Öko-Test: Die meisten Hustenmittel wirken nicht

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Freiverkäufliche Medikamente gegen Husten boomen zur Erkältungszeit. Deshalb hat Öko-Test ihre Wirkung und ihre Inhaltsstoffe im Labor untersuchen lassen. Das Ergebnis überrascht: Nur die wenigsten Hustenmittel helfen wirklich.

Hustenmittel versprechen den Schleim im Rachen zu lösen oder den Hustenreiz zu lindern. Dabei ist Husten keine Krankheit, sondern nur eines von vielen Symptomen bei einer Erkältung. Um den Husten loszuwerden sind keine Medikamente notwendig, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin.

Wer Hustenmittel nimmt, kann damit höchstens die Symptome lindern, nicht aber die Krankheit heilen. Doch für viele der untersuchten Medikamente ist nicht einmal die lindernde Wirkung wissenschaftlich belegt, kritisiert Öko-Test. Die Zeitschrift hat Hustenreizdämpfer und Schleimlöser getestet.

Öko-Test: Welche Hustenmittel helfen?

Für die erste Husten-Phase mit trockenem Reizhusten gibt es Hustenreizdämpfer als Hustensaft oder Sirup. Er sollte laut Öko-Test aber nur in Ausnahmefällen eingenommen werden, zum Beispiel, um in der Nacht schlafen zu können. Der Wirkstoff Dextromethorphan kann den Hustenreiz am ehesten lindern. Er wirke zwar auf das Nervensystem, mache jedoch nicht abhängig wie verschreibungspflichtiges Cortison.

  • Im Test ist der Wick Husten-Sirup das einzige Hustenmittel mit diesem Wirkstoff und erhält die Note „Sehr Gut“.
Salbeitee hilft bei Husten und verstopfter Nase, Hustenmittel
Natürliches Hustenmittel: Salbeitee hilft bei Husten und verstopfter Nase (Foto: CC0/Pixabay/StockSnap)

Hustenmittel: Drei Schleimlöser eignen sich bei Husten

Im weiteren Krankheitsverlauf setzt sich Schleim im Rachen fest. Ärzte empfehlen das natürliche Abhusten des Schleims. Pflanzliche Arzneimittel können das Abhusten erleichtern und zumindest subjektiv für Linderung sorgen. Dreimal vergab Öko-Test die Bestnote „Sehr Gut“ für Schleimlöser.

  • Bronchipret TP: Für die Kombination aus Thymian und Primelwurzel ist die Wirksamkeit belegt und das Arzneimittel enthält keine bedenklichen Inhaltsstoffe (ab 12 Jahren geeignet).
  • GeloMyrtol Forte: Hier sind u.a. Auszüge von Eukalyptusöl, Süßorangenöl, und Zitronenöl enthalten, deren Wirkung  wissenschaftlich nachgewiesen wurde (ab 6 Jahren geeignet).
  • Soledum Kapseln Forte: Das enthaltene Cineöl stammt aus der Eukalyptuspflanze und lindert nachweisbar den Husten (ab 12 Jahren geeignet).

„Gut“ schnitt das Hustenmittel Umckaloabo ab. Der enthaltene Extrakt aus den Wurzeln der südamerikanischen Pflanze Pelargonium sidoides hat sich als symptomlindernd bei akuter Bronchitis gezeigt.

Spitzwegerich und Efeu überzeugen Öko-Test nicht

Viele Wirkstoffe der Hustenmittel konnten Öko-Test jedoch nicht überzeugen, da wissenschaftlichen Studien die Wirksamkeit bisher nicht eindeutig belegen konnten. Dazu zählt unter anderem Spitzwegerich, der zum Beispiel im Klosterfrau Broncholind-Hustensaft und den Hustensäften von Rossmann (Altapharma) und dm (Das Gesunde Plus) steckt.

Auch für Efeublätter als Schleimlöser und Hustenmittel gibt es keine eindeutigen Studien, sie stecken im Prospan-Hustensaft und in Sinuc Akut.

Kritische Konservierungsmittel in Arzneimitteln

In Arzneimitteln gegen Husten kommen häufig die synthetisch hergestellten Wirkstoffe Acetylcystein und Ambroxol zum Einsatz. Zum Beispiel enthalten der Mucosolvan-Hustensaft und verschiedene Hustenstiller von Ratiopharm die Stoffe. Jedoch ist die Wirkung für Acetylcystein nicht nachgewiesen, für Ambroxol gibt es nur unzureichende Studien.

