Öko-Test findet Mikroplastik in 21 Handcremes

Foto: Öko-Test

Im Handcreme-Test konnten viele Cremes Öko-Test überzeugen: Jede zweite ist „sehr gut“ – neun Handcremes sind allerdings durchgefallen. Verbraucher sollten daher genau hinschauen und zu den tadellosen Handcreme-Alternativen greifen. Alle Testergebnisse gibt es gratis. 

Handcremes helfen bei trockener und rissiger Haut, indem sie Fett und Feuchtigkeit spenden. Silikone oder Mineralöl will sich dagegen niemand auf die Haut schmieren und doch stecken sie in vielen Handcremes drin. Auch umstrittene Duftstoffe sind bei vielen Cremes ein Problem.

Öko-Test hat insgesamt 50 Handcremes getestet und auf bedenkliche Inhaltsstoffe untersucht. Darunter fallen neben kritischen Konservierungsmitteln und Duftstoffen auch Mineralöl-Rückstände, Formaldehyd und Mikroplastik. Neben den Produkten bekannter Marken wie Nivea und L’Oréal hat Öko-Test auch günstige Eigenmarken von Supermärkten, Discountern und Drogerieketten getestet, zum Beispiel von dm und Rossmann.

Handcreme-Test: Öko-Test lobt Naturkosmetik

Das Ergebnis: Die Hälfte der Handcremes sind empfehlenswert, darunter alle getesteten Naturkosmetikprodukte.

Doch nicht alle Cremes sind einwandfrei: Öko-Test bewertet die Nivea Handcreme Intensive mit der Note „gut“. Allerdings enthält sie die Duftstoffe Geraniol und Citronellol. Die Stoffe stehen in der Kritik, weil sie potenzielle Allergene sind, zu Haut- und Augenirritationen führen können und Wasserorganismen schädigen können.

Außerdem enthält die Nivea-Handcreme „weitere Kunststoffverbindungen“ – also Mikroplastik. Öko-Test bezeichnet diese zwar nicht als solche, weil es sich nicht um feste Partikel handelt (mehr dazu hier: Was ist Mikroplastik? – Eine Definition). Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und BUND dagegen sprechen in all diesen Fällen von Mikroplastik, wir von Utopia schließen uns dem an.

Mikroplastik steckt in 20 weiteren Handcremes, darunter neben Nivea auch bekannte Marken wie Bepanthol, Neutrogena, L’Occitane, Dove, Eucerin, Balea und Kneipp. Naturkosmetik ist übrigens frei von erdölbasiertem Mikroplastik.

Mineralöl in Handcremes nachgewiesen

In mehreren Handcremes haben die Experten im Labor Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen. Diese gelangen oft über Fette auf Mineralölbasis in die Creme. Einige MOAH-Verbindungen stehen im Verdacht krebserregend zu sein. Öko-Test hat unter anderem in den Handcremes von Neutrogena, Atrix und Dove MOAH gefunden.

In der Neutrogena-Handcreme stecken laut Laboranalyse außerdem Paraffine und Silikone (lies hier mehr dazu: Paraffin im Bad) sowie Polyethylenglucol (PEG). Der Stoff PEG sorgt als Emulgator in Cremes für eine gute Konsistenz. Allerdings wird er fast immer aus Erdöl hergestellt und kann allergische Reaktionen hervorrufen. Bei Öko-Test fällt die Handcreme durch, Testergebnis: „ungenügend“.

Handcremes wegen Duftstoff Lilial in der Kritik

Zu den besonders bedenklichen Duftstoffe zählt Lilial. Wie Tierversuche gezeigt haben, kann der Stoff fortpflanzungsgefährdend sein. Öko-Test hat Lilial im Handbalsam von Bepanthol nachgewiesen, auch er fällt im Test mit der Note „ungenügend“ durch. Der Hersteller erklärt in einer Stellungnahme, dass Lilial erst ab 10 mg/kg deklarationspflichtig ist. Der vom Labor nachgewiesene Wert liegt unter diesem Wert, aber Öko-Test wertet im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes schon geringere Mengen ab. Deshalb auch der Rat, besser zu den „sehr guten“ Handcremes zu greifen.

Alle Testergebnisse gibt es gratis auf www.ökotest.de.
Öko-Test Ausgabe 11/2019**

Tipps von Öko-Test für den Winter

Ausgabe 11/2019 von Öko-Test (Foto: © Öko-Test)

Es gibt viele Möglichkeiten, um die Hände im Winter zu schützen. Handcreme ist nur eine davon. Öko-Test zeigt auch Alternativen auf:

  • Hände beim Spülen und Putzen mit Handschuhen schützen
  • pH-neutrale oder milde Seife zum Hände waschen
  • Hände mit lauwarmem statt heißem Wasser waschen
  • Hände mit Bio-Kokosfett oder -Olivenöl massieren
  • über Nacht die Hände dick eincremen und Baumwollhandschuhe anziehen

Alle Details findest du in der Ausgabe 11/2019 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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