12 Bilder, die zeigen, warum wir unseren Konsum dringend ändern müssen

Bilder, die zeigen, warum wir unseren Konsum ändern müssen
Fotos: © Kerstin Langenberger Photography; Human Rights Watch; Unknown

Plastikmüll in den Meeren, schmelzende Gletscher, ausgebeutete Arbeiter – unser Konsum im Hier und Jetzt hat an anderen Orten verheerene Folgen. Im Alltag fällt es erstaunlich leicht, das alles einfach zu ignorieren. Aber diese Bilder gehen bestimmt nicht spurlos an dir vorbei.

1. Für Palmöl sterben Orang-Utans

Palmöl steckt in ungefähr jedem zweiten Produkt aus dem Supermarkt – von Shampoo bis Pizza. Meist kommt es von riesigen Monokulturen in Südostasien, für die rücksichtslos Regenwald gerodet wird. Orang-Utans und andere Tiere verlieren so ihren Lebensraum. Der Orang-Utan auf diesem Bild wurde von Aktivisten aus einem zerstörten Wald auf Borneo vor dem Tod gerettet. Doch längst nicht alle Tiere haben so viel Glück – und jeder, der konventionelle Produkte mit Palmöl kauft, ist für diese Katastrophe mit verantwortlich.

Mehr: Palmöl: Wie stoppen wir die Regenwaldzerstörung?

2. Unsere Kleidung verseucht asiatische Gewässer

Folgen unseres Konsums: Die Textilindustrie verschmutzt Gewässer
Textilfabriken leiten giftige Abwässer oft einfach in die Flüsse. (Foto: © The True Cost )

Ein Großteil unserer Kleidung wird in Asien produziert, wo die Umweltschutzstandards oft niedrig und die Kontrollen schwach sind. Textil- und Lederfabriken wie hier in Kanpur/Indien lassen hochgiftige Abwässer nicht selten einfach in die Flüsse laufen. Wer nicht explizit Mode von Marken kauft, die transparent und ökologisch wirtschaften, muss leider davon ausgehen, dass auch für seine Kleidung Umwelt zerstört wurde.

Beeindruckender Film zum Thema: „The True Cost“

3. Unser Plastikmüll landet weltweit im Meer


Man hat den Eindruck, fast alles in der modernen Konsumwelt ist in Plastik verpackt. Und auch, wenn du jetzt sagst „Aber ich werfe meinen Müll doch in die Tonne“: wir hier in Europa tragen definitv dazu bei, dass der Plastikmüll sich in den Meeren ansammelt.

Dieses schockierende Foto hat Fotograf Zak Noyle in Indonesien gemacht – in der Hoffnung die Müll-Welle könne zur „Welle der Veränderung“ werden und das Bewusstsein für das Müllproblem in den Meeren stärken.

Mehr: Plastikmüll im Meer – was kann ich dafür?

4. Der menschengemachte Klimawandel verursacht Naturkatastrophen

Folgen des Konsums: Klimawandel verursacht Extremwetter
Nach dem Super-Taifun „Haiyan“ auf den Philippinen (2013) (Foto: von Daria Devyatkina unter CC-BY-2.0)

Der Klimawandel, den wir durch unseren Lebensstil und unser Konsumverhalten wesentlich mit verursachen, lässt nicht nur die Temperaturen und den Meeresspiegel steigen. Auch extreme Wetterphänomene wie Stürme und Dürren nehmen zu – und zwar nicht nur am anderen Ende der Welt.

Mehr: Klimawandel in Deutschland: mögliche Folgen 20140

5. Wir verschwenden unfassbare Mengen essbarer Lebensmittel

Pro Sekunde werfen wir in Deutschland über 300 Kilogramm essbare Lebensmittel in den Müll. Laut WWF wäre etwa die Hälfte der gesamten Lebensmittel-Abfälle (18 Millionen Tonnen pro Jahr) vermeidbar. Wir Verbaucher können am meisten daran ändern, indem wir sorgsamer mit Lebensmitteln umgehen. Dazu gehört, bewusst einzukaufen, nicht alles, was nicht makellos ist, gleich wegzuwerfen und sich nicht vom Mindesthaltbarkeitsdatum verunsichern zu lassen.

Mehr: 10 Tipps für weniger Essen im Müll

6. Täglich Fleisch, unendliches Leid

Folgen unseres Konsums: Massentierhaltung
Unser hoher Fleischkonsum ist nur durch grausame Massentierhaltung möglich. (Screenshot: Video "Durch die Augen eines Schweins"/AnimalEquality Germany)

Die Mehrzahl der Deutschen isst gerne viel Fleisch für wenig Geld. Das ist nur möglich, weil die Tiere unter grausamen Bedingungen in Massentierhaltung leben – egal, ob Hühner, Rinder oder Schweine. Eingesperrt auf engstem Raum ohne jegliche artgerechte Beschäftigungs- oder Bewegungsmöglichkeiten, gezüchtet hin zu grotesken Körperproportionen, behandelt mit Antibiotika und gefüttert mit Gentech-Soja aus Südamerika: Die konventionelle Tierhaltung birgt unendlich viel Leid für die Tiere und für die Umwelt – und das alles nur, damit wir unser täglich Fleisch essen können. Denn „das schmeckt so gut“ und „Bio ist viel zu teuer“.

