„Zynischer Trick“: Twitter-Thread entlarvt Tugend der „harten Arbeit“

"Zynischer Trick": Twitter-Thread entlarvt Tugend der "harten Arbeit"
Foto: Unsplash/sarah b / Screenshot/Twitter Markus Barth

Wird „harte Arbeit“ glorifiziert? Autor und Stand-up-Comedian Markus Barth ist der Meinung: ja! In einem Twitter-Thread prangert er „Tugendvorstellungen aus vergangenen Jahrhunderten“ an. Barth sieht Arbeitgeber:innen und Politiker:innen in der Pflicht.

Ein Vermittlungsausschuss musste den Weg für das Bürgergeld frei machen. Im Bundesrat hatte anders als der Bundestag dem Gesetzesentwurf der SPD, der Hartz IV ablösen soll, nicht zugestimmt. Vor allem die Union stemmte sich gegen Details zu möglichen Sanktionen für Leistungsbezieher:innen. Auf ihren Druck hin wurde etwa die „Vertrauenszeit“ aus dem Entwurf gestrichen. Anders als ursprünglich vorgesehen sollen Arbeitslose damit auch in den ersten sechs Monaten des Bezugs dadurch mögliche Leistungskürzungen hinnehmen müssen, etwa wenn sie sich – anders als mit dem Jobcenter verabredet – nicht auf einen Job bewerben.

Auch auf Twitter wurde rund um das Bürgergeld heftig diskutiert. Stand-up-Comedian und Autor Markus Barth schaltete sich mit einem Thread ein, um auf eine angebliche Tugend einzugehen, der sich in gesellschaftlichen Debatten zum Thema Arbeit häufig bedient wird. So auch von „Konservativen, Liberalen und sonstigen Turbokapitalismus-Fanboys“, wie Barth schreibt.

Twitter-User kritisiert Glorifizierung der „harten Arbeit“

Es geht um die Glorifizierung der „harten Arbeit“ – ein Wording, das laut dem Twitter-User aktuell wieder oft benutzt werde. Jedoch von Menschen, die nicht dadurch auffielen, „sich die Hände schmutzig zu machen“.

Barth führt aus: „Weil man, wenn man ‚harte Arbeit‘ als Tugend darstellt, den Leuten immer noch mehr Überstunden in schlecht bezahlten Jobs abverlangen kann. Nach dem Motto: ‚Damit tust du ja was für die Gesellschaft!‘“

Es handle sich dabei um einen „zynischen Trick“, wie Barth findet. „Wenn du ständig hart arbeiten musst, hoffe ich, dass du irgendwann einen Job findest oder sich dein aktueller so verbessert, dass du mit weniger Selbstausbeutung über die Runden kommst.“ Schlussendlich müssten diejenigen, die den Mythos der „harten Arbeit“ aufrechterhielten, die Betroffenen absichern. Offenbar eine Anspielung auf konservative Politiker:innen sich gegen das Bürgergeld stellten.

„Bitte fallt nicht auf diese Tugendvorstellungen rein“

„Bitte fallt nicht auf diese Tugendvorstellungen aus vergangenen Jahrhunderten rein“, lautet Barths Appell. „Arbeit darf Spaß machen“, Auszeiten seien notwendig, um auf sich aufzupassen.

„Und es ist die Aufgabe der Arbeitgeber und Politik für Jobs zu sorgen, mit denen man seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, ohne jeden Abend fix und fertig und mit Geldsorgen ins Bett zu fallen.“

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