Seed Bombs eigenhändig basteln – Anleitung

Seed Bombs basteln
Foto: Utopia

Sie sind klein, können aber eine große Wirkung haben. Seed Bombs sind mit Samen gefüllte Erde-Ton-Bälle, die einfach in die Natur geworfen werden können, dahin, wo du dir mehr Grün wünschst. Um an Seed Bombs zu kommen braucht es nicht viel: Samen, Erde, Tonpulver und Wasser reichen schon, um die kleinen Samenbomben herzustellen. Wir haben für dich das Bombenbasteln getestet und geben dir nun eine Anleitung, wie du es uns gleich tun kannst.

So stellst du deine eigenen Samenbomben her.

Zutaten für Seed Bombs:

Seed Bombs basteln
Zutaten für Seed Bombs (Foto: Utopia)
  • Verschiedene Samen
  • Torffreie Erde
  • Natürlicher Kompost
  • Braunes Tonpulver
  • Ein wenig Wasser

Seed Bombs basteln: So geht es

1. Samenwahl für Samenbomben

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Samenwahl für Samenbomben (Foto: Utopia)

Für eine besondere Vielfalt vermische verschiedene Samensorten miteinander. Gut eignen sich beispielsweise Lavendel, Kornblume, Tagetes oder Ringelblume. Da dies einheimische Pflanzen sind, haben sie gute Chancen auf erfolgreiches Wachstum und stören die Biosphäre nicht.

2. Zur Erde geben

Seed Bombs basteln
Zur Erde geben (Foto: Utopia)

Gib 1 Teil Samen zu insgesamt 3-5 Teilen Erde-Kompost-Gemisch.

3. Ton dazu

Seed Bombs basteln
Ton dazu (Foto: Utopia)

Danach gib 3-5 Teile Tonpulver hinzu und vermische alles erneut.

4. Bewässern

Seed Bombs basteln
Bewässern (Foto: Utopia)

Zu dem noch trockenen Mix gieße nun ein wenig Wasser. Genug, damit sich die Masse bindet und gut verarbeiten lässt. Aber nicht zuviel, damit sie nicht vorzeitig härtet und sich besser kneten lässt.

5. Rund machen

Seed Bombs basteln
Rund machen (Foto: Utopia)

Nun forme aus der Masse walnussgroße Kugeln. Nicht zu groß formen, da sonst Probleme beim Keimen auftreten könnten. Fertig sind die Samenbomben, wenn sie weich, glatt und rund sind.

6. Trocknen

Seed Bombs basteln
Trocknen (Foto: Utopia)

Jetzt müssen die Samenbomben trocknen. Leg sie dafür etwa ein bis zwei Tage an einen nicht zu schattigen und nicht zu sonnigen Platz. Verzichte auf zusätzliche Hitze aus Fön oder Ofen. Übrigens halten sich Seed Bombs auch eine Weile, wenn sie kühl und gut belüftet gelagert werden.

7. Seed Bombs pflanzen

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Seed Bombs pflanzen (Foto: Utopia)

Geh raus und wirf deine Seed Bombs wohin du auch willst: auf Stellen, die es nötig haben. Du brauchst die Samenbomben nicht einzugraben. Das einzige, was du benötigst, ist ein wenig Zeit und Geduld. Du kannst ja ab und zu an deiner selbst-begrünten Fläche vorbeigehen, sie gießen (sofern es nicht sowieso regnet) und den Wachstumsfortschritt beobachten. Freude macht das allemal!

Tipps und Warnungen zum Seed Bombs basteln

  • Wähle Samen von einheimischen Pflanzen wie Wildblumen, da hier bessere Chancen auf erfolgreiches Wachstum bestehen. Aber auch Kräuter- oder Gemüsesamen können in den Erdbällchen verpackt werden.
  • Achte auf jeden Fall darauf, dass es sich bei den Samen um ungiftige Arten handelt! Zudem ist ein erfolgreiches Wachstum bei einheimischen, robusten Pflanzen wahrscheinlicher als bei exotischen Sorten.
  • Statt Tonpulver kannst du auch Tonerde für deine Seed Bombs verwenden.
  • Solltest du den trockenen Mix doch mit zu viel Wasser befeuchtet haben, gib noch ein wenig trockene Bestandteile hinzu.
  • Berechne für sichtbare Erfolge etwa 10 Seed Bombs pro Quadratmeter.

