Förderung von Elektroautos: so kriegst du die Kaufprämie fürs E-Auto

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Bis zu 4000 Euro Prämie bei der Elektroauto-Förderung kann noch 2017 absahnen, wer jetzt in Deutschland ein elektrisches Auto kauft. Wer zu lange zögert, kriegt weniger – oder geht beim E-Auto-Zuschuss leer aus. Utopia sagt, was du wissen musst.

„Windhundprinzip“ nennt die Bundesregierung das Vergabeverfahren bei der direkten, staatlichen Kaufprämie für Elektroautos und Hybride mit Ladestecker. Das bedeutet: Wer zu spät kommt, kriegt von der Förderung nichts ab, weder von der Hybridprämie noch vom Elektroauto-Zuschuss.

Der Steuertopf ist mit 1,2 Milliarden Euro gut gefüllt und reicht für über 300.000 Fahrzeuge – die Mittel, die bis Ende Juni 2019 nicht abgeschöpft sind, verfallen. Mit der Elektroauto-Förderung will die Bundesregierung die Anzahl der Elektroautos in Deutschland auf 500.000 erhöhen.

Die schlechte Nachricht: Das wird wohl nicht mehr klappen. Die gute: Wer will, kommt daher garantiert in den Genuss der Kaufprämie. Und angesichts der bisher müden Nachfrage nach „Stromern“ und dem gleichbleibend geringen Fahrzeugangebot ist bisher auch keine Hektik angezeigt.

Elektroauto-Prämie: erst 12000 Anträge

Zu Beginn des Jahres 2016 wies das Kraftfahrtbundesamt lediglich 25.502 Batterie-elektrische Autos im Bestand aus. Etliche davon wurden in Deutschland einmalig kurz zugelassen, um dann sofort in Länder wie Norwegen als Gebrauchtwagen weiterverkauft zu werden.

Im Februar 2017 meldete das BAFA folgenden Zwischenstand:

  • 7107 Anträge für reine Batterieelektrofahrzeuge,
  • 5540 Anträge für die Hybridprämie (für Plugin-Hybride) und
  • 3 Anträge für Brennstoffzellenfahrzeuge.

Führend nachgefragt wird bislang das E-Auto BMW i3 (rein batterieelektrisch): Für dieses Elektroauto wurden 2146 Anträge gestellt. Es folgt der Audi A3 (Hybrid) mit 1698 Anträgen. Zum Vergleich: Für das medial überpräsente Elektroauto Tesla Model S Base wurden nur 268 Anträge gestellt, weniger als für den Volkswagen e-up! (272).

Die meisten Anträge für die Elektroauto-Förderung kamen aus Bayern (2972) und Baden-Württemberg (2512). Antragsteller waren mehr Unternehmen (6533 Anträge) als Privatpersonen (5886).

Beliebtestes E-Auto bei der Förderung: BMW i3
Beliebtestes E-Auto bei der Förderung: BMW i3 (Foto © BMW)

Neugierige sollten vor diesem Hintergrund geduldig prüfen, welches Auto ihnen 2017 gefällt und zugleich für das individuelle Nutzungsprofil Sinn ergibt.

Elektroauto-Förderung: 3000 bis 4000 Euro

Grundsätzlich gibt es eine Förderung nur für Fahrzeuge mit einem Basislistenpreis von maximal 60.000 Euro. Was teurer ist, also als Basismodell über 60.000 Euro kostet, erhält keine Kaufprämie.

Für Batterie-elektrische Autos (abgekürzt BEV für Battery Electric Vehicle) gilt eine Elektroauto-Prämie von 4.000 Euro bis Ende 2017. Die Förderung fürs Elektroauto sinkt hier ab 2018 auf 3000 Euro – immer noch lohnenswert.

Ein typisches Beispiel hierfür ist der Volkswagen e-Golf. Das E-Auto kostet mindestens 34.900 Euro, wobei er mit vier Türen, Navigationssystem und Klimaautomatik für einen VW gut ausgestattet ist. Zieht man die Elektroauto-Förderung ab, bleiben 30.900 Euro.

Elektroauto-Prämie: Kein Problem beim Volkswagen e-Golf
Elektroauto-Prämie: Kein Problem beim Volkswagen e-Golf (Foto: Volkswagen)

Hybridprämie: Bafa-Förderung auch für Plug-In-Hybride?

Stellt sich die Frage, ob es denn auch eine Hybridprämie gibt. Die Antwort lautet: Ja und nein.

Für Plug-In-Hybridautos (abgekürzt PHEV für Plug-In Hybrid Electriv Vehicle) beträgt die Fördersumme 3.000 Euro bis Ende 2017. Die Hybridprämie sinkt ab 2018 auf 2000 Euro.

PHEVs haben zwei Energiespeicher: Eine Batterie, die extern geladen werden kann und mit deren Kraft kurze Strecken rein elektrisch bewältigt werden können. Und einen Tank für Benzin oder Diesel; ein Verbrennungsmotor treibt das Auto an, wenn der Akku erschöpft ist.

