Geschichte der Seed Bomb – Pflanzattacke auf unbegrünte Flächen

Foto © Utopia

22 Samenbomben liegen vor uns. Utopia hat sich im Selbstversuch „Samenbomben basteln“ am Formen und Rollen der kleinen Wunderkugeln ausprobiert. Nun heißt es warten, ob unsere Seedbombs auch das Ergebnis liefern, was wir uns wünschen: eine farbige Blumenpracht. Zeit, der Seed Bomb mal auf den Zahn zu fühlen. Woher kommt sie, wie kann man sie selbst bauen und vor allem: Wohin mit ihr?

Seed Bomb: Wie alles begann…

Die Wurzeln samenhaltiger Angriffe auf Brachflächen sind in Japan zu finden und gehen auf eine Idee von Reisbauer Fukuoka Masanobu zurück. Mitte des 20. Jahrhunderts bestellte er nicht nur seine Felder mittels Samenbomben, sondern gab den Pflanzen überall die Möglichkeit zu gedeihen, auch am Straßenrand. Das alles geschah im Sinne der Nichts-Tun-Landwirtschaft. Diese besagt schlichtweg: Die Natur braucht uns nicht. Gartenarbeit, Dünger, Unkraut jäten, Chemikalien – alles unnötig. So waren auch die Samenbomben auf sich gestellt. Was wuchs, wurde geerntet, was nicht, wurde der Erde überlassen. Einfaches Prinzip, vielleicht nicht mit sehr großen Erfolgen, dafür aber nach einer vorbildlichen Philosophie. Die Methode der Seedbombs nutzte später auch Liz Christy, die Mutter des Guerilla Gardening. Der Künstlerin war es im New York der 1970er Jahre viel zu trist, grau und heruntergekommen. Mit den Samenbomben testeten sie und ihre Untergrundarmee ungenutzte Grundstücksflächen auf ihre Tauglichkeit zur Bepflanzung. Und tatsächlich trieben auf manchen von ihnen Blumen und Nutzpflanzen aus.

Seed Bomb & Guerilla Gardening

Was, „Gorilla Gardening“? Schon mal gehört, aber noch nie selbst probiert? Das sagen sich sicherlich viele von uns. Dabei ist Guerilla Gardening gar nicht schwer. Menschen, die Land kultivieren, das ihnen nicht gehört, nennt man heute Guerilla-Gärtner. Ob es sich um brachliegende Flächen, verlassene Grundstücke, Parkstreifen oder Verkehrsinseln handelt, Anhänger des Guerilla Gardenings möchten überall Grünes wachsen sehen. Deshalb werden, in meist nächtlichen Aktionen, Samen und Pflanzen an den unterschiedlichsten Orten gesät, eingebuddelt und beim nächsten Spaziergang unauffällig gegossen. Willst du jetzt auch mal? Zur Vorbereitung hat Utopia für dich das ABC des Guerilla Gärtnerns aufgelistet. Wer jedoch nicht auf Nachtpflanzen steht, kann sich auch einfach der Seed Bomb bedienen. Für Guerilla-Gärtner übrigens schon längst eine beliebte Waffe.

Kleine Kugel, große Wirkung – Seed Bomb

An sich besteht so eine Samenbombe nur aus Erde, Tonpulver und natürlich Samen. Zusammen mit Wasser lassen sich ganz einfach Kugeln formen, die erst trocknen müssen und dann auf Flächen geworfen werden können, die du dir grüner und bunter wünschst. Komfortabel ist dabei, dass die Seed Bombs nicht eingepflanzt werden müssen. Solange es nicht regnet, schützt die Tonkugel die Samen vor Austreibung, Austrocknung, Wind und Tieren. Kommt dann der erste Schauer, quillt die Samenbombe auf, die Samen beginnen zu keimen und suchen sich schließlich ihren Weg durch die Kugelwand.

Quo vadis, Samenbombe?

Dahin, wo es (noch) nicht schön ist, wo du gerne ein paar Blumen hättest und wo du ein paar bunte Highlights in deiner Stadt vermisst. Und da fallen dir doch sicherlich mehr als genug Plätze ein. Das Gute an der Seed Bomb: mit ihr kann man auch Orte erreichen, die für normales Pflanzen nur schwer zugänglich sind, wie zum Beispiel eine ungenutzte Fläche hinter einem Zaun. Du kannst die Samenbomben auf deinem Weg zur Arbeit verteilen oder sie an Freunde verschenken.

Selber Seed Bombs bauen

Hast du jetzt Lust, dich selbst am Seedbombs auszuprobieren? Dann lies mal unser Samenbomben-Rezept und erfahre, wie du beim Attentat auf unbegrünte Flächen vorgehen solltest.

Internet-Granaten: Seed Bombs online bestellen

Keine Zeit, Samenbomben selbst zu bauen? Zum Glück bieten diese mittlerweile auch einige Onlineshops, wie zum Beispiel PflanzenFee, DieStadtgärtner, Amazon.

Lassen wir das Bombardement beginnen! Viel Spaß dabei!

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