Craft Beer: Das steckt hinter dem Biertrend

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Craft Beer kommt eigentlich aus Amerika, ist mittlerweile aber auch in Deutschland sehr beliebt. Wir erklären dir, was Craft Beer überhaupt ist und zeigen dir vier heimische Sorten.

Craft Beer: Ursprung und Definition

Das Phänomen Craft Beer (in Deutschland auch Craftbier) stammt ursprünglich aus den USA und ist hierzulande noch recht jung. Der Begriff „craft“ bedeutet im Amerikanischen so viel wie „handgemacht“. Hinter dem Bier steckt in den USA eine ganze Bewegung. Der Verband der Craft-Brauereien in den USA definiert Craft-Brauer als klein, unabhängig und traditionell. Das bedeutet:

  • Der Jahresausstoß der Brauereien darf nicht über sechs Millionen Barrel liegen (knapp zehn Millionen Hektoliter).
  • Die Brauereien müssen weitgehend unabhängig von großen Konzernen sein: Weniger als ein Viertel der Unternehmensanteile dürfen einem Alkoholkonzern gehören.
  • Die Produkte einer Craft-Brauerei bestehen überwiegend aus traditionellen Zutaten, also aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Für einen individuellen Geschmack können aber weitere, nicht traditionelle Zutaten hinzugefügt werden.

Diese Definition kann aber nicht auf die Brauereien in Deutschland übertragen werden, weil sonst ein Großteil der deutschen Brauereien als Craft-Brauerei gelten würde. Handwerklich wird in Deutschland schon immer gebraut und auch an die traditionellen Inhaltsstoffe halten sich deutsche Brauereien, da hier nach dem Reinheitsgebot gebraut werden muss.

Craft Beer aus Deutschland

Craft Beer gibt es auch aus Deutschland.(Foto: CC0 / Pixabay / StockSnap)
Craft Beer gibt es auch aus Deutschland.

In Deutschland geht es beim Craft Beer vor allem darum, intensivere Geschmäcke, außergewöhnliche Bierspezialitäten sowie alte (zum Beispiel Weizenbock, Märzen) und ungewöhnliche (zum Beispiel Ale, India Pale Ale) Biersorten zu brauen. Kurz gesagt: Craftbiere sollen sich vom Massenmarkt abheben.

Die meisten Craftbiere werden in kleinen, regionalen Brauereien in geringen Mengen gebraut. Viele Zutaten kommen direkt aus der Region und haben daher kurze Transportwege. In vielen Craftbieren steckt zudem eine Extraportion Hopfen. Das erklärt den etwas höheren Preis der Biere.

Übrigens: Craft Beer ist oft, aber nicht immer bio. Das bedeutet, dass die Zutaten dafür aus ökologischer Landwirtschaft stammen. Das ist nicht nur besser für die Umwelt, sondern auch für die eigene Gesundheit. Denn herkömmliche Biere sind oftmals mit Glyphosat belastet, wie Tests ergeben haben. Wir stellen dir deshalb vier deutsche Craft-Beer-Brauereien und deren Craftbiere in Bio-Qualität vor.

Craft Beer aus der Brauerei Liebhart

Craft Beer gibt es auch aus ökologischen Zutaten.(Foto: CC0 / Pixabay / Free-Photos)
Craft Beer gibt es auch aus ökologischen Zutaten.

Die Privatbrauerei Liebhart aus Detmold braut sein nunmehr 17 Jahren eigenes Bier und hat mittlerweile einige Sorten im Angebot. Das Sortiment umfasst 20 Produkte, dazu gehören neben Bier auch Limonaden – beides in Bio-Qualität.

Die Familie hat es sich zur Aufgabe gemacht, neues und kreatives Bier zu brauen und sich damit vom Massenmarkt abzuheben. Neun Biersorten sind aktuell verfügbar:

  • Lagerbier
  • India Pale Ale 
  • Grünhopfen-Bier
  • kaltgehopftes Weizenbier
  • Pils
  • dunkles Landbier
  • Weizenbier
  • Dinkelbier
  • Alster

Die Biere sind allesamt bio und in 0,33- oder 0,5-Liter-Flaschen erhältlich. Du kannst die Produkte zum Beispiel über **Amazon erwerben oder auf der Website der Brauerei einen Händler in deiner Nähe suchen.

Craftbiere von Schoppes BÄR

Craft Beer ist in Deutschland sehr beliebt.(Foto: CC0 / Pixabay / MabelAmber)
Craft Beer ist in Deutschland sehr beliebt.

Die Brauerei Schoppes BÄR braut in Berlin und existiert seit 2001. Das Sortenspektrum der kleinen Brauerei umfasst India Pale Ale, Pils, englisches Porter, Weizen sowie alkoholfreies Pale Ale. Die Biere sind vegan und bio und werden in ausgewählten Biomärkten und Supermärkten vertrieben. Wo das Bier erhältlich ist, kannst du der interaktiven Karte auf der Website des Unternehmens entnehmen.

Das India Pale Ale von Schoppes BÄR beispielsweise besteht lediglich aus Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe aus ökologischer Landwirtschaft. Das Bier wird als „geschmackvolles IPA mit intensiver Bitterkeit und kräftigem Malzton“ beschrieben. Es passt laut Brauerei zu kräftig gewürzten Speisen, gebratenem Gemüse und Curryreis.

Craft Beer aus der Brauerei Finne

Die Brauerei Finne sitzt in Münsters Kreuzviertel und braut dort für den Ausschank vor Ort. Für den Handel werden kleine Mengen an Hellem, Weizen, Pale Ale und India Pale Ale in Zeil am Main gebraut. Die Biere werden allesamt in Bio-Qualität hergestellt.

Dem kleinen Team liegt es am Herzen, natürliches, frisches Bier zu brauen. Das Bier ist unfiltriert und frei von Klärungsmitteln. Das Bio-Pils der Brauerei ist zum Beispiel ein frisches, herbes Bier mit einem Alkoholgehalt von 5,1 Volumenprozent. Es kommt in einer hellgoldenen Farbe daher und wird am besten mit einer Temperatur von fünf bis sieben Grad Celsius genossen. Es wurde mit dem „Meininger’s International Craft Beer Award“ ausgezeichnet.

Haderner Bio-Craftbier

Das Bio-Bier Haderner wird von Familie Girg in München-Hadern selbst gebraut. Die Biere sind naturtrüb und enthalten Rohstoffe von kleinen Bio-Bauernhöfen aus Bayern. Die Brauerei ist die erste Bio-zertifizierte Brauerei in München. Das Bier ist unbehandelt und unfiltriert, wodurch es zwar nicht so lange haltbar ist, dafür aber immer frisch.

Das Sortiment umfasst die Sorten Haderner Hell, Haderner Weißbier, Haderner Dunkel und Hadener Indian Pale Ale. Das Weizenbier – in Südbayern häufig als Weißbier bezeichnet – schmeckt erfrischend und vollmundig und hat eine leichte Fruchtnote. Die Flasche fasst einen halben Liter mit einem Alkoholgehalt von 5,1 Volumenprozent. In dem Bier stecken nur biologische Zutaten aus der Region.

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