Automatisch Wasser sparen: So schlau können Duschköpfe sein

Foto © Wolf Umwelttechnologie

Moderne Duschbrausen versprechen vor allem Wellness und Komfort. Manche sparen außerdem Wasser, Energie und Geld. Wir haben ein besonders sparsames Modell getestet, das auch für Haushalte mit Legionellen-Problem eine Lösung sein kann.

Es gibt viele Wege im Alltag die Umwelt zu schonen – besonders angenehm sind jene, für die man nicht viel tun muss. Wassersparende Duschköpfe zum Beispiel bringt man einmal an und fortan wird gespart. Klingt theoretisch gut, das Bedenken vieler Verbraucher aber: „Fühlt sich das Duschen genauso an wie vorher?“ Denn Wasser sparen muss ja auch irgendwie bedeuten, dass weniger Wasser aus der Brause kommt. Stimmt. Einfache Modelle begrenzen tatsächlich nur den Wasserdurchfluss, was unweigerlich zu weniger Komfort führt.

Einige Hersteller aber kompensieren die geringere Wassermenge zum Beispiel, indem sie Luft beimischen – und versprechen so den gewohnten Dusch-Komfort.

Können sie dieses Versprechen halten? Wir wollten es genauer wissen und haben uns ein Modell näher angesehen, das nach diesem Prinzip funktioniert und gleichzeitig als besonders energiesparendes Produkt mit dem Blauen Engel ausgezeichnet ist: Die Duschbrause Bubble-Rain der Firma Wolf Umwelttechnologie aus Deutschland.

Was bedeutet weniger Wasser fürs Duschen?

Buuble Rain

Getestet: Bubble-Rain Espresso Xl (Foto © utopia)

Durch den Duschkopf fließen pro Minute nur sechs Liter Wasser – herkömmliche Brausen brauchen oft das Dreifache. Tatsächlich fühlt sich das Duschen mit Bubble-Rain (Modell: Espresso XL) etwas anders an, aber nicht unangenehmer oder weniger komfortabel. Zunächst macht der Duschkopf ein anderes Geräusch als herkömmliche Brausen. Man kann quasi hören, dass da irgendetwas mit Luft passiert – aber das haben wir nicht als störend empfunden.

Auch der Wasserstrahl wirkt anders auf der Haut, man könnte sagen: sanfter. Einen starken Massagestrahl bekommt der Duschkopf nicht hin, aber wir halten die Stärke des Wasserstrahls für vollkommen ausreichend zum „normalen“ Duschen. Auch beim Ausspülen von Shampoo aus langen Haaren hatten wir keine Probleme. Sprich: Das Duschen mit dem Wasserspar-Duschkopf ist anders, aber dennoch angenehm.

Wie viel Geld kann man mit einem Duschkopf sparen?

Hochwertige Duschköpfe wie die Bubble-Rain-Handbrausen „Espresso uno“ und „Espresso XL“ bekommt man ab 80 bzw. 90 Euro. Das klingt zunächst nach extrem viel Geld für einen Duschkopf, aber:

Erstens ist Bubble-Rain im Gegensatz zu den meisten anderen (Spar-)Duschköpfen nicht aus Kunststoff gefertigt, sondern aus Metall, vor allem Kupfer und Messing. Demensprechend hochwertig sieht die Brause aus und so fühlt sie sich auch an.

Zweitens spart der Duschkopf natürlich nicht nur Energie, sondern auch Geld, weil weniger Wasser und damit auch weniger Energie zum Aufwärmen des Wassers benötigt wird. Wie viel das ist, hängt vom individuellen Duschverhalten, der Haushaltsgröße und der Art der Warmwasseraufbereitung ab. Wer sich genauer informieren will, kann sich die Einschätzungen und Rechenbeispiele von CO2online ansehen. Pauschal lässt sich sagen: Es ist realistisch, dass sich die Anschaffungskosten für einen hochpreisigen Spar-Duschkopf auch in einem Single-Haushalt bereits im ersten Jahr amortisieren.

Weniger Keime

Ein weiterer Vorteil der Bubble-Rain-Brausen: sie sorgen zweifach für weniger Keime. Schon das im Innenleben verbaute Kupfer wirkt antibakteriell – ganz im Gegensatz zu Kunststoff.

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Das Innenleben des Bubble-Rain-Duschkopfs –Kuper wirkt antibakteriell (Foto: Wolf Umwelttechnologie)

Zudem erzeugen die Duschköpfe keinen Sprühnebel. Und dieser wird insbesondere zum Problem, wenn alte Wasserleitungen durch Legionellen oder anderen Bakterien belastet sind. Durch feinste Sprühtröpfchen (Aerosole) können diese bis tief in die Lungen transportiert werden, was zu ernsthaften Erkrankungen führen kann. Das „Fraunhofer Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin“ hat im Versuch bestätigt, dass Bubble-Rain-Brausen die Entstehung von Aerosolen im Vergleich zu normalen Duschbrausen um 80 Prozent reduzieren.

Fazit: Ein hochwertiger Spar-Duschkopf mag auf den ersten Blick teuer wirken, wir halten ihn dennoch für eine sinnvolle Investition. Das Geld hat sich schnell amortisiert und vor allem wird viel warmes Wasser gespart. Das Duschen fühlt sich zwar anders an, aber sehr angenehm. Wir empfehlen außerdem, einen Duschkopf aus hochwertigen Materialien zu kaufen. Edelstahl, Kupfer und Messing sind umweltfreundlicher, hygienischer und langlebiger als Kunststoff.

Das von uns getestete Modell gibt es z.B. bei**: Amazon

Weitere Spar-Duschköpfe gibt es z.B. bei**: Amazon

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(12) Kommentare

  1. Hallo Ria, wir haben beim Hersteller nachgefragt: der Duschkopf ist prinzipiell für Durchlauferhitzer geeignet. Falls es aber mit sehr alten Durchlauferhitzern Probleme geben sollte, kann man auch den Mengenregler herausnehmen. Dann fließen zwar ca. 1,5 Liter mehr pro Minute durch die Brause (also 7,5 l/min), – das ist aber immer noch nur etwa die Hälfte von dem, was durch herkömmliche Duschköpfe fließt.

  2. „Durch den Duschkopf fließen pro Minute nur sechs Liter Wasser – herkömmliche Brausen brauchen oft das Dreifache.“

    Ein sehr günstiger Einsatz spart im gleichen Umfang – mit dem alten Duschkopf. Beispiel:
    http://www.gruenspar.de/ecosavers-durchflussbegrenzer.html

    Etwas komfortabler und speziell für Duschköpfe siehe Neoperl:
    http://www.neoperl.ch/de/retail/products/watersavers/Wassersparen-in-der-Dusche.html

    Je nach Bedarf hat man für wenige Euro bereits einen ~8 Liter Durchlauf erreicht, ich schätze die Amortisierung ginge so etwas 😉 schneller vonstatten als bei 80-90 Euro Kosten.

  3. Viel wichtiger als der Wasserverbrauch bei Legionellen ist das Energie-Sparen, nämlich dann, wenn die Vorlauftemperatur beim Warmwasser unter 45-55 Grad liegt. Zudem sollten Mieter darauf achten, dass der Vermieter Legionellenuntersuchung vornimmt bzw. der Vermieter handeln siehe http://www.lebensraumwasser.com/?p=5932
    Und: Ein wenig mehr Aktualität wäre wünschenswert: die zitierte Fraunhofer-Studie, die den Duschkopf der Firma Wolf (Auftraggeber) mit dem der Firma Frohe vergleicht, ist von 2003! Mittlerweile sind die Duschköpfe deutlich weiter entwickelt worden.

  4. Ich bekomme den Sparduschkopf mit Energie-Sparfunktion beim Hofer um 6 Euro 99 Cent , habe Schweizerprodukt gekauft und getestet, Ergebniss war haargenau gleich 10 Liter pro min beim Strahl und mit Wasserdampf 6 bis 7 Liter.und wegen der Legionellen ist so eine Zusatzerfindung das das ganze gleich viel gewichtiger Klingen lässt LEGIONELLENSCHUTZ die sind eintausenstel von einem Millimeter groß die gehen ganz gewiss durch jeden Brausekopf ein ‚Werbefake halt.
    Diese Bakterien kann man thermisch, chemisch, und mit UV abtöten und mit einem Mikrofilter heraussieben und dieser ist sicherlich nicht im Brausekopf vorhanden.
    da machen ein paar Leute wieder mal ein gutes Geschäft

  5. Nochwas wegen der Aerosole: Wasserdamp ist nichts anderes als Aerosole von Wasser in der Luft. Aerosole sind mikrokleine Tröpfchen in der Luft die auch Duften können daher die ganzen Gerüche die sich so angenehm verbreiten. Oder Lack, Benzin Aerosole. Zurück zum Wasserdampf,Wasse Aerosol in der Luft diese entsteht wenn das Wasser so warm ist das in der Duschkabine die Scheiben anlaufen und da drinn sind diese Bakterien. NICHT NUