Nachhaltig Zähneputzen: Zahnpflege ohne Plastik und Schadstoffe

Foto: Pixabay/CC0, @ Newman Agency, dm, Pure Nature

Zähneputzen ist ein (hoffentlich) täglicher Teil unseres Lebens. Umso erstaunlicher ist, wie selten man sich Gedanken über Zahnpflege macht: Zum Beispiel darüber, wie hoch der Anteil potenziell schädlicher Stoffe in den eigenen Zahnpflegeprodukten ist.

Wir stellen dir deshalb nachhaltigere Alternativen zu konventionellen Zahnbürsten vor. Außerdem: Bessere Zahnpasta (die gar keine ist), Zungenschaber und Zahnseide.

Zähneputzen mit plastikfreien Zahnbürsten

Unsere Zahnbürsten nehmen wir mehrmals täglich in den Mund – und nehmen so oft unbewusst Schadstoffe auf. Denn konventionelle Plastikbürsten können beispielsweise krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (kurz PAKs) enthalten, warnt der BUND. Wer den Rat des Zahnarztes befolgt und eine elektrische Zahnbürste verwendet, sei noch mehr Giftstoffen ausgesetzt. „Kabel, Platinen und Batterien enthalten mitunter hormonell schädliche Weichmacher, die Fortpflanzung schädigende Bleiverbindungen, krebserregendes 1,3-Propansulton und andere problematische Chemikalien“, schreibt die Umweltschutzorganisation.

Wenn du auf eine Zahnbürste aus nachhaltigem Material umsteigst, musst du dir um diese Giftstoffe keine großen Sorgen mehr machen. Außerdem brauchen die Zahnpflege-Produkte keine Jahrzehnte, um zu verrotten, und zerfallen auch nicht in umweltschädliches Mikroplastik. Stattdessen kannst du biologisch abbaubare Bürsten einfach auf den Kompost werfen oder in der Biotonne entsorgen. Viele der alternativen Zahnbürsten bestehen aus Bambus, einem besonders schnell nachwachsenden Rohstoff aus Asien. Am besten achtest du beim Kauf auf Fair-Trade– und Nachhaltigkeits-Siegel – so erkennst du wirklich bessere Modelle.

Achte auch bei den Borsten auf das Material: Leider nicht biologisch abbaubar, aber sinnvoll für deine Zähne sind Zahnbürsten mit Nylonborsten.

„Bei Zahnbürsten aus Naturmaterialien muss man bei den Borsten vorsichtig sein“, schreibt uns die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) auf Nachfrage. „Naturborsten werden aus Tierhaaren hergestellt. Diese sind nicht empfehlenswert, weil sie sich einerseits nicht entsprechend reinigen lassen und sich andererseits Bakterien, Viren oder Pilze in den feinen Kanälen der Tierhaare einnisten und vermehren können. Außerdem sind die Borstenspitzen oft nicht abgerundet, was die Verletzungsgefahr des Zahnfleisches erhöht.“

Besser sind laut BZÄK Zahnbüsten mit Nylonborsten  – auch aus Bio-Nylon, das aus Rizinusöl hergestellt wird. Solche Borsten auf Basis von Rizinusöl nutzt beispielsweise die Marke Hydrophil.

Bessere Zahnbürsten: Diese Modelle solltest du kennen

  • Plastikfreie Zahnbürsten kannst du inzwischen sogar in der Drogerie kaufen. Die dm-Eigenmarke Alverde hat beispielsweise vor Kurzem eine Zahnbürste aus Buchenholz auf den Markt gebracht – den Herstellern zufolge besteht sie zu 100 Prozent aus biologisch nachwachsenden Rohstoffen. Das verwendete Holz ist FSC-zertifiziert und stammt aus der Schweiz – beim Transport entstehen also nur wenig CO2-Emissionen. Die Borsten basieren nach Angaben von dm auf Rizinusöl.
  • Auch Zahnbürsten aus Bambus sind inzwischen in vielen Drogerien oder online, z.B. hier im Avocadostore**, erhältlich. Die Truthbrush** beispielsweise besteht aus einer Bambussorte, die sich für Pandabären nicht als Futter eignet. Der Rohstoff wird unter nachhaltigen Bedingungen in China angebaut. Die abgerundeten Borsten bestehen nach Herstellerangaben aus Rizinusöl und Nylon.
  • In unserem Ratgeber findest du noch mehr empfehlenswerte Zahnbürsten aus Bambus.
  • Wer weiterhin auf Plastik schwört, für den ist die Aronal öko-dent eine Alternative: Wenn ihre Borsten abgenutzt sind, musst du nicht gleich die ganze Zahnbürste in den Müll werfen. Stattdessen kannst du nur den Kopf austauschen. Die Bürste kannst du zum Beispiel hier bei Rossmann kaufen**.
  • Es gibt auch alternative Elektro-Zahnbürsten: Als Beispiel wird oft die Happybrush aus der TV-Show Die Höhle der Löwen genannt. Die Hersteller machen vieles besser: Zum Beispiel geht ein Teil der Erlöse an ein wohltätiges Projekt und die Verpackung ist plastikfrei. Zum Kauf dazu gibt es eine Zahnpasta, die auf viele bedenkliche Inhaltsstoffe verzichtet. Doch auch wenn Elektro-Zahnbürsten für die Zahnpflege besser geeignet sein sollen, muss man die Plastikköpfe regelmäßig austauschen. Außerdem schluckt die Happybrush – wie jedes Elektrogerät – Strom. Wer mit einer Handzahnbürste putzt, muss zwar mehr schrubben, findet aber leichter eine umweltfreundliche Alternative.

