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Be My Eyes: Blinden Menschen per App zum Sehen verhelfen

Foto: CC0 / Pixabay / cocoparisienne

Blinde und sehbehinderte Menschen stehen im Alltag vielen Herausforderungen gegenüber. Mit der App „Be My Eyes“ kannst du sie unterstützen. Wir stellen dir die App vor.

Das richtige Gewürz aus dem Regal nehmen, das farblich passende Hemd auswählen, die Abfahrtszeit der Straßenbahn im Fahrplan nachsehen – all das mag für Sehende kein Problem sein. Doch für blinde oder sehbehinderte Menschen sind diese Aufgaben nicht ohne Weiteres zu bewerkstelligen. Sie sind auf Hilfe angewiesen – auf die Augen eines Sehenden.

Wie „Be My Eyes“ funktioniert

Die App Be My Eyes (frei übersetzt: Sei mein Augenlicht) soll blinde und sehbehinderte Menschen im Alltag unterstützen. Das Prinzip ist schnell erklärt: In einer Community sind Blinde und freiwillige Sehende angemeldet. Braucht ein Blinder Hilfe bei einer Aufgabe im Alltag, so kann er einen sehenden Freiwilligen per Videoanruf kontaktieren. Der Sehende lässt sich das Problem schildern und gibt die entsprechende Hilfestellung. Anschließend hat der Blinde die Möglichkeit den freiwilligen Helfer zu bewerten. Dies soll vor allem vor Missbrauch der App schützen – denn anmelden kann sich jeder.

Be My Eyes: So registrierst du dich

Bei der Registrierung kannst du angeben, dass du dich als Freiwilliger anmeldest.
Bei der Registrierung kannst du angeben, dass du dich als Freiwilliger anmeldest.
(Foto: Screenshot)

Wenn du dich als Freiwilliger bei „Be My Eyes“ registrieren willst, kannst du die App sowohl im Play Store als auch im Apple Store herunterladen.

Nach der Installation kannst du dich entweder mit deiner E-Mail-Adresse und einem Passwort oder über Facebook registrieren.

Die App unterscheidet bei der Registrierung, ob du dich als blinder beziehungsweise sehbehinderter Mensch oder als Freiwilliger mit Sehkraft anmelden willst. Du musst außerdem angeben, in welcher Sprache du Hilfeleistung geben möchtest. 

Nachdem du alles bestätigt hast, kannst du die App sofort einsetzen. 

„Be My Eyes“ im Praxistest

Auf dem Startbildschirm lässt sich ein Testanruf durchführen.
Auf dem Startbildschirm lässt sich ein Testanruf durchführen.
(Foto: Screenshot)

Die Registrierung ist einfach. Um sich mit der Nutzung der App vertraut zu machen, haben wir als erstes ausprobiert, wie man einen Anruf annimmt. Dafür wählten wir das entsprechende Bild auf dem Startbildschirm und wurden durch einen automatischen Videotestanruf kontaktiert.

Nimmt man diesen an, wird einem in einem kurzen Video erklärt, wie ein Anruf ablaufen könnte. Schon die nette junge Dame im Video weist darauf hin, dass es ein paar Wochen dauern könne, bis man den ersten richtigen Anruf von einem Blinden erhält.

Wir haben die App seit dem 21.1.2018 installiert und bisher leider noch keinen Anruf erhalten. Zurückzuführen ist dies sicher auf das Verhältnis von Blinden zu Freiwilligen. Mit jetzigem Stand (30.1.2018 um 21:25 Uhr) sind 56.997 Blinde und 847.320 Freiwillige angemeldet. Und diese Zahlen verändern sich innerhalb kurzer Zeit. Seit 20 Uhr sind 7 Blinde und 394 Freiwillige hinzugekommen.

Deshalb ist es auch nicht schlimm, wenn du mal einen Anruf nicht annehmen kannst. Der Anruf wird dann an einen der anderen Helfer weitergeleitet. Du musst auch nicht befürchten mitten in der Nacht einen Anruf zu erhalten. Die Entwickler schreiben, dass sie bei der Vermittlung der Videoanrufe auf die jeweilige Zeitzone des Freiwilligen achten.

Stimmen zu Be My Eyes

Wir selbst können die App bisher nicht in der Praxis beurteilen. Die Registrierung ist einfach und die Oberfläche reduziert und selbsterklärend. Es ist ein schöner Gedanke, auf solch unkomplizierte Weise anderen Menschen helfen zu können ist.

Das meinen auch die User, die die App bisher im Play Store beurteilt haben. Dort hat die App 4,9 Sterne erhalten – trotz der wenigen Kontakte, von denen auch hier berichtet wird. Die User helfen den Blinden zum Beispiel dabei Termine für den Elternsprechtag zu lesen oder Adventskalender zu öffnen. 

Dank der App „Be My Eyes“ kannst du zum kleinen Alltagshelden werden und Gutes tun – du brauchst nur etwas Geduld.

Noch ein Wort zum Datenschutz

Was noch wichtig zu wissen ist: Die Macher der App lassen ihren Service über Server in den USA laufen. Darauf weisen die Entwickler in ihren Datenschutzbestimmungen extra hin. Zu Bedenken ist auch, dass die aufgezeichneten Videos eventuell an Dritte weitergegeben werden können. Diese beschränken sich allerdings auf Institutionen, Organisationen oder Unternehmen, die damit Projekte für Sehbehinderte fördern möchten.

Wenn dich das nicht stört, dann hast du mit Be My Eyes die Chance deinen Mitmenschen ohne großen Aufwand zu helfen. 

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