Airbnb-Alternativen: Nightbank und TalkTalkBnb

Airbnb Alternativen
Foto: Unsplash / Timothy Buck

Spätestens seit dem Erfolg von Airbnb ist klar: Große Bettenburgen sind out – und heimelige Privatunterkünfte in. Diese beiden Airbnb-Alternativen bieten nicht nur Betten bei Einheimischen an, sondern gehen noch einen Schritt weiter.

Zu Hause ist es am Schönsten, heißt es. In dem Sinne ist es nicht überraschend, dass Übernachten bei privat so beliebt ist. Mit den Airbnb-Alternativen Nightbank und TalkTalkBnb unterstützt man entweder soziale und ökologische Projekte – oder lernt eine neue Sprache. Wir stellen beide Alternativen zu Airbnb vor.

Airbnb-Alternative: Nightbank

„Nightbank hat die Vision einer Welt, in der Menschen ihre Häuser öffnen und ihre Unterkünfte teilen, um damit soziale und ökologische Initiativen in Gemeinschaften an unterschiedlichsten Orten zu unterstützen“, so die Selbstbeschreibung der Airbnb-Alternative Nightbank.

Das Prinzip: Jeder kann Gutes tun, auch ohne Geld. Und im Fall von Nightbank, indem man auf einer fremden Couch schläft – oder selbst kostenlos eine anbietet. Nightbank nennt dies ein „schlafendes Vermögen“, das jeder hat und nutzen kann.

Bei der Airbnb-Alternative Nightbank kann man auf drei verschiedene Arten mitmachen:

  • Man startet eine eigene lokale Initiative.
  • Man stellt eine Unterkunft bereit, um durch den Preis der Übernachtung eine Initiative zu unterstützen.
  • Man übernachtet in einer solchen Unterkunft und unterstützt somit das Projekt seiner Wahl.
Airbnb Alternative Nightbank
Die Idee von Nightbank: Nutze deine Ressource „Bett“ und finanziere dadurch ausgewählte Initiativen. (Foto: Screenshot Nightbank)

Durch die Übernachtungen unterstützen Gastgeber und Gast Projekte wie eine Wasser-Initiative in Kenia oder eine Flüchtlingsunterkunft in Athen. Auf der Website von Nightbank kann man sehen, wie viel Geld für das Projekt gebraucht wird – und wie viel bereits gesammelt ist. Die Initiativen verfolgen unterschiedliche Ziele: von länderübergreifenden Kampagnen bis hin zur Bekämpfung von Ungleichheiten.

Noch ist die Airbnb-Alternative überschaubar: 235 Nutzer sind angemeldet, es gibt zwei laufende Initiativen und zwei erfolgreich finanzierte. Insgesamt wurden bisher 1350 Euro gesammelt. Das Unternehmen finanziert sich laut eigener Aussage vollständig durch seine Gründer, die Spenden sowie Merchandising-Verkäufe.

Für die Macher von Nightbank verbessert das „soziale Schlafen“ das eigene Wohlbefinden: „Die Gäste schlafen besser, in dem Wissen, dass ihr Beitrag zu einer sinnvollen Sache geht.“ Letztes Jahr gewann das Nightbank-Team den Kultur- und Kreativpiloten Award des Bundeswirtschaftsministeriums.

Airbnb-Alternative: TalkTalkBnb

Ein ganz anderes Konzept hat die Airbnb-Alternative TalkTalkBnb: Sie vermittelt Unterkünfte zwischen Menschen, die ihre Fremdsprachenkenntnisse verbessern wollen und Reisenden, die eine günstige oder alternative Übernachtung suchen. Die Reisenden nächtigen kostenlos beim Gastgeber, dieser kann im Gegenzug mit dem Muttersprachler seine Sprachpraxis üben – ein Nachhilfelehrer quasi, der ein paar Tage bleibt.

TalkTalkBnb: Unterkunft gegen Sprachpraxis

Und so funktioniert es: Auf der Website suchen sich die Gastgeber einen Muttersprachler aus, der Interesse an einem Besuch hat und nehmen Kontakt auf. Während der Gastgeber tagsüber arbeiten ist, vergnügt sich der Besuch in der Stadt. Beim gemeinsamen Abendessen und am Wochenende wird dann Englisch, Französisch oder Spanisch geübt.

Seit 2017 ist die Plattform auch für Unternehmen geöffnet. Diese können einen sogenannten „Kreis“ eröffnen, in dem sich alle Mitarbeiter der Firma im In- und Ausland tummeln können. Somit können etwa Kollegen für ihre Kinder kostenlos Sprachaufenthalte organisieren. TalkTalkBnb sieht diese Funktion als „internes Airbnb“, das Spesen reduziert, Fremdsprachen fördert und die Unternehmenskultur zwischen den Kollegen verschiedener Länder fördert.

Airbnb Alternative TalkTalkbnb
TalkTalkBnb bringt Sprachpraxis und kostenlose Unterkunft zusammen. (Foto: Screenshot TalkTalkBnb)

Fazit: Diese beiden Airbnb-Alternativen sehen die Übernachtung nur als „Beiprodukt“ der eigentlichen Idee: Initiativen unterstützen wie bei Nightbank und Sprachen lernen wie bei TalkTalkBnb. Während TalkTalkBnb bereits eine große Community vorweisen kann, hat Nightbank aktuell nur wenige Hundert Nutzer. Der Erfolg bei jedem sozialen Netzwerk steht und fällt mit der Anzahl der Nutzer. Daher bleibt abzuwarten, ob das spannende Konzept von Nightbank bei einer größeren Community ankommt.

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(1) Kommentar

  1. Ich finde es in diesem Zusammenhang wichtig auch auf das Portal Couchsurfing.org hinzuweisen. DAS Portal, das es schon ewig vor AirBnb gab und das schon immer kostenlos war und bei dem es statt um Geld oder um eine Tauschleistung einfach um ein soziales Miteinander geht, um miteinander füreinander da sein, offen im Austausch mit anderen sein (mit denen man sonst womöglich nie zusammengekommen wäre), einfach ein Geben, das auch mal ohne Nehmen funktioniert. (Und schlussendlich hat man doch immer irgendetwas „mitgenommen“ – eine tolle Erfahrung. Und das gute Gefühl in einer Gemeinschaft zu leben.)

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