Einige der untersuchten Mittel gegen Husten enthielten den Konservierungsstoff Propylparaben, der eine hormonelle Wirkung haben kann. Gefunden hat Öko-Test den Stoff beispielsweise im Phytohustil Hustenreizstiller Sirup. Gerade Kleinkinder sollten bei Husten kein Medikament mit diesem Zusatzstoff erhalten. Auch Benzoesäure und Natriumbenzoat haben nichts in Hustenmitteln für Kinder zu suchen. Der Körper kann die Stoffe nur schwer verstoffwechseln und es besteht die Gefahr, dass sich der Stoff im Körper anreichert.

Den vollständigen Text kannst du im Magazin Öko-Test (01/2018) und auch auf der Website von Öko-Test nachlesen.

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(4) Kommentare

  1. In diesem Beitrag ist eine widersprüchige Aussage zur Wirksamkeit von Spitzwegerich. Im verlinkten Artikel zum selbstgemachten Hustensaft aus Zwiebeln wird von dessen Wirksamkeit geschrieben, während hier die Wirksamkeit als nicht nachgewiesen gilt.

  2. Hallo,

    leider ist dieser Artikel extrem schlecht recherchiert. Detromethorphan ist kein Cortisonabkömmling sondern verwandt mit Morphin und Codein. Außerdem werden Hustenlöser und Hustenstiller in einem Absatz genannt.

  3. Es ist schon bedauerlich , dass man bei Utopia nicht zwischen Cortison und Codein unterscheiden kann. Ich befürchte, demnächst wird es reienweise Menschen geben, die glauben Cortison macht abhängig. Ist natürlich völliger Blödsin.
    Gibt es bei den Utopisten keine Apotheker/innen , die als Fachleute solche Texte gegenlesen könnten, bevor man sie veröffentlich?

  4. Guten Tag,

    ich bin erstaunt wieviel Halbwissen in einem Artikel veröffentlicht wird. Gerade bei einem so ubiquitär auftretendem Thema wie Husten ist es doch wirklich wichtig genau zu prüfen was man so veröffentlicht; hinterher glaubt das noch einer! Die Verwechslung zwischen Codein und Cortison ist da gerade erst der Anfang. Ich verstehe beispielsweise nicht warum propagiert wird, Wick Hustensirup wäre der beste und einzige Hustenstiller mit Dextromethorphan. Dieser Sirup enthält sowohl Natrium benzoat (das weiter unten im Text verpönte Konservierungsmittel), als auch Ethanol (Alkohol…das Zeugs das sonst lediglich in Spirituosen zu finden sein sollte) in einer nicht unerheblichen Konzentration von 5%(v/v). Alkohol und Medikamente passen ja bekanntermaßen immer gut zusammen (!VORSICHT IRONIE!). Silomat DMP Intensiv wäre da sicher nennenswerter gewesen. Desweiteren wird behauptet, diverse Hustenstiller von Ratiopharm enthielten die Stoffe Ambroxol und Acetylcystein. Warum sollte das so sein? Hustenstiller Ratiopharm enthält Dextromethorphan was auch naheliegt, denn Dextromethorphan ist ein Hustenstiller im Gegensatz zu Ambroxol und Acetylcystein, welche Hustenlöser sind! Der nächste grobe Patzer: Die Wirkung von Acetylcystein wäre nicht nachgewiesen….Acetylcystein (auch (R)-2-Acetamido-3-mercaptopropionsäure; Acetylcysteinum; N-Acetyl-L-cystein) spaltet die Disulfidbrücken des „Schleims“, sodass dieser verflüssigt wird. Es ist ein super wichtiges Medikament das sogar bei schwerstkranken Lungenpatienten (COPD-ler oder Patienten mit chronischer Bronchitis) für eine gute Sekretlösung sorgt. Wahrscheinlich sind jetzt auch alle Pneumologen, die jeden Tag hunterte Rezepte mit Acetylcystein (ACC) ausstellen, ahnunglos. Also bitte beim nächsten „Fachartikel“ Fachleute hinzuziehen und das ganze kontrollieren lassen.

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