raumklima. Die Wohnung richtig lüften heißt: Zwei bis vier mal täglich die Fenster aufmachen. So erreichst du die optimale Luftfeuchtigkeit in der Wohnung.

Noch besser geht’s, wenn du auch die Innentüren und die Fenster anderer Räume öffnest: Bei der „Durchzugslüftung“ wird die Luft besser ausgetauscht und „Feuchtspitzen“ (von: Schlafen, Kochen, Duschen) lassen sich besser entfernen.

2. Richtig lüften in Bad und Küche: gerne öfter lüften

Bad und Küche sind die feuchtesten Räume im Haus. Hier entsteht auch besonders häufig Schimmel. Darum solltest du dort ruhig noch öfter lüften als in den anderen Räumen – vor allem direkt nach dampfigen Duschen oder Kochen. So vermeidest du Schimmel im Bad und in der Wohnung.

3. Voll auf: kurz Stoßlüften statt Dauerlüften mit gekippten Fenster

Für richtiges Lüften ist die Dauer besonders wichtig. Vollkommen verkehrt ist das Dauerlüften bei gekipptem Fenster, da der Luftaustausch (die frische Luft von draußen enthält im Winter wesentlich weniger Feuchtigkeit als die Zimmerluft – auch wenn es regnet oder schneit) dabei nur minimal erfolgen kann.

Stattdessen kühlt deine Wohnung vor allem im Winter langsam aus und du verschwendest Energie. Besonders kühl wird es am Sturz über dem gekippten Fenster. Dort kann sich Feuchtigkeit ablagern und Schimmel bilden. Sinnvoll dagegen ist regelmäßiges kurzes Stoßlüften: Mach deine Fenster für fünf bis zehn Minuten vollständig auf.

4. Richtig Querlüften: für richtigen Durchzug sorgen

Einen besonders effektiven Luftaustausch erreichst du durch das Querlüften der Räume. Mach beim Stoßlüften gleichzeitig die Fenster in gegenüberliegenden Räumen auf und natürlich auch die Raumtüren. So entsteht ein Luftzug, der die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung im wahrsten Sinne des Wortes aus den Fenstern weht.

5. Richtig lüften heißt auch richtig heizen

Drehe beim Lüften unbedingt die Heizungsventile aus. Auch wenn du höchstens 10 Minuten die Fenster zum Lüften geöffnet haben solltest, wird sonst viel zu viel wertvolle Energie aus dem Fenster geheizt. Direkt nach dem Lüften solltest du die Heizung wieder auf die richtige Temperatur drehen.

Weitere Tipps zum richtigen Heizen und wie du damit Energie sparen kannst: Richtig heizen: die 15 besten Tipps zum Energiesparen.

Richtig heizen: 10 Tipps zum Energiesparen
Richtig lüften ist genauso wichtig wie richtig heizen. (Foto: © Gudellaphoto – Fotolia.com)

6. Schlafzimmer: die Außenwände frei lassen

Gerade im Winter ist es im Schlafzimmer meist deutlich kühler als im Rest der Wohnung. Darum kann sich dort auch die Luftfeuchtigkeit schneller niederschlagen. Das gilt insbesondere für Außenwände, die durch Schränke oder andere Möbel zugestellt sind. Damit die Raumluft zwischen Mauer und Möbel richtig zirkulieren kann, solltest du immer mindestens 10 cm Platz dazwischen lassen.

7. Kondenswasser am Fenster: ein Zeichen für falsches Lüften

Die Fensterscheiben sind meistens die kältesten Stellen im Raum. Dort lagert sich die Feuchtigkeit ab, wenn sie nicht durch richtiges Lüften aus dem Fenster gelassen wird. Kondenswasser sollte stets weggewischt werden. Wenn deine Fenster in Wohnräumen häufig mit Kondenswasser beschlagen sind, ist das meist ein Zeichen für falsches Lüft- bzw. Heizverhalten.

8. Richtiges Lüften geht nur bei angemessen Raumtemperaturen

Du heizt richtig, wenn die Raumtemperatur im Wohnbereich etwa bei 20 Grad liegt – wer Energie sparen will, dreht ein, zwei Grad runter. In den anderen Räumen genügt oft eine niedrigere Temperatur. In der Küche heizen Herd und Kühlschrank mit, und auch im Schlafzimmer reichen 16-17 Grad für einen behaglichen Schlaf aus. In Treppenhaus und Windfang sind 12 Grad angemessen, im Keller reichen 6 Grad.

