Amalgam in Zahnfüllungen: Warum es kritisch ist

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Amalgam ist häufig in Zahnfüllungen enthalten. Es besteht aus verschiedenen Metallen – darunter auch das giftige Quecksilber. Das Schwermetall kann deine Gesundheit und die Umwelt belasten.

Amalgam ist eine sogenannte Legierung: Es besteht aus einer Mischung der Metalle Kupfer, Zinn, Silber und Quecksilber. Quecksilber ist für den Menschen und andere Lebewesen giftig – das bestätigt zum Beispiel das Umweltbundesamt. Amalgam muss daher über den Sondermüll entsorgt werden. Dennoch ist Amalgam weltweit noch immer eines der beliebtestes Materialien für Zahnfüllungen. In Deutschland dürfen Zahnärzte es inzwischen nur noch in Ausnahmefällen verwenden.

Amalgam als Zahnfüllung

Das Quecksilber in Amalgam ist giftig und umweltschädlich
Das Quecksilber in Amalgam ist giftig und umweltschädlich (Foto: CC0 / Pixabay / Clker-Free-Vector-Images)

In Deutschland bestehen schätzungsweise 30 Prozent aller Zahnfüllungen aus Amalgam. Am häufigsten werden Silberamalgame genutzt. Das silberne Gemisch enthält etwa zur Hälfte Quecksilber sowie Silber, Zinn, Kupfer, Indium und Zink.

Als Zahnfüllung bietet Amalgam viele Vorteile:

  • Amalgamfüllungen sind langlebig. Sie sind fast so stabil wie echte Zähne und werden beim Kauen nur geringfügig abgerieben. So halten Amalgamfüllungen auch in den Backenzähnen bis zu acht Jahre.
  • Die Behandlung mit Amalgam geht schnell: das Gemisch wird in das vorbehandelte Loch gefüllt und härtet in kurzer Zeit aus.
  • Durch Karies entstandene Löcher lassen sich komplett ausfüllen.
  • Amalgam wirkt antibakteriell und beugt einem erneuten Kariesbefall vor.
  • Amalgamfüllungen sind günstig und werden komplett von der Krankenkasse übernommen.

Zahnärzte in Deutschland verwenden immer seltener Amalgamfüllungen. Das liegt vor allem daran, dass sich die silberne Füllung optisch vom Zahn unterscheidet und zu einem metallischen Geschmack im Mund führen kann. Zudem steht der hohe Quecksilber-Anteil in Amalgamfüllungen im Verdacht, gesundheitsgefährdend zu sein.

Amalgamfüllungen: Giftiges Quecksilber im Körper?

Amalgam besteht zur Hälfte aus Quecksilber. Das giftige Schwermetall kann bei Menschen und Tieren zu starken Vergiftungen führen.

Wegen der Gesundheitsrisiken durch Quecksilber warnen Kritiker vor Amalgamfüllungen. Sie befürchten, dass das Quecksilber aus der Füllung in den Körper gelangt – beispielsweise beim Kauen oder Atmen. Dort werde es im Gewebe und in Organen gespeichert, hemme die Signalübertragung der Nerven und schwäche den Sauerstoffstransport und die Herzleistung.

Wegen dieser Bedenken werden Amalgamfüllungen seit Jahrzehnten intensiv erforscht. Bisher konnte keine Studie die Auswirkungen auf unseren Körper eindeutig klären. Auch eine erhöhte Quecksilberbelastung bei Patienten mit Amalgamfüllungen ließ sich laut der Apotheken-Umschau nicht feststellen. SCHER – der wissenschaftliche Ausschuss für Gesundheits- und Umweltrisiken in der EU – geht davon aus, dass keine bedenklichen Mengen an Quecksilber aus der Amalgamfüllung in den Körper gelangen.

Eine Amalgamfüllung führt also in der Regel nicht zu gesundheitlichen Problemen. Im Umgang mit Amalgam besteht trotzdem ein Risiko: Wenn die Füllung eingesetzt oder entfernt wird, ist Amalgam zunächst flüssig. Der Körper kann das giftige Quecksilber dann beim Atmen über die Schleimhäute aufnehmen oder es gelangt in die Atmosphäre. In Deutschland unterliegen Zahnärzte daher strengen Sicherheitsrichtlinien.

Risiken von Amalgamfüllungen

Schwangere dürfen seit 2018 keine Amalgamfüllung mehr erhalten
Schwangere dürfen seit 2018 keine Amalgamfüllung mehr erhalten (Foto: CC0 / Pixabay / Bokskapet)

Bei bestimmten Risikogruppen kann Amalgam dennoch zu Gesundheitsproblemen führen. Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn du unter einer Nierenkrankheit leidest oder allergisch auf Amalgam reagierst. Einen entsprechenden Allergietest kannst du bei deinem Zahnarzt durchführen lassen. In beiden Fällen solltest du den Zahnarzt unbedingt auf deine Erkrankung hinweisen.

Trotz der strengen Sicherheitsauflagen für Zahnarztpraxen kann Quecksilber aus Zahnfüllungen in der Umwelt landen. Dort lagert es sich vor allem in Böden und Gewässern an und kann so in die Nahrungskette gelangen. Wegen der möglichen Umweltbelastung durch Quecksilber diskutiert die Europäische Union ein generelles Verbot von Amalgamfüllungen. Seit Juli 2018 ist bereits ein teilweises Verbot in Kraft: Schwangere und Kinder unter 15 Jahren dürfen nur noch in Ausnahmefällen eine Amalgamfüllung erhalten.

 

Alternativen zu Amalgam: Die richtige Zahnfüllung finden

Nach aktuellem Stand der Wissenschaft gelten Zahnfüllungen aus Amalgam in Deutschland als unbedenklich. Es gibt, wenn überhaupt, nur sehr geringe Mengen Quecksilber ab. Da das Material sehr günstig ist, wird eine Amalgamfüllung komplett von der Krankenkasse übernommen.

Viele Zahnärzte bieten mittlerweile Alternativen zur Amalgamfüllung aus Keramik, Kunststoff oder Gold an. Diese Füllungen sind häufig optisch ansprechender, da sie eine ähnliche Farbe wie der natürliche Zahn haben. Allerdings bestehen auch hier Gesundheitsrisiken: Allergien gegen Kunststofffüllungen sind der Apotheken-Umschau zufolge häufiger als Amalgam-Allergien. Zudem sind die alternativen Füllungen nicht so stabil wie Amalgam und müssen häufiger ausgetauscht werden. Die Krankenkassen tragen daher nur einen Teil der Kosten.

Bevor du dich für eine Füllung entscheidest, solltest du ein ausführliches Gespräch mit deinem Zahnarzt führen. Lass dir die Vor- und Nachteile der verschiedenen Alternativen erklären und dich im Zweifel auf mögliche Allergien testen.

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