Abfallhierarchie: Das sind die fünf Stufen

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Die Abfallhierarchie zielt darauf ab, dass Müll gar nicht erst entsteht. Wie das funktionieren soll und welche Rolle du dabei hast, liest du hier.

Mit der Abfallhierarchie zu weniger Müll

Die Abfallhierarchie legt die Reihenfolge fest, um Abfall zu entsorgen. Das erklärte Ziel ist es, dass wenig Müll entsteht und dieser nicht die Umwelt belastet. Daher steht „Abfall vermeiden“ auch an oberster Stelle in der Rangfolge. Fällt doch Müll an, soll er nicht in der Sackgasse Müllverbrennungsanlage landen, sondern als Grundlage für neue Produkte dienen. Bislang verbrennen auf diese Weise wertvolle Rohstoffe. Mit ihnen ließen sich die natürlichen Rohstoffvorkommen der Erde erhalten und für kommende Generationen aufsparen.

 Für diese Ziele gibt die Abfallhierarchie fünf Stufen vor:

  1. Vermeidung
  2. Vorbereitung zur Wiederverwendung
  3. Recycling
  4. sonstige Verwertung, insbesondere energetische Verwertung und Verfüllung
  5. Beseitigung

Diese Abfallhierarchie findest du im Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG), Paragraph 6. Sie ist der Kern des Gesetzes, das eine Richtlinie der Europäischen Union umsetzt. Das Umweltministerium erläutert, dass eine Kreislaufwirtschaft die Probleme durch wachsende Müllbergen nachhaltig lösen soll. Wie in einem Kreislauf, entstehen aus den Abfällen wieder Rohstoffe für neue Produkte. Die Menge an tatsächlich, unbrauchbaren Müll schrumpft somit auf ein Minimum zusammen.

Das Gesetz ruft im Grunde alle auf, Müll zu vermeiden. Es wendet sich jedoch in erster Linie an Unternehmen und Kommunen. Zum Beispiel kannst du aber bei den ersten beiden Stufen, „Abfall vermeiden“ und „vorbereiten zu Wiederverwendung“ aktiv werden.

Abfallhierarchie: Die oberste Stufe – Abfall vermeiden

Auf dem Markt kaufst du unverpackt ein.
Auf dem Markt kaufst du unverpackt ein.
(Foto: CC0/pixabay/Medienservice)

Abfall, der gar nicht erst entsteht, ist die einfachste Art, die Umwelt zu schonen. Mit diesen Tipps gelingt es dir, dass deine Mülltonnen bestimmt an Gewicht verlieren. Kauf mit Bedacht ein. So setzt du Zeichen, dass Müll „out“ ist.

Lebensmittel:

  • Plane deine Einkäufe: Überlege dir, was in den nächsten Tagen auf deinem Speiseplan stehen soll und kaufe dafür ein. So vermeidest du, dass Lebensmittel verderben. Übrigens, aus Resten kannst du noch leckere Gerichte zubereiten.
  • Stoffbeutel und Gemüsenetze: Nimm dir ausreichend Beutel für deine Einkäufe mit. So brauchst du nicht auf Plastiktüten im Supermarkt zurückgreifen.
  • GetränkeLeitungswasser kannst du in Deutschland bedenkenlos trinken. Vorteil für dich, du brauchst nie wieder schwere Getränkekisten schleppen. Eine erfrischende Limonade oder Eistee kannst du leicht selbst herstellen. Du sparst dir Getränkeflaschen und kannst die Zutaten selbst bestimmen.
  • Unverpackt: Obst oder Gemüse kannst du zum Beispiel verpackungsfrei auf dem Wochenmarkt oder direkt im Hofladen kaufen. Regionale und saisonale Gemüse- und Obstsorten haben kurze Transportwege und verbrauchen so weniger Energie. Der positive Effekt, nicht nur weniger Müll, sondern auch weniger Treibhausgase. In einem Unverpackt-Laden kannst du auch andere Lebensmittel Zero Waste einkaufen, also ohne Verpackungsmüll.

Tipp! Resteverwertung – Gemüsereste, die sonst üblicherweise im Biomüll landen, kannst du oft noch in der Küche verwenden.

Müll vermeiden heißt auch, sich selbst zu hinterfragen: Brauche ich das jetzt tatsächlich? Vielleicht kannst du ja die eine oder andere (Konsum) Gewohnheit ändern.

