Spenden via Smartphone: die App ShareTheMeal

Screenshot: Sharethemeal.org

Mit der App ShareTheMeal, entwickelt von Mitarbeitern des UN-Welternährungsprogramms, braucht es nur 70 Cent und einmal Tippen auf dem Smartphone, um ein hungerndes Kind einen Tag lang zu ernähren. Und das funktioniert: Bisher wurden schon fast 85 Millionen Mahlzeiten gespendet.

Weltweit gibt es ungefähr 50 mal so viele Smartphone-Nutzer*innen wie hungernde Menschen. Es müsste also theoretisch nicht einmal jede*r Smartphone-Besitzer*in einen minimalen Beitrag leisten – und es gäbe keinen hungerleidenden Menschen mehr.

So in etwa dachten sich das die Erfinder der App ShareTheMeal, der „weltweit ersten App gegen den globalen Hunger“.

Die beiden Erfinder sind Mitarbeiter des Welternährungsprogramms (World Food Program) der Vereinten Nationendem Gewinner des Friedensnobelpreises 2020. Für die Arbeit sind sie auf Spenden angewiesen.

ShareTheMeal – hier landen die Mahlzeiten

„ShareTheMeal, eine App des UN World Food Programme, ermöglicht Smartphone-Nutzern ihre Mahlzeit mit Kindern in Not „zu teilen“. Mit 0,70€ wird ein Kind einen Tag lang ernährt.“

So beschreiben die Macher*innen ihre App selbst.

ShareTheMeal sammelt also Spenden für das Welternährungsprogramm, um hungernden Menschen zu helfen. Die App-Nutzer*innen können dabei selbst auswählen, wo ihre Spende helfen soll. Sie erfahren auch, wie ihre geteilten Mahlzeiten konkret den Hunger bekämpfen.

Seit dem Start von ShareTheMeal im Juni 2015 konnten bereits viele erfolgreiche Spendenkampagnen durchgeführt und so tausenden bedürftigen Kindern und Eltern geholfen werden, unter anderem in Syrien, Jemen und Nigeria.

Mit dem gespendeten Geld werden je nach Situation vor Ort entweder Bargeld für Nahrungsmittel, Lebensmittelrationen oder Schulessen finanziert. Das Ziel des Berliner Unternehmens: „Wir wollen eine Welt frei von Hunger, in der jedes Kind regelmäßig Essen bekommt.“

So funktioniert die App

Ganz einfach: Die App ShareTheMeal herunterladen, anmelden und 70 Cent (oder mehr) spenden. Dabei kann mal Einzelperson, als Team oder auch als Familie spenden.

Die Organisation verspricht: 70 Cent decken die Kosten für eine Mahlzeit – Transport- und Verwaltungskosten inklusive.

  • Kinder in Notsituationen bekommen für das Geld Notrationen, zum Beispiel Spezialnahrung wie mit Nährstoffen angereicherte Kekse, die sofort verzehrt werden können.
  • In stabileren Situationen gibt es für die Kinder Schulmahlzeiten. Diese Option hilft quasi doppelt, weil sie neben der konkreten Lebensmittelhilfe auch einen Anreiz schafft, Kinder die Schule besuchen zu lassen. „Dadurch werden Risiken wie Kinderarbeit und frühe Heirat in einigen Ländern verringert“, heißt es auf der Website von ShareTheMeal.
  • Bargeldtransfers oder Gutscheine werden eingesetzt, wenn Nahrungsmittel zwar verfügbar sind, aber arme Menschen sich diese nicht leisten können.

Das United Nations World Food Programme (WFP) erhält die Spenden der App-Nutzer*innen und verteilt die Mahlzeiten vor Ort. Wer spendet, kann in der App sehen, was mit dem Geld passiert. WFP-Mitarbeiter*innen sammeln Geschichten und Fotos vor Ort und laden diese in der App hoch.

Das Welternährungsprogramm der UN

Das Welternährungsprogramm ist nach eigenen Angaben die führende humanitäre Organisation im Kampf gegen den weltweiten Hunger und erreicht jährlich fast 87 Millionen Menschen in 83 Ländern. Für seine Arbeit hat das WFP 2020 den Friedensnobelpreis erhalten.

Das WFP finanziert sich durch freiwillige Spenden. Auf der Website zur App wird transparent aufgelistet, was genau mit den Spenen passiert – aktuell fließen 62 Prozent direkt in die Ernährung von notleidenden Familien, der Rest finanziert Fundraising und Marketing sowie Verwaltung und Zahlungsgebühren.

Die App ShareTheMeal gibt es für iPhone und Android kostenlos in den jeweiligen App-Stores.

Text: Anja Schauberger & Annika Flatley

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(2) Kommentare

  1. „Einen Minuspunkt gibt es: Gespendet werden bisher kann nur via PayPal oder Kreditkarte.“

    Welches Bezahlverfahren würde denn in Deutschland mehr Sinn machen – unabhängig vom Gerät und Betriebssystem?