Öko-Test Feuchtigkeitsseren: L‘Oréal und Vichy fallen durch

Fotos: Ökotest

Was taugt ein Feuchtigkeitsserum mit Hyaluron? Öko-Test hat von den Unternehmen Belege für die Wirksamkeit ihrer Feuchtigkeitsseren eingefordert und die Kosmetik auf Problemstoffe geprüft. Gleich mehrere Markenprodukte sind durchgefallen …

Feuchtigkeitsseren mit Hyaluron werden als neues Anti-Aging-Wundermittel beworben – doch sind sie das auch? Oder schaden manche Kosmetika der Haut möglicherweise mehr, weil viele Problemstoffe im Feuchtigkeitsserum stecken?

Öko-Test hat sich die Inhaltsstoffe von 20 Feuchtigkeitsseren genauer angesehen und von den Unternehmen Studien zur Wirksamkeit angefordert. Das Ergebnis ist niederschmetternd. Trotzdem haben viele Kosmetikprodukte im Test mit „sehr gut“ oder „gut“ abgeschnitten – nur wenige sind durchgefallen.

Feuchtigkeitsserum im Test: Viele Produkte können überzeugen

Öko-Test hat Feuchtigkeitsseren von großen Marken sowie preiswerten Eigenmarken der Drogerieketten getestet. Das Ergebnis: Der höhere Preis der Markenprodukte ist gemessen am Testergebnis nicht gerechtfertigt. Dm, Rossmann und Müller haben mit ihren günstigen Produkte nicht schlechter abgeschnitten als Nivea, L‘Oréal und Vichy – im Gegenteil.

Insgesamt elf Produkte haben die Noten „sehr gut“ oder „gut erhalten. Darunter befinden sich auch drei Eigenmarken der Drogerieketten, wie das Terra Naturi Hydro Intensiv Serum Hyaluron Booster von Müller (Naturkosemtik).

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Problemstoffe in Feuchtigkeitsseren von Vichy und L‘Oréal

Mehrere Markenprodukte haben im Test der Feuchtigkeitsseren mit Hyaluronsäure enttäuscht: Bei Vichy und L’Oréal hat Öko-Test gleich mehrere bedenkliche Inhaltsstoffe gefunden, weshalb die Tester:innen die Produkte als „ungenügend“ bewerteten:

  • Öko-Test kritisiert beim L‘Oréal Revitalift Filler + Hyaluronsäure Anti-Falten Serum sowie beim Vichy Liftactiv Supreme H.A. Epidermic Filler Polyethylenglykol (PEG). Der Inhaltsstoff steht in der Kritik, weil er die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen kann. Außerdem basiert er in der Regel auf umwelt- und klimaschädlichem Erdöl.
  • Ein weiterer Kritikpunkt: In den beiden Feuchtigkeitsseren steckt die halogenorganische Verbindung Chlorphenesin. Dabei handelt es sich um einen Konservierungsstoff, der die Haut reizen und Allergien hervorrufen kann.

Im Hinblick auf das teure Apotheken-Produkt von Vichy schreibt Öko-Test: „Insbesondere von Kosmetik aus der Apotheke dürfen sich Verbraucherinnen aber eine gute Verträglichkeit erwarten“. Das Vichy Feuchtigkeitsserum kostet mehr als zehnmal so viel wie das günstige Naturkosmetik-Produkt der Drogeriekette Müller.

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Was taugt ein Serum?

Mehr als die Hälfte der getesteten Feuchtigkeitsseren werben mit Anti-Aging-Versprechen: Das Serum könne angeblich verjüngen, die Haut straffen, Falten mindern oder es habe einen Lifting-Effekt. Das Problem an diesen Anti-Aging-Versprechen: Könnten Kosmetika wirklich eine Verjüngung herbeiführen, müssten sie als Arzneimittel verkauft werden, erklärt Öko-Test: „Denn Altersfalten bilden sich nicht in der obersten Hautschicht, der Epidermis, sondern in der darunter liegenden Lederhaut“ – dort dürfen Kosmetika aber gar nicht wirken, sondern nur Arzneimittel.

Was die Feuchtigkeitsseren aber schaffen: Sie können die obere Hautschicht durchfeuchten, Trockenheitsfältchen verschwinden lassen und für ein frischeres und glatteres Hautbild sorgen. Mit Anti-Aging hat das aber nichts zu tun. Daher überrascht es auch nicht, dass kein Unternehmen durch Studien nachweisen konnte, dass sein Produkt eine echte Anti-Aging-Wirkung hat. Für überzogene Verjüngungsversprechen hat Öko-Test in der Bewertung eine Note abgezogen.

Feuchtigkeitsserum verwenden – ist das sinnvoll?

Der Münchner Hautarzt Dr. Christoph Liebich hat gegenüber Öko-Test erklärt, dass Feuchtigkeitsseren grundsätzlich sinnvoll sein können. Gerade im Sommer könne man das Serum mit der Basiscreme vermischen und die Tagespflege etwas leichter machen. Bei einer Mischhaut eigne sich das Serum auch als Alternative zur reichhaltigen Creme, um der Haut punktuell etwas Feuchtigkeit zu geben, so der Experte.

Alle Details findest du in der Ausgabe 05/2021 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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(1) Kommentar

  1. MMn sollte man besser etwas gegen die Ursachen tun und dem Körper ermöglichen, sich selbst zu reparieren, als immer tiefer in die Abhängigkeitsspirale teurer kosmetischer „Pflegeprodukte“ zu entgleiten. Der Körper verlernt dadurch wichtige Funktionen, aber die „Gesundheitsindustrie“ reibt sich die kräftig Hände!

    Ursachen sind oftmals: mangelhafte Ernährung, zu trockene Luft, ein steriles Umfeld, fehlende Aktivitäten an der frischen Luft, Stress, Smog in den Städten, …
    Das verschafft den Ärzten zwar jede Menge Patienten und den Herstellern diverser unnötiger Produkte dicke Brieftaschen, verbessert aber in keinster Weise die immer schlechter werdenden allgemeinen (Über-) Lebensbedingungen aller Lebewesen – ganz im Gegenteil. Diese Industrie befeuert und profitiert sogar von geschädigten biologischen Systemen! Daher mein Rat: solche Konzerne lieber nicht zu unterstützen 😉