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(16) Kommentare


  1. http://www.utopia.de/blog/beitrag/oko-bomben
    http://www.utopia.de//blog/beitrag/auf-zu-neuen-taten

    Die Idee klingt einfach und genial, macht bei der Umsetzung auch jede Menge Spaß! Aus eigener Erfahrung möchte ich aber nicht verschweigen, dass sich der sichtbare Erfolg nachhaltiger und bunter einzustellen scheint, wenn man die Möglichkeit hat und nutzt, in der Phase nach dem Ausbringen der Samen-Erde-Ton-Trüffel mit ein wenig vorbereitender (Boden lockern) und danach etwas begleitender Pflege (bei Trockenheit anfangs etwas Wasser anbieten) das Keimen der Samen zu unterstützen.

    Also: Ärmel hochkrempeln, tätig werden und vielleicht zum rechten Zeitpunkt auf Regen hoffen oder selbst fürs lebensspendende Wasser sorgen..

  2. Danke für die gute Anleitung! Anmerken muss ich jedoch, dass Lavendel und Tagetes nicht einheimisch sind, zumindest nicht in Deutschland. Ich würde mir für die nächste Anleitung eine bessere Recherche wünschen.

  3. Danke für die Anleitung der seedbombs. Wäre es in Zukunft möglich so ein Rezept auf eine Seite fürs Drucken zu beschränkenö? Mein Drucker hat dafür 4 Blätter gebraucht und das kann nicht im Sinn von utopia sein . liebe Grüße keramika

  4. @gruenebirne: Hier wächst ja so einiges, was nicht einheimisch ist, auch Kartoffeln und Tomaten, da hast du Recht. Aber auch nur, wenn die Pflanzen gezielt angebaut und gefördert werden. Und deshalb finde ich es etwas schade, dass solche Pflanzen wie Lavendel in einem Atemzug mit der Kornblume, die hier eigenständige Populationen bildet und damit eine „echte“ Wildpflanze ist, genannt wird.

    • Hast Du Tipps für eine Zusammenstellung ganz eigen deutscher Wildpflanzen, die sich miteinander verträgt? Als Garten. und auch Heilpflanze ist Lavendel zumindest schon lange auch hier.
      Ich finde diese Liste ganz hilfreich, um nach einheimischen Pflanzen zu suchen:Man muss halt nur die Samen auch wo her bekommen, um die Vielfalt zu vergrößern.
      http://nafoku.de/flora/familien.htm
      Auch Tagetes ist übrigens recht genügsam, braucht aber Sonne.Die „Bodenmüdigkeit“ kann durch die Anpflanzung von Tagetes verbessert werden.

      • Die Seite sieht ja schon mal ganz nett aus. 🙂 Aber um ehrlich zu sein, würde ich bei Seedbombs, die ja auf vernachlässigte Flächen geworfen werden, keine speziellen Samen von Wildpflanzen nehmen, da diese häufig spezielle Biotoptypen brauchen. Die Wildpflanzen, die tatsächlich überall wachsen, also Brennnessel, Hirtentäschel und Co., will man ja meist nicht haben. Von daher ist die genannte Zusammenstellung schon sinnvoll. Ich habe ja auch nie etwas gegen Lavendel und Co. gesagt, mich nur gegen die Bezeichnung als „Wildpflanze“ positioniert. Lavendel wächst verhältnismäßig langsam und kann im Winter erfrieren. Besser geeignet finde ich persönlich Einjährige, die sich auch selbst aussamen, wie zum Beispiel Ringelblumen, Sonnenblumen, Kapuzinerkresse und Mohn, die sind alle recht robust. An Mehrjährigen gehen vielleicht auch Stockrosen und Akeleien, die sind mir bei Seedbombs bisher noch nicht untergekommen, kann ich mir aber gut vorstellen.

    • Das hört sich ja gut an…:) Kapuzinerkressen kommen ursprünglich aus Süd und Mittelamerika! Zu Kapuzinerkresse hab ich ein gruselig Blattlausiges Bild im Kopf, am Anfang sieht sie total schön aus. Ist aber eine Blattlaus-anziehende Pflanze, die man gerne unter z.B. Obstbäume o.ä pflanzt, um diese zu schonen. Sonnenblumen, Mohn und Calendula finde ich super!