Jeder, der konventionelles Fleisch isst, sollte sich den 360 Grad-Film „durch die Augen eines Schweins“ zumuten.

7. Unser Elektroschrott vergiftet Afrika

Wir hungern ständig nach noch neueren Smartphones, Fernsehern, Notebooks, Tablets usw. Und sobald unsere Geräte eine Macke haben, entsorgen wir sie. Trotz Exportverbot landen deshalb Unmengen an Elektroschrott aus Europa in Afrika. Dort nehmen Arbeiter und Kinder die Geräte ohne Schutzmaßnahmen auseinander, um an wertvolle Rohstoffe zu gelangen. Ganze Landstriche sind durch die giftigen Substanzen aus den Elektrogeräten verseucht, allen voran Agbogbloshie in Ghana.

Ein Team von Journalisten („Follow the Money“) verfolgte 2013 die Spur eines Fernsehers aus Hamburg bis nach Afrika, die eindrucksvolle Dokumentation des Projekts findest du auf www.schrottfernseher.de. Ebenfalls sehenswert: Ein Doku-Film von BR24 zeigt, wie Kinder und Jugendliche in Ghana unseren Elektroschrott ausschlachten.

8. Alltäglicher Plastikmüll verstümmelt Meereslebewesen

Plastikteile und anderer Müll gelangt auf vielfältigen Wegen in die Meere. Für Meereslebewesen wie Fische, Wale, Meeresvögel und Schildkröten kann Abfall lebensgefährlich sein: Sie verheddern sich darin, verletzen sich daran oder fressen das Plastik versehentlich. Diese Schildkröte erlangte traurige Berühmtheit als Symbol des Plastikmüllproblems. Sie blieb, vermutlich als sie noch sehr klein war, in einem Plastikring stecken. Ihr Panzer und Körper wuchsen dann in einer skurrilen Form darum herum.

Das Bild ist extrem – die Anzahl der Tiere, die unter der Plastikverschmutzung in den Meeren leiden, ebenfalls: Laut Umweltbundesamt sterben jedes Jahr bis zu 100.000 Meeressäuger und eine Million Seevögel an den Folgen des Mülls. Für 136 Arten von Meereslebewesen ist bekannt, dass sie sich in Müllteilen verheddern und strangulieren. Mindestens 43 Prozent aller Wal- und Delfinarten, über ein Drittel der Seevögel, alle Arten von Meeresschildkröten und viele Fischarten fressen versehentlich Müll.

Was das mit uns zu tun hat: Plastikmüll im Meer – was kann ich dafür?

9. Den wahren Preis für unsere Kleidung zahlen andere

Folgen des Konsums: Ausbeutung in der Textilindustrie
Textilarbeiterinnen in einer Fabrik in El Salvador. Aus der sehenswerten Reportage: „…wie eine Sklavin!“ (Foto: © Christliche Initiative Romero)

So billig Kleidung hier oft ist, so teuer kommt sie andere Menschen zu stehen: Die Textilarbeiterinnen in den Fabriken in Bangladesch, China und anderen Niedriglohn-Ländern zum Beispiel. Für Hungerlöhne, in viel zu langen Arbeitszeiten, in maroden Gebäuden und ohne irgendwelche Sicherheiten fertigen unzählige Näherinnen unsere Mode.

Egal, wo du shoppst: Wenn du nicht bei Fair Fashion-Labels kaufst, musst du davon ausgehen, dass deine Kleidung genau so hergestellt wurde. Alternative: Gebraucht kaufen, so reduzierst du immerhin die Menge an Kleidern, die produziert werden muss.

10. Wir lassen die Gletscher dahinschmelzen

Wie wir alle wissen, haben wir aufgrund unseres verschwenderischen Konsumverhaltens – unseres Fleischkonsums, unseres Erdölverbrauchs, unserer Kohlekraftwerke – mit Schuld am Klimawandel. Mit am härtesten trifft dieser die Pole. Gletscher in Arktis und Antarktis schmelzen in beispielloser Geschwindigkeit, die Lebensräume der Menschen und Tiere sind bedroht. Das traurige Symbol dieser Entwicklung ist dieser völlig abgemagerte Eisbär. Die Fotografin Kerstin Langenberger machte das Bild in 2015 in Norwegen.

In einem bewegenden Facebook-Post schreibt die erfahrene Polar-Fotografin dazu unter anderem:

„Many times I have seen horribly thin bears, and those were exclusively females – like this one here. […] How can a population be stable if it consists of less and less females and cubs?“

(Deutsch: „Ich habe habe viele Male schrecklich dünne Bären gesehen und diese waren ausnahmslos weiblich – so wie dieser hier. […] Wie kann eine Population stabil sein, wenn sie aus immer weniger Weibchen und Jungen besteht?“)

11. Ein normaler Stromtarif macht ein neues Tschernobyl möglich

Diese Gasmasken stammen aus Tschernobyl, wo sie den Trägern nur wenig Schutz bieten konnten. Der Super-GAU dort ist inzwischen 30 Jahre her, doch Fukushima hat vor fünf Jahren gezeigt, dass ähnliche Katastrophen jederzeit wieder passieren können. Und zwar überall. Wer immer noch Strom von konventionellen Stromanbietern bezieht, trägt aktiv dazu bei, dass die gefährliche Atomkraft weiter genutzt wird. Mit dem Wechsel zu einem echten Ökostrom-Anbieter dagegen unterstützt du täglich die Enwergiewende.

12. Für unseren Luxus arbeiten Kinder

Kinderarbeit ist noch immer weit verbreitet und in vielen Branchen ein Problem. Gerade für jene Dinge, mit denen wir es uns gut gehen lassen, schuften auf der anderen Seite der Erde oft Kinder: auf Kakao-, Kaffee- oder Tabakplantagen. Ausschließen kannst du das nur, indem du zertifizierte Produkte aus fairem Handel kaufst bzw. zumindest auf die Herkunft achtest.

Mehr: Diese Produkte solltest du fair kaufen

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(25) Kommentare

  1. Gut, dass sich mal jemand wie Theresa gemeldet hat, um klarzustellen, dass „konventionelle Landwirtschaft“ nicht gleichzusetzen ist mit den skandalösen
    Bildern, die natürlich ebenfalls veröffentlicht werden müssen.
    Was das Palmöl angeht: Schade, dass Alternativprodukte bspw. zu Nutella (das geschmCklich halt leider noch immer unübertroffen ist, daher meine Bitte, dass Ferrero doch mal aelber versucht, die Rezeptur wie gehabt nur mit einem anderen Fett erprobt?!) oft einen trockenen Beigeschmack haben und dabei wie etwa „Nocciolata“ mind. doppelt soviel kosten! In der Kosmetikbranche ist es für mich als vielfache Allergikerin teilw. unverzichtbar, weil Alternativprodukte, speziell die Bio-, Öko- u.a. -Schiene fast immer mit (überflüssigen!) Zutaten wie Wollwachsen, Zimtalkoholen (das sind „natürliche“ Parfümstoffe), Geraniol, Limonenen etc. arbeiten, von Konservierungsstoffen wie etwa Benzoesäure-Derivaten ganz zu schweigen! – Die halbe E-Nummern-Liste in einem Bio-Duschgel? Was soll man davon halten? Auch diese Modewellen, beispielsweise mit Grantapfel-Extrakten … Da sind die „nachhaltigen Alternativen“ schnell noch viel schlimmer als Nivea und Co. – und, ich ahne schon die Tipps und Kommentare: nicht jede Haut verträgt Oliven- oder Mandelöl, ja, auch darauf kann man nämlich allergisch sein!

  2. anstatt hier alle ihre Senf dazu geben und sich gegenseitig über die anderen aufzuregen, solltet Ihr selber etwas tun um dazu beizutragen das es auch der Umwelt gut geht. Immer dieses unnütze gelabber von hier und da und ich weiss es besser oder schieb dem oder der das in die Schuhe. Lieber mal Mund halten und Taten sprechen lassen. Es gibt viele Dinge die jeder machen kann, um den Zustand nicht zu verschlimmern.

    Und anstatt einen Artikel mit solchen Bildern zu schreiben, macht lieber was und dokumentiert dies, das andere es als anstoß sehen, zeigen was manchen kann, in jeder Lebenslage. Das gut aufweißen, wie man was verändern kann oder verbessern.

    Warum muss man immer nur vom schlechten Reden und es zeigen.

    Zeigt lieber mal was Positives, was gutes was geschaffen wurde, etwas was man für die Zukunft braucht.

    Das nervt wirklich das immer das Schlecht gezeigt wird und mit Bildern einem etwas zugeriert wird. Das ist bösartige beeinflussung und lenkt nur noch mehr die Aufmerksamkeit auf das Schlechte.

    Schafft gutes und zeigt dieses und verbreitet dies in der Welt.

    Und nein, das ist kein weg schauen, was in der Welt schlimmes passiert. Davon gibt es leider viel zu viel. Aber bringen tut das nichts, ausser man sich das schlechte einprägt und verschlimmert

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