9. Wer es genau wissen will: Luftfeuchtigkeit messen

Mit einem Hygrometer (gute Geräte sind schon ab 20 Euro erhältlich) kannst du ganz einfach die relative Luftfeuchtigkeit in der Wohnung kontrollieren. Im Winter sollte die Luftfeuchtigkeit nicht mehr als 50 Prozent betragen, um Schimmel zu vermeiden. Für unser Wohlbefinden hingegen wird eine höhere Luftfeuchtigkeit empfohlen: etwa 60 Prozent. Hier steht man also vor einem kleinen Dilemma: Sehr trockene Luft reizt die Schleimhäute und Atemwege und kann zu Kopfschmerzen führen, sehr feuchte Luft fördert Schimmelbildung in der Wohnung.

10. Wäsche nicht in der Wohnung trocknen

Wichtig, um gar nicht erst zu viel Feuchtigkeit in der Wohnung zu produzieren: Wäsche sollte man nicht in der Wohnung trocknen lassen, auch nicht mit Wäschetrocknern (die ökologisch sowieso ein No-Go sind).

Besser sind die Trockenräume des Hauses, oder eben Wäscheleinen im Freien. Lies auch: Wäsche trocknen: Darum gehört sie auch im Winter nach draußen.

11. Je kälter, desto kürzer

Temperaturen und richtiges Lüften hängen zusammen:

  • Je kühler es draußen ist, desto kürzer sollte man lüften.
  • Faustregel: Dezember bis Januar wirklich nur 3 bis 6 Minuten.
  • Je wärmer es drinnen im Vergleich zu draußen ist, desto seltener ist Lüften notwendig.
  • Je größer die Temperatur-Unterschiede zwischen einzelnen Zimmer ausfallen, desto eher treten Probleme auf. Türen zu kalten Zimmer lieber geschlossen halten.

12. Schimmelverdacht? Sicherheit schaffen

Richtig lüften und heizen hilft Schimmel zu vermeiden. Wenn du trotzdem den Verdacht hast, dass sich Schimmelpilzsporen in der Raumluft befinden, kannst du dir mit einem Schimmel-Test Klarheit verschaffen.

Es gibt sogenannte Schimmel-Schnelltests zum Selbstauswerten, du kannst aber auch eine Schimmel-Analyse im Labor beauftragen, um dir genauere Informationen zu verschaffen. Solche Analysen zur Raumluftkontrolle findest du u.a. bei Testanbieter Ivario** ab rund 30,- Euro.

13. Schimmel entfernen: So geht es richtig

Wenn du keinen Test mehr brauchst, um schwarze oder grüne Punkte in deiner Wohnung zu entdecken, ist es wichtig, schnell gegen den Schimmel vorzugehen. In unserem Ratgeber Schimmel richtig entfernen zeigen wir dir, welche Schimmelentferner effektiv und gesundheitsverträglich sind und wann du besser eine:n Expert:in zurate ziehst.

Richtig lüften: noch mehr Tipps

Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt:

  • In Wohnräumen regelmäßig lüften, vor allem wenn sich in diesen Räumen viele Pflanzen oder Zimmerbrunnen befinden und daher die Luftfeuchtigkeit erhöht ist.
  • In Schlafräumen Fenster nachts gekippt oder geöffnet halten – im Winter ist das natürlich nicht für alle angenehm. Die Alternative: nach dem Aufstehen gründliches Stoßlüften.
  • In der Küche entsteht typischerweise viel Feuchtigkeit, wenn mit mehreren Töpfen, mit offenen Deckeln und mit Wasser gekocht wird. Da Dunstabzugshauben oft die Luft nur umverteilen, ist auch in diesen Fällen im Winter richtiges Lüften ratsam.
  • In Badezimmern sollte sofort nach Dusche und Bad gelüftet werden, weil hier natürlich kurzfristig sehr viel Feuchtigkeit einfällt. Es hilft auch, weniger lang heiß und/oder weniger heiß zu duschen.
  • Die Kellerräume sind naturgemäß anfällig für Schimmel, das UBA rät zum Lüften: im Winter durchgehend, im Sommer nicht am Tage.

Warnsignal: Spätestens, wenn sich Wassertropfen an Fensterscheiben bilden, sollte man einmal richtig lüften. Lies auch: Kondenswasser am Fenster: Was tun bei beschlagenen Scheiben?

Richtig lüften: 12 Tipps gegen Schimmel in der Wohnung

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