    • Stockrose, ich verfluche den Tag, an dem ich eine 1-2 jähr. Samenmischung im Garten ausgestreut habe.
      Schlimmere Unkräuter gibt es nicht und ich verwende da ganz ungeniert den Begriff Unkraut.

      Dagegen sind „Brennnessel, Hirtentäschel und Co.“ wirklich wertvolle Pflanzen mit Mehrfachnutzen.
      Selbst essen, Insekten-Nahrung, Bodenverbesserung ect.
      Die finde ich wesentlich wertvoller, als die Samenmischungen.
      Wir empfinden sie nur als weniger schön. Die Schmetterlinge, deren Raupen an der Brennessel wachsen, finde ich dagegen extrem schön 😉

      Wenn man es gerne bunt haben will, dann gibts hier Samen-Mischungen für den Naturgarten z.T. in Bio-Qualität:
      http://gartenstauden.de/catalog/biopflanzen-samen-biopflanzen-samenpakete-c-408_412.html

      • Maria, es geht ja bei Seedbombs auch nicht um den heimischen Garten, sondern um vernachlässigte Flächen und da kann eine starke Ausbreitung von Arten ja wünschenswert sein (wobei es da natürlich auch wieder auf die konkrete Fläche ankommt). Bei Pflanzen, die auf solchen Flächen wachsen, möchte ich allerdings beim Punkt „selber essen“ zu Vorsicht raten. Und die meisten genannten Pflanzen sind auch Insektennahrung, Ringelblumen zum Beispiel bis zum Frost. Und klar, es gibt Schmetterlingesarten, deren Raupen an Brennnesseln fressen, aber die Häufigkeit von Brennnesseln ist kein großes Problem. Ein größeres Problem sehe ich da eher bei ihrer Akzeptanz. Welche Pflanze wird denn eher auf einer öffentlichen Rabatte weggejätet, eine Brennnessel oder etwas, das „hübsch“ blüht?
        Die von dir verlinkten Mischungen hören sich ja interessant an, leider werden sie entweder nicht gefunden oder es steht keine Artenzusammensetzung dabei. Schade! Hast du eine davon ausprobiert?

      • Nö..ich habe keine ausprobiert, weil nicht essbar 😉
        Aber wenn Du Fragen hast zur Zusammensetzung, dann wende Dich ruhig an den HofBerggarten. Die geben sehr kompetent auskunft.

        “ da kann eine starke Ausbreitung von Arten ja wünschenswert sein“
        Naja kommt drauf an. Wir haben ja massive Probleme mit Pflanzen, die sich stark ausbreiten.
        Z.B. das indische Springkraut, Japanischer Knöterich, Gilbweiderich, Lupinen (düngen Magerboöden auf und verdrängen so die heimische Botanik, z.B. in der Rhön).
        Oder die Ambrosia, die starke Allergien hervor ruft.

        Stimmt schon, schön sind die Ringelblumen wirklich bis spät ins Jahr.
        Nur gehen sie mir wahnsinnig auf den Zeiger, weil die Sämlinge sogar durch die Mulchdecke durchkommen.
        Ich lasse sie nie mehr versamen bei mir im Garten.

        OK, vielleicht sehe ich das alles zu streng, weil ich auf dem Land lebe und mich manchmal ärgere, daß der ganze Gründamm an unserem Klein-Fluss voller Gilbweiderich, Springkraut und Lupinen sind.
        Heimische Wiesenblumen sieht man nur noch selten.

        In der Stadt gehts vielleicht wirklich darum, daß wenigstens irgendwas blüht…

  5. Tolle Beiträge hier. Aber mal ganz PRAKTISCH gefragt:
    — Woher kriegt man denn Tonerde? Ich kenne nur Bastelton aus dem Baumarkt zum Kneten … —-

  6. Super, der Tipp mit den Samenbomben. Werden wir auch machen.
    Der Tipp, wo man das Tonpulver bekommt: entweder im Natur-Baustoffhandel (nach kleinen Mengen
    fragen, z.B. aus geplatzten Tüten) oder im Reptilienladen. Dort habe ich es gefunden und gleich
    den Zweitnutzen vermittelt.

    In diesem Sinne fröhliches Basteln wünscht die Barbara

  7. Hallo,
    Als Ersatz für Tonerde kann man auch einfach Katzenstreu benutzen, es besteht auch aus Ton 🙂 (schon ausprobiert, und es geht wirklich1)

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