Ein Beispiel dieser Klasse ist der Toyota Prius Plug-In, ein Hybrid-Elektroauto mit Solardach. Mit Hybridprämie kostet er ab 34.550 Euro.

Hybridprämie: auch für den Toyota Prius Plug-In
Hybridprämie: auch für den Toyota Prius Plug-In (Foto: © Christoph Schwarzer)

Der Umweltnutzen von PHEVs ist umstritten, weil sie im elektrischen Modus mehr Energie verbrauchen als BEVs und im verbrennungsmotorischen Betrieb mehr als konventionelle Hybride. Außerdem ist die Doppeltechnik kompliziert und schwer.

Klassische und besonders sparsame Hybridautos ohne Ladestecker – am bekanntesten sind die Toyotas, etwa der Toyota Yaris Hybrid – gehen leider leer aus. Als Trostpflaster gibt der japanische Hersteller 3.000 Euro Nachlass auf jedes Hybridauto und zahlt das aus eigener Tasche.

Umweltprämie für Brennstoffzellen

Käufer von Brennstoffzellen-elektrischen Autos können ebenfalls in den Genuss der 4.000 Euro Umweltprämie kommen. Allerdings gibt es nur zwei am Markt erhältliche Modelle. Der Toyota Mirai erhält keine Förderung, weil zu teuer. Der Hyundai iX35 FCEV erhält eine Förderung (laut Bafa-Liste).

Für welche Hersteller gibt es die staatliche Förderung?

Prinzipiell ist kein Hersteller ausgeschlossen, die Elektroauto-Prämie orientiert sich an Preis und Typ des Elektrofahrzeugs: Rein elektrische E-Autos (BEV) erhalten 4000 Euro Kaufprämie, Plugin-Hybride (PHEV) erhalten 3000 Euro Zuschuss (bis Ende 2017).

Hersteller Modelle Fahrzeugtyp
Audi A3 PHEV
BMW i3 BEV
BMW 225xe, 330e, 530e PHEV
Citroën C-ZERO, C-ZERO Modell 2017, Berlingo Electric Kastenwagen L1/L2, E-Mehari BEV
Ford Focus BEV
Ford C-Max PHEV
Hyundai IONIQ Elektro Trend, Style, Premium BEV
Hyundai ix35 Fuel Cell FCEV
Kia Optima Plug-in Hybrid Attract und SPirit PHEV
Kia Soul EV, Play und Plug BEV
Mercedes-Benz B 250e BEV
Mercedes-Benz C 350e, C 350e T-Modell, E 350e PHEV
MINI Cooper S E Countryman ALL4 PHEV
Mitsubishi Electric Vehicle BEV
Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid, Hybrid Plus, Hybrid Top PHEV
Nissan Leaf (Visia, Acenta, Tekna, Black Edition div. Modelle), e-NV200 (div. Modelle) BEV
Opel Ampera-e BEV
Peugeot i-On Active (alt und Modell 2017), Partner Electric (div. Modelle) BEV
Piaggio Porter Elektro BEV
Renault Kangoo Z.E., Maxi, Zoe (je diverse Modelle) BEV
Smart fortwo electric drive (div. Modelle) BEV
Streetscooter Work (div. Modelle) BEV
Tesla Nur Model S Base BEV
Toyota Prius Plug-in Hybrid (div. Modelle) PHEV
Volkswagen e-up!, e-Golf, e-load up! BEV
Volkswagen Golf GTE, Passat GTE PHEV
Volvo V60 D6 Twin Engine, XC60 T8 Twin Engine (je div. Modelle) PHEV

Quelle: Bafa

Einige Hersteller legen sogar was drauf. Achte auf Angebote und sprich mit dem lokalen Autohändler.

Renault und Nissan bieten mehr

Renault und Nissan stocken die Kaufprämie für die Modelle Renault Zoe und Nissan Leaf teils von 4.000 auf 5.000 Euro auf. Lies auch unseren Test des (auch ohne staatliche Förderung schon attraktiven) Renault Zoe.

Tesla-Modelle können gefördert werden

Abhängig ist das von den jeweiligen Tesla-Modellen.

  • Ein Tesla Model S ist erst ab 82.700 Euro zu haben, das ist deutlich mehr als der maximale Basislistenpreis von 60.000 Euro – also keine E-Auto-Prämie. (Ausnahme: Tesla S Base.)
  • Beim Tesla Modell 3 gibt es die E-Auto-Förderung – dank Grundpreis von knapp 40.000. Vorbesteller kommen 2017 vielleicht noch in den Genuss der vollen 4000-Euro-Prämie, doch schon 2018 sinkt die Förderung auf 3000 Euro.
Tesla Model 3: Elektroauto-Prämie ja, aber mit Wartezeit
Tesla Model 3: Prämie ja, aber mit Wartezeit (Foto: Tesla)

Renault Twizy: leider keine Elektroauto-Prämie

Der Renault Twizy ist für den Gesetzgeber kein Auto – sondern ein Mix aus Motorroller und Elektroauto. Formal handelt es sich um ein Quad mit vom Auto gewohnter Pedalerie und Lenkrad. Daher gibt es auch keine Elektroauto-Förderung.