Zahnpasta: Zahnpflege mit Mikroplastik und Schadstoffen?

Denttabs fluoridfrei gibt es jetzt auch bei dm.
Zahnpasta kommt nicht immer aus der Tube. ( © Newman Agency )

Richtige Zahnpflege ist extrem wichtig, weil sie hilft, Karies und Plaque zu vermeiden und nebenbei für frischen Atem und weiße Zähne sorgt. Allerdings gerät konventionelle Zahnpasta immer wieder in die Kritik: 2016 fand Öko-Test in Zahncremes unter anderem Natriumlaurylsulfat, PEG/PEG-Derivate und halogenorganische Verbindungen. Laut BUND werden einige der in den Tuben enthaltenen Schadstoffe sogar mit der Schädigung der Fortpflanzungsfähigkeit, dem Rückgang der Spermienqualität oder verfrühter Pubertät bei Mädchen in Verbindung gebracht. Dazu kommt das viele Plastik, aus dem Zahnpastatuben bestehen.

Zum Glück gibt es inzwischen gute Alternativen zu herkömmlichen Zahnpastas:

  • Zahnputztabletten gibt es in Unverpackt-Läden und seit Neuestem auch bei dm. Sie kommen ohne Plastikverpackung aus. Zerkau eine Pille einfach so lange, bis sie in deinem Mund zu schäumen beginnt. Danach kannst du wie gewohnt putzen.
  • Es muss nicht immer die billigste Tube aus dem Supermarkt sein – auch bei Zahnpasta gibt es Bio-Produkte, die Zähne mit natürlichen Inhaltsstoffen reinigen. Die besten biologischen Zahnpasta-Marken haben wir in unserer Bestenliste Die beste Bio-Zahnpasta für dich zusammengefasst.
  • Eine Alternative mit einigen Einschränkungen: Zahnpasta selber machen.

Zahnseide und Zungenschaber: Gibt es ökologische Alternativen?

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Zahnseide kennen wir aus der Plastik-Verpackung – es gibt jedoch plastikfreie Alternativen wie die von Pure Nature. (Foto: Pixabay/CC0, © PureNature)

Für gründliche Zahnpflege ist Zahnseide essenziell. Doch handelsübliche Produkte bestehen mesit aus Kunststoff oder Nylon. Sie basieren also auf Erdöl und sind meist in einem Plastikbehälter verpackt. Eine Alternative aus reiner Seide und Bienenwachs ist Bio-Zahnseide: Verschiedene Produkte gibt es** u.a. bei PureNature, Ecco Verde, Avocadostore oder Amazon. Zwar ist Seide kein ganz unumstrittener Rohstoff, aber immerhin besser, als sich Plastik durch die Zähne zu ziehen.

Noch gründlicher als Zahnseide reinigen nur Interdentalbürsten. Auch die feinen Bürsten für Zahnzwischenräume bestehen meist aus Plastik. Nun hat der Zahnprodukt-Hersteller Humble auch eine Alternative mit einem Griff aus Bambusholz auf den Markt gebracht. Die Borsten bestehen aus Nylon. Der Hersteller SWAK setzt auf ein Modell, das vorwiegend aus Bio-Kunststoff besteht. Mit einem zweiten Aufsatz wird aus dem Griff eine Zahnbürste.

Für zusätzliche Mundhygiene greifen viele Menschen zu einem Zungenschaber. Dieser hilft, bakterielle Beläge von der Zunge zu lösen. Leider bestehen auch hier die meisten Modelle aus Plastik und müssen nach einigen Anwendungen ersetzt werden. Die Alternative: langlebige Zungenschaber aus Edelstahl. Eine Vielzahl von Modellen findest du zum Beispiel bei Amazon**.

Mit Hausmitteln Zähneputzen: Was taugen Miswakzweig und Aktivkohle wirklich?

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Schon mal mit einem Miswakzweig die Zähne geputzt? (Foto: Utopia)

Zähneputzen mit einem Ast? Was nach einer Szene in einem Survival-Film klingt, gehört für viele Menschen zum Alltag. Denn vor allem im arabischen Raum ist der Miswakzweig sehr verbreitet. Der Baum, von dem der Miswakzweig stammt, wächst in der Wüste und ist vor allem Afrika, Vorderasien und dem nahen Osten heimisch.

