Öko-Test straft Diätpillen ab: Was taugen Abnehmtabletten?

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Öko-Test hat die beliebtesten Diätpillen und Abnehmtabletten untersuchen lassen. Die Schlankheitsmittel versprechen die Pfunde purzeln zu lassen – und zwar schnell und ohne Anstrengung. Das Testergebnis fällt ernüchternd aus: Nicht eine kann dieses Versprechen halten.

So dick war Deutschland noch nie: Rund 60 Prozent der Männer und knapp 40 Prozent der Frauen in Deutschland sind übergewichtig, sagt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Um abzunehmen setzen viele Menschen auf Abnehmmittel aus der Drogerie oder Apotheke, deren Versprechen lautet: „Schlank in wenigen Wochen“.

Diätpillen bei Öko-Test: Kein Präparat kann das Schlankheitsversprechen halten

Öko-Test hat 21 legale und freiverkäufliche Schlankheitsmittel untersucht. Keine der getesteten Pillen hat ernste Nebenwirkungen – eine Wirkung aber auch nicht. Stattdessen würden die Hersteller ihr Geschäft mit der Hoffnung der Kunden machen, fasst Öko-Test zusammen: „Der Wunsch der Verbraucher, ein paar Kilogramm weniger zu wiegen, spült den Herstellern das Geld in die Taschen“.

  • 20 der 21 Diätpillen sind bei Öko-Test durchgefallen. Der Grund: Keine einzige Wirksamkeitsstudie konnte über sechs bis zwölf Monate die Erfolge der Präparate belegen.
  • Lediglich Orlistat von Ratiopharm schneidet mit „Befriedigend“ ab. Doch ein Wundermittel ist dies nicht: Nur in Kombination mit einem Ernährungsplan, mehr Sport und einer Anpassung des Lebensstils kann man mit Orlistat erfolgreich abnehmen. Außerdem handelt es sich hierbei um ein Medikament, das nur in Absprache mit einem Arzt eingenommen werden sollte, so Öko-Test.
  • Für alle anderen Abnehmtabletten im Test gilt: Nur mehr Sport und eine gesunde Ernährung helfen beim Abnehmen, die Pillen dagegen nicht.
Vitamin D tanken an der Sonne beim Sport
Hilft besser und langfristig: Gesunde Ernährung und Sport. (Foto: Unsplash / CC0)

Fett-Burner, Fettbinder und Sättigungs-Präparate bei Öko-Test

Die Bandbreite an Schlankheitsmitteln ist gr0ß: Die einen binden Fett, die anderen sorgen für ein Sättigungsgefühl und wieder andere werben damit, Fett-Burner zu sein.

Ausreichend wissenschaftliche Belege gibt es für keine der Mittel – im Gegenteil: Für die Wirkung der Fettbinder fehle „jegliche wissenschaftliche Grundlage“, schreibt Öko-Test. Ähnliches gilt für Fett-Burner., Hier würden haltbare wissenschaftliche Belege komplett fehlen.

Und trotzdem bescheinigt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) einigen Diätpillen eine „gewichtsreduzierende Wirkung“. Damit werben die Hersteller zwar gerne, doch einen Langzeiteffekt haben auch diese Pillen nicht, sagt Professor Schubert-Zsilavecz vom Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker. Es helfe lediglich den Herstellern, ihre Produkte zu verkaufen.

Öko-Test: Refigura – viel Werbung um Nichts

Das Schlankheitsmittel Refigura ist aufgrund der vielen Werbung eines der bekanntesten Schlankheitsmittel. Refigura sei ein Fettbinder, der ein Sättigungsgefühl erzeuge– so zumindest die Werbung. Bei Öko-Test das Abnehmmittel wegen fehlender Nachweise für seine Wirkung ebenfalls durchgefallen. Fraglich ist auch die Transparenz des Unternehmens: Es ist nicht bekannt, welche Inhaltsstoffe in Refigura enthalten sind. Der Verbraucher weiß also nicht, was er überhaupt zu sich nimmt.

Noch mehr vermeintliche Wundermittel gibt es im Internet. Dies sei „wie russisches Roulette zu spielen“, warnt Professor Manfred Schubert. Denn viele Abnehmtabletten im Internet würden illegale und längst verbotene Substanzen beinhalten. Schlank machen diese nicht, besitzen dafür oft gefährliche Nebenwirkungen. Effektiver seien eine gesunde Ernährung, viel Sport und ärztliche Betreuung.

Öko-Test Januar 2018 Öko-Test Januar 2018
Öko-Test (01/2018) (Foto: Öko-Test )

Die vollständigen Testergebnisse und weitere Infos findest du in der Januar-Ausgabe von Öko-Test (01/2018) und online.

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