Ähnliches gilt für das Twike. Das kleine Fahrzeuge wie diese ausgenommen sind, das ist natürlich Unsinn per Gesetz, denn es wäre klüger, wenn wir alle auf leichtere Fahrzeuge umsteigen würden statt die gleichen tonnenschwere Kraftfahrzeuge nun wenigstens elektrisch zu bewegen.

Keine Prämie für Gebrauchtwagen

Die Elektroauto-Prämie gibt es nur für Neuwagen. Gebrauchtwagen sind in der Förderung nicht vorgesehen.

Wer zahlt die Elektroauto-Förderung aus?

Der Staat (die Bafa) und die Hersteller teilen sich den Schmerz der Förderung je zur Hälfte. Wenn ein Käufer also bei einem BMW i3 insgesamt 4.000 Euro Nachlass herausholen kann, zahlen der allgemeine Steuerzahler und BMW jeweils 2.000 Euro.

Der finale Kabinettsbeschluss fand am 18. Mai 2016 statt. Das Szenario sieht demnach so aus:

  • Der Autohändler gewährt im Fall eines BEVs 2.000 und bei einem PHEV 1.500 Euro Rabatt. Das ist die erste Hälfte der E-Auto-Prämie.
  • Die zweite Hälfte der Elektroauto-Förderung wird analog zur so genannten Umweltprämie – im Volksmund Abwrackprämie – über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) verteilt.

Der Antrag für die Kaufprämie kann beim zuständigen Bundesamt Bafa gestellt werden.

Kritik an der E-Prämie für Stromer

Es gibt viel Kritik an dieser Förderung für Elektroautos. Die Grünen etwa bemängeln, dass die Finanzierung aus dem allgemeinen Steuertopf erfolgt und nicht durch eine höhere Belastung von konventionellen Autos mit hohem Spritverbrauch.

Große Zweifel bleiben auch an der Förderung von PHEVs. Aus Umweltsicht dürften nur effiziente Batterie-elektrische Autos einen Vorteil bekommen. Deutsche Hersteller aber bieten viele PHEVs an. In diesem Punkt hat die Elektroauto-Prämie also ein klares Geschmäckle.

Aller offenen Kritik zum Trotz hat sich in der Vergangenheit bei der Abwrackprämie dennoch gezeigt, dass die Käufer begeistert zugreifen, wenn es Geld vom Staat gibt. Ob der Effekt jetzt auch bei der Elektroauto-Förderung eintritt, muss die Zeit zeigen. Vielleicht gibt es vor Prämien-Ende 2019 doch noch einen Run aufs E-Auto.

Attraktiv mit und ohne Elektroauto-Prämie: Renault Zoe
Attraktiv mit und ohne Prämie: Renault Zoe (Foto © C.Schwarzer)

Prämie fürs Elektroauto: sofort zum Autohändler?

Jein. Wer noch nie ein Batterie-elektrisches Auto gefahren ist, sollte das auf jeden Fall vorher ausprobieren. Das geht beim Autohändler, bei Freunden oder bei Carsharing-Unternehmen. Und es gibt einen ersten Eindruck davon, ob man sich damit anfreunden kann.

Danach ist der Rat: Gut Ding will Weile haben! Es gibt heute schon sehr nützliche Autos wie den Renault Zoe – andere wie der e-Smart oder der Opel Ampera-e kommen erst im Verlauf von 2017. Das mit über 400.000 Reservierungen beliebte Tesla Model 3 (Grundpreis circa 40.000 Euro) wird frühesten 2017, eher 2018 erwartet. Und weitere Modelle anderer Hersteller wie der Hyundai Ioniq Electric sind auch in Sicht.

Wichtig: Wer mit einem Batterie-elektrischen Auto liebäugelt, braucht unbedingt einen eigenen Stellplatz. Zwar verbessert sich die öffentliche Ladeinfrastruktur für unterwegs kontinuierlich, aber an der Steckdose oder der schnelleren Wallbox in der Garage führt kein Weg vorbei.

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(18) Kommentare

  1. Woher beziehen Sie die Information, daß ab 2018 die Prämie reduziert wird?
    In der „Richtlinie zur Förderung des Absatzes von elektrisch betriebenen Fahrzeugen“ (www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/B/bekanntmachung-richtlinie-zur-foerderung-des-absatzes-von-elektrisch-betriebenen-fahrzeugen.pdf?__blob=publicationFile) steht nichts dergleichen!

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