Diese natürliche „Zahnbürste“ ist komplett kompostierbar. Studien haben gezeigt, dass Miswak antimikrobielle, antioxidative, krampflösende und entzündungshemmende Effekte hat. Durch die wertvollen Inhaltsstoffe kannst du beim Zähneputzen angeblich sogar auf Zahnpasta verzichten. Das einzige Problem: Der lange Transport und die häufig verwendete Plastikverpackung.

Kaufen**: Miswak-Zahnbürsten bekommst du z.B. bei Waschbär oder im Avocadostoreauch bei Amazon sind einige Anbieter gelistet. Alternativ: Die Swak-Zahnbürste aus Bio-Plastik verwendet ebenfalls Miswak (erhältlich bei Avocadostore oder Amazon).

Gemahlene Aktivkohle gibt der Babycreme die Schwarzfärbung.
Aktivkohle soll Zähne aufhellen können. (Foto: Colourbox.de)

Viele Hersteller bieten Zahnpflege-Produkte mit Aktivkohle an. Wer mit Aktivkohle-Pulver putzt, kann verfärbte Zähne wieder aufhellen, denn die raue Kohle reibt Beläge einfach ab. Allerdings kann das auch gefährlich werden: Auf lange Sicht schleift die Kohle nämlich den Zahnschmelz ab und raut die Zahnoberfläche auf. Das macht die Zähne anfälliger für Zahnschmerzen und andere Beschwerden. Außerdem können sich Verschmutzungen leichter auf der aufgerauten Zahnoberfläche absetzen.

Fazit: Für ein Zahnpasta-Lächeln solltest du nicht zu überteuerten Kohle-Produkten greifen. Putz lieber gründlich auf herkömmlichem Weg und benutz regelmäßig Zahnseide.

Auch Zähne brauchen Nachhaltigkeit: Richtig Zähneputzen

Zähne putzen mit nachhaltigen Mitteln
Mit diesen Tricks kannst du Zahnproblemen vorbeugen. (Foto: benicce / Quelle : photocase.com)

Die nachhaltigsten Materialien nützen dir und der Umwelt wenig, wenn du dir alle paar Jahre beim Zahnarzt mehrere Kunststofffüllungen verpassen lassen musst. Richtiges Zähneputzen bedeutet deshalb nicht nur Gesundheits-, sondern auch Umweltschutz.

Um Verfärbungen und Karies vorzubeugen, solltest du Folgendes beachten:

  • Putz dir mindestens morgens und abends gründlich die Zähne mit Zahnpasta.
  • Warte dafür am besten etwa eine Stunde nach jeder Mahlzeit. Denn direkt nach dem Essen können Säuren den Zahnschmelz besonders anfällig machen – deshalb kann es schädlich sein, direkt nach dem Essen zu putzen.
  • Säubere die Zahnzwischenräume vor dem Putzen mit Zahnseide und spüle einmal mit Wasser nach.
  • Geh regelmäßig zum Vorsorgetermin bei deinem Zahnarzt.

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(43) Kommentare

  1. Ich finde gar keine Zähne zu putzen, ist wahrlich keine Lösung. Auch den Urvölkern hat das Nicht- Zähne putzen nicht gut getan. Außerdem denke ich, dass es das Zähne „putzen“ und pflege auch schon immer gab oder zumindest es schon lange Bestandteil des menschlichen Verhaltens ist. Vielleicht nicht in Form einer Zahnbürste, dann aber zumindest mit Pflanzen wie Minze oder Salbei oder irgendwelchen Wurzeln. jedoch greift dieser Artikel gut auf, weshalb es besonders zur heutigen Zeit so wichtig: wir als Zuckerkonsumenten (und weiteren ungesunden Lebensmitteln) müssten eigentlich penibel darauf achten, dass die Zähne immer sauber bleiben. Ich möchte an der Stelle auch sagen, dass nicht nur die Zähne von Bedeutung sind, sondern auch die Zwischenräume und das Zahnfleisch! Selbst die fleißigsten Putzer vergessen gern auch auf das Zahnfleisch zu achten. Zahnfleischentzündung sind unheimlich schmerzhaft und wahrhaft nicht ungefährlich. Deshalb Leute: bitte achtet nicht nur auf die Produkte die ihr kauft und beschränkt euch nicht nur auf die Zähne, alles was im Mund ist, isst mit und bedarf einer Hygiene! Einen schönen Artikel habe ich auch dafür, in dem alles schön zusammengefasst bzw. aufzeigt, welche Behandlungen vorgenommen werden müssen, das Zahnfleisch sich entzündet oder andere Erkrankungen auftreten: https://completdent.de/zahnbehandlungen/wissenswertes/konservierende-zahnheilkunde
    Zu diesem Thema existieren noch viele weitere wichtige Infos. Ich finde es wichtig darüber zu sprechen, damit auch unsere Kinder von diesem Wissen profitieren und sie schon in jungen Jahren darauf konditioniert werden, sorgsam mit unserem Körper umzugehen!

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