  • Gebrauchte Waren: Diese Karte zeigt dir Second Hand Läden in deiner Nähe. Auch gebrauchte Handys, refurbished Notebooks, gebrauchte Fahrräder oder gebrauchte Bücher kannst du kaufen, um Müll zu vermeiden. Flohmärkte laden zum Bummeln ein und vielleicht kannst du das eine oder andere alte Stück erwerben.
  • Leihen oder tauschen: Sachen, wie Werkzeuge oder Gartengeräte kannst du dir leihen. Innerhalb deiner Nachbarschaft könnt ihr tauschen, teilen oder leihen.
  • Reparieren anstatt wegwerfen: Die App iFIX it hilft dir bei kleineren Reparaturen. Vielleicht gibt es bei dir ja auch ein Repair Cafe. Dort kannst du zum Beispiel Fahrräder oder kleine Elektrogeräte reparieren lassen. Eine Alternative ist Upcycling. Du verwendest alte Gegenstände einfach mal anders. Zum Beispiel kannst du in alten Marmeladengläser plastikfrei Lebensmittel aufbewahren oder transportieren.

Abfallhierarchie: Recycling vorbereiten

In alten Gläsern kannst du Lebensmittel aufbewahren.
In alten Gläsern kannst du Lebensmittel aufbewahren.
(Foto: CC0/pixabay/Jasmin_Sessler)

Richtig sortierter Müll ist die Vorbereitung, damit Verwertungsbetriebe die Rohstoffe einfacher recyceln können. Du kannst ihnen die Arbeit erleichtern und dafür sorgen, dass aus dem Abfall wieder etwas Neues entstehen kann.

Der BUND Umweltschutz berichtet, dass Recycling aus Papier, Glas und Metall schon ganz gut funktioniert. Die Recyclingquoten für diese Rohstoffe liegen größtenteils um die 80 Prozent. Sie könnten aber noch besser sein. Bei Plastikabfällen und Elektroschrott gibt es noch Nachholbedarf.

Der NABU erklärt, wie du den Müll richtig trennst.

  • In die Gelbe Tonne für Verpackungsmüll gehören: Kunststoff, Alu, Weißblech und beschichtete Kartons, wie für Getränke oder Tiefkühlwaren. Hast du die Möglichkeit, trenne schon Verpackungen, die aus unterschiedlichen Materialien bestehen, zum Beispiel Brottüten mit Sichtfenster oder Jogurthbecher vom Deckel.
  • Werfe Elektroschrott niemals in den Hausmüll. In Wertstoffhöfen kannst du die Geräte kostenlos abgeben. Manche Elektromärkte nehmen kleine Geräte (meist bis 25 Zentimetern Länge) zurück.
  • Alte Batterien und LED-Leuchten gibst du in den Sammelstellen in den Geschäften ab. Sie gehören zum Sondermüll.

Abfallhierarchie: Die weiteren Stufen

Elektroschrott enthält wertvolle Rohstoffe.
Elektroschrott enthält wertvolle Rohstoffe.
(Foto: CC0/pixabay/andreahuyoff)

Recycling und Verwertung sind die nächsten Stufen der Abfallhierarchie. Diese Aufgaben übernehmen spezialisierte Betriebe und die Kommunen. Sie stellen zum Beispiel Glascontainer auf, sammeln Altkleidung oder betreiben Wertstoffhöfe.

In der Reihenfolge der Abfallhierarchie steht Müll entsorgen an letzter Stelle. Erst wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kommt der Abfall in die Verbrennungsanlage. Dabei entstehen CO2-Emissionen, die für die Erderwärmung verantwortlich sind. Zudem sind die Rohstoffe verloren.

Wie der BUND berichtet läuft es bei Plastik- und Elektroabfällen noch nicht so gut.

  • Kunststoffabfälle: Der NABU berichtet, dass 2017 die Menge an Kunststoffabfall etwa 3,2 Millionen Tonnen betrug. Seit 1995 ist das ein Anstieg von 103 Prozent. Eine zweites Problem dabei, nur knapp die Hälfte davon wird recycelt. Die andere Hälfte des Kunststoffmülls wird über die Müllverbrennungsanlagen entsorgt.
  • Elektrogeräte: Sie bestehen teilweise aus wertvollen Rohstoffen, die wiederverwertbar sind. Der NABU zählt auf, dass darunter Kupfer, Eisen oder Glas und Keramik sind. Allerdings sind häufig auch problematische Materialien verbaut. Das sind giftige Stoffe wie Cadmium, Blei oder Quecksilber. Diese Stoffe müssen richtig entsorgt werden, damit sie im Müll keine Umweltschäden anrichten.

Hier nimmt das Kreislaufwirtschaftsgesetz auch die Unternehmen, die die Waren herstellen in der Pflicht. Es sieht unter anderem vor, dass Produkte schon so gebaut sind, dass ein Recycling später keine Probleme mehr bereitet.

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