Norwegen baut Fahrrad-Autobahnen im ganzen Land

Norwegen Fahrrad Autobahn
Foto: "Helsinki, sykkelvei" Oslonatt unter CC BY-SA 2.0/ Pixabay CC0 Public Domain

Kein Anhalten, kein Durchschlängeln, keine plötzlich geöffneten Autotüren: Mit dem Ausbau von Schnellstraßen nur für Fahrräder will Norwegens Regierung einen Anreiz schaffen, öfter mal das Rad zu nehmen.

Norwegens Ziel: weniger schädliche Emissionen und das bald. Der Schadstoffausstoß durch Verkehrs- und Transportmittel soll um ganze 50 Prozent reduziert werden. Für den Autoverkehr in der Stadt heißt dies: Er soll nicht weiter wachsen, ohne dadurch die Mobilität der Bürger einzuschränken. Norwegens Regierung spricht in diesem Zusammenhang von einem „Zero-Growth“-Ziel, Nullwachstum also.

Schnelles Vorankommen auf dem Rad-Highway

Mobilität ja, Luftverschmutzung nein – um dieses Ziel zu erreichen, investiert Norwegen künftig einige hundert Millionen Euro in den Ausbau von Fahrradwegen. Diese großen Investitionen in die Fahrrad-Infrastruktur sei „eine wichtige Maßnahme, um mehr Menschen dazu zu bewegen, das Fahrrad anstatt das Auto zur Arbeit zu nehmen“, so Norwegens Regierung im nationalen Verkehrsplan („National Transport Plan“/PDF), der bereits im März dieses Jahres veröffentlicht wurde.

Wer sich nun gemütliche einspurige Fahrradwege auf der Straße oder dem Bürgersteig vorstellt, der liegt falsch. Die „Bicycle express routes“ laden zu hohen Geschwindigkeiten ein und sind damit besonders (aber nicht nur) für E-Bikes geeignet. Die Fahrrad-Autobahnen sollen in neun großen städtischen Gebieten gebaut werden, um schnelles sowie direktes Radfahren zu erleichtern. Innenstadt und Randgebiete werden somit verbunden und sind dann besser mit dem Fahrrad erreichbar. 

Nachhaltig leben: Mann fährt Fahrrad
Ein Helm sollte auf dem Rad eigentlich immer mit dabei sein. (Foto "driving into the sunset" von Daniel Wehner unter CC BY 2.0 )

Teil eines großen Verkehrsplans

Der Ausbau der Fahrradstraßen in Norwegen ist nur ein Punkt des zwölfjährigen Verkehrsplans. Anvisiert ist darin auch der Ausbau von Landstromanlagen in Häfen. Somit können anliegende Fracht- und Kreuzfahrtschiffe während der Liegezeit Landstrom beziehen und müssen nicht im luftverschmutzenden Dieselbetrieb laufen – vorausgesetzt die Schiffe verfügen über eine entsprechende Technologie.

Laut dem Plan sollen ab dem Jahr 2025 zudem alle neuen Autos, Busse und kleinere Lastwagen emissionsfrei auf den Straßen Norwegens fahren. Da Norwegen seit Jahren den Kauf von Elektroautos subventioniert, sind dort bereits viele Autos mit Elektromotor unterwegs.

Fazit: Norwegens Pläne zum bequemeren und einfacheren Fahrradverkehr sollen dabei helfen, die nationalen Klimaziele zu erreichen, ohne aber dabei die Mobilität der Bürger einzuschränken. Letztlich profitiert von einem Zuwachs des Radverkehrs nicht nur die Umwelt, auch die Luftqualität für die Bürger verbessert sich. Und das Rad fahren fit hält, wissen wir alle.

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(14) Kommentare

  1. Den Hinweis mit dem Helm (unter dem Bild) könnt ihr euch gern sparen. Schaut mal in Amsterdam oder Kopenhagen, da trägt fast keiner Helm. Für eine Kollision mit einem Auto bringt er sowieso nichts und wer täglich Rad fährt, hat genug Erfahrung um auch ohne Helm auszukommen. Wer möchte, soll bitte gern einen tragen, alle anderen können auch ohne…

    • „Für eine Kollision mit einem Auto bringt er sowieso nichts und wer täglich Rad fährt, hat genug Erfahrung um auch ohne Helm auszukommen.“

      Witzig, Erfahrung rettet mich also davor, dass ein Auto mir die Vorfahrt nimmt. 😉

      Eine Motorhaube schiebt sich in dein Rad, wo landet dein Kopf? Genau, am besten in einem Helm vor dem Aufprall auf der Motorhaube.

      Klar geht es ohne Helm, unsere haben sogar hinten noch LED Leuchten als zweites Rücklicht bzw. Blinklicht. Das Problem im Verkehr sind meisten die anderen Teilnehmer, die sollen dich sehen und falls was passiert, ist der Kopf nunmal jenes Körperteil mit langwierigsten Verletzungen.

      Den Helm sparen weil ….? Ach ja stimmt, du hast Erfahrung im Vermeiden von Unfällen. Glückwunsch! 🙂

      • Starke Beleuchtung hab ich am Rad selbst, dafür brauche ich keinen Helm. Ich fahre winters wie sommers seit über 20 Jahren täglich (ohne Helm) und mir ist oft genug die Vorfahrt genommen worden. Ich hatte auch Kollisionen, sogar einen Zusammenstoß mit einem Kleinbus, der mir die Vorfahrt genommen hat und mich anschließend samt Rad mehrere Meter weit geschleudert hat. Trotzdem mag ich mir keinen Helm vorschreiben lassen. Sieht man sich die Statistiken an, entstehen die meisten und schwersten Kopfverletzungen durch Autounfälle. Da trägt aber außer Rennfahrern auch keiner einen Helm.

      • Ihr habt wohl schon ein paar Gespräche hinter euch? Aus seinen Beiträgen hier kann ich zumindest nicht all das herauslesen, was du ihm an Aussagen zuordnest.

    • Geht es also mehr um die Freiheit keinen Helm tragen zu wollen/müssen, als um den Helm selbst? Mich stört es nicht pauschal, wenn Menschen lieber ohne Helm fahren, aber deiner Begründung kann auch ich nicht ganz folgen.

      Erfahrung spielt sicher eine Rolle aber du sagst doch selbst, dass du trotz dessen schon einige Zusammenstöße erlebt hast und offenbar nur durch Glück nicht gravierend verletzt wurdest.
      Was die Statistiken angeht finde ich den Vergleich mit Autounfällen schwierig. Allein schon durch die hohen Geschwindigkeiten auf Landstraßen, Autobahnen usw. ergeben sich ganz andere Situationen. Dass es dabei eher zu Kopfverletzungen kommt wäre doch mehr ein Argument für Helme im Auto als gegen Helme auf dem Rad. 🙂

      • „Den Hinweis … könnt ihr euch gern sparen. (…) Für eine Kollision mit einem Auto bringt er sowieso nichts (…) Wer möchte, soll bitte gern einen tragen, alle anderen können auch ohne…“

        Es geht dem Schreiber Mike offenbar darum, alle Radhelmbenutzer zu belehren, weil IHM ist ja nie etwas passiert, was einen Radhelm erforderlich gemacht hätte. Diesen Typus kennt man, dem passiert nur einmal im Leben etwas, in den Traueranzeigen fehlt mit Sicherheit der Hinweis: hätte er nur einen Helm getragen.

        Das Vorschreiben der Helmbenutzung auf dem Rad würde viele Radfahrer abhalten von der Radnutzung, darüber gibt es m.W. Studien.

        Was mich an @Mike Auftreten mit seinem Kommentar stört: Utopia (!) solle sich den Hinweis zum Helmtragen sparen. IHM kommt man mit Argumenten nicht bei, die anderen Leser sollen sich daran ein Beispiel nehmen, erstmal (1) Erfahrung sammeln (wie er), am besten (2) Flugstunden nehmen damit man auf die Schnauze, das Hinterteil oder den Bauch fällt, sich Finger und Arme bricht, Hauptsache der Kopf bleibt denkfähig, und überhaupt (3) hat nur demjenige mit täglicher Radstrecke steht diese helmlose Erfahrung zu.

        Kinder? Bleiben aussen vor, da hat @Mike keine Erfahrung zu.

        Senioren? Die gehören nach @Mike runter von der Straße.

        Wenigfahrer, die sich schützen wollen? Sind unerfahren, na ja, die können ja wg. ihrer Ängstlichkeit einen tragen, alle anderen … sollen bitteschön seiner Argumentation folgen und auf einen Helm VERZICHTEN. Weil sinnlos, willkommen im postfaktischen Zeitalter.

      • Meine Antwort (22:14 Uhr) ist da gerade ein Stück zu weit oben gelandet. Habe an der falschen Stelle geklickt. 🙂 Hier nochmal, jetzt hoffentlich am passenden Ort:

        Ihr habt wohl schon ein paar Gespräche hinter euch? Aus seinen Beiträgen hier kann ich zumindest nicht all das herauslesen, was du ihm an Aussagen zuordnest.

  2. „Fahrrad-Autobahnen“ ???
    Fahren da die Fahrräder so schnell oder sind die Autos so langsam? Klappt schon bei gemeinsamen Rad -und Fußwegen nicht.

    „Ein Helm sollte auf dem Rad eigentlich immer mit dabei sein.“ ???
    Wenn schon Helm, dann auch aufsetzen und nicht nur dabeihaben.

  3. Ich fahre seit 40 Jahren mit dem Rad, fahre viel und mache Triathlon.
    Somit habe ich genügend Erfahrung und bin trotzdem im letzten Jahr gestürzt und mit dem Kopf auf den Boden geschlagen.
    Ohne Helm Ware das mit Sicherheit nicht gut gegangen.
    Die Gründe zu Helm ja oder nein sind vielfältig. Für mich ist aber Fahren mit Helm selbstverständlich.

  4. Interessantes Projekt!
    Ich frage mich nur, wie man den Verkehrsfluss auf diesen Fahrradautobahnen steuert. Müssen hier Regeln her?

    In Deutschland kann ich mir das (noch) nicht vorstellen. Hier muss sich einiges in den Köpfen der Radler ändern. Nach meiner Erfahrung, machen bei uns die Radler keinen Umweg, auch wenn dieser sicherer bzw. besser zu fahren wäre…

    • Wir haben den Begriff „Fahrrad-Autobahn“ gewählt, weil er schneller begreifen lässt, worum es geht und klarer macht, wie spektakulär das Projekt ist. VG

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