Listerine, Meridol, Oral-B: Öko-Test hat 21 Mundspülungen untersucht

Fotos: ÖKO-TEST

Fünf Mundspülungen sind im Test des Verbrauchermagazins Öko-Test durchgefallen. Wie steht es um den grundsätzlichen Nutzen von Mundspülungen? Und welche Produkte sind empfehlenswert?

Viele Zahnärzt:innen empfehlen ihren Patient:innen, sich als Ergänzung zur normalen Zahnhygiene regelmäßig den Mund zu spülen. Laut Öko-Test können kosmetische Mundspülungen auch tatsächlich den Schutz vor Karies erhöhen, vor Zahnfleischentzündungen schützen und die Bildung von Plaque einschränken.

Doch ein Muss sind Mundspülungen nicht: Wer keine Probleme mit dem Zahnfleisch hat und Wert auf gute Zahnhygiene legt, kommt auch ohne Mundspülungen aus. Insgesamt 21 Produkte – von bekannten Herstellern bis zu preiswerten Eigenmarken – hat Öko-Test auf problematische Inhaltsstoffe untersucht. Als besonders empfehlenswert stellten sich zwei Naturkosmetikprodukte heraus.

Mundspülungen im Test: Die besten Naturkosmetik-Produkte

Unter den getesteten Mundspülungen befanden sich fünf zertifizierte Naturkosmetik-Produkte, von denen zwei „sehr gut“ waren.

Eines davon war die Alverde 5 in 1 Mundspülung Nanaminze von der dm-Eigenmarke. Sie enthält Zinkgluconat gegen Plaque, hat einen Fluoridgehalt von 250 ppm gegen Karies und ist laut Öko-Test frei von bedenklichen Inhaltsstoffen.

Auch einige herkömmliche Mundspülungen konnten mit der Bestnote „sehr gut“ überzeugen. Obwohl sie kein Naturkosmetik-Siegel tragen, waren sie frei von kritischen Wirkstoffen. Unter den empfehlenswerten konventionellen Mundspülungen befanden sich mehrere Eigenmarken von Drogerieketten, Discountern und Supermärkten.

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Mundspülungen großer Marken sind durchgefallen

Überraschung: Die teuersten Mundspülungen im Test waren gleichzeitig auch die schlechtesten! Große Marken fielen bei Öko-Test durch, weil sie unterschiedliche kritische Inhaltsstoffe enthielten. In der Oral-B Zahnfleisch & -schmelz Mundspülung frische Minze steckt der Stoff Butylhydroxytoluol, der im Körper wie ein Hormon wirken kann. Bei der Meridol Mundspülung gurgelt man laut Öko-Test mit Mikroplastik, und die Listerine Zahn & Zahnfleischschutz Tägliche Mundspülung enthält Alkohol: Er kann für alkoholkranke Menschen zum Problem werden und hat in einem Produkt, das für Kinder ab 12 Jahren ausgelobt ist, nichts zu suchen.

In allen drei Mundspülungen fanden sich außerdem PEG-Verbindungen (Polyethylenglykol). Sie stehen in der Kritik, weil sie die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können. Die drei Mundspülungen von Oral-B, Meridol und Listerine fielen mit „mangelhaft“ durch. Schlechter („ungenügend“) schnitt nur ein anderes Markenprodukt ab, da es neben PEG auch ein kritisches Konservierungsmittel und ein aggressives Tensid enthält.

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Verpackungen bei Mundspülungen: Viel Luft nach oben

In der Regel werden Mundspülungen in Plastikflaschen verpackt. Da für neues Plastik aber umwelt- und klimaschädliches Erdöl nötig ist, verwenden immer mehr Unternehmen recyceltes Plastik (Rezyklat). Von den 21 getesteten Produkten bestanden immerhin vier zu mehr als 75 Prozent aus Rezyklat und drei weitere zu mindestens 40 Prozent aus recyceltem Plastik. Insgesamt ist hier noch viel Luft nach oben, findet Öko-Test.

Gesetzliche Vorgaben gibt es zwar nicht. Doch inzwischen verpflichten sich immer mehr Unternehmen, recyceltes Plastik zu verwenden. Gerade bei Flaschen für Mundspülungen, die aus PET bestehen, ist das leicht möglich: „PET-Rezyklate gibt es am Markt in hoher Qualität, die sich sogar für die Verpackung von Lebensmitteln eignet“, erklärt Öko-Test. Lies hier mehr: PET-Recycling: Diese 4 Fakten solltest du kennen.

Fluorid in der Zahnspülung

Fluorid steckte in allen Zahnspülungen, meist als Natriumfluorid und vereinzelt als Aminfluorid. Es soll den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Karies machen. In den Tests von Zeitschriften wie Öko-Test und Stiftung Warentest gilt Fluorid daher als erwünscht.

Die Wissenschaft ist sich aber noch nicht ganz einig, in welcher Form und Menge Fluorid verabreicht werden sollte. In sehr hohen Dosen kann es Knochen und Zähne sogar schädigen (lies dazu: Fluorid: Wichtig oder giftig für gesunde Zähne?). Die Fluoridgehalte der 21 Produkte im Test hielten aber alle Richtwerte ein.

Alle Details findest du in der Ausgabe 05/2021 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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(1) Kommentar

  1. Wieso vergiftet sich der Mensch selbst?

    Inzwischen sollte man bei jedem Produkt, von dem man ‚weiß‘, dass es unbedenklich ist, davon ausgehen, dass es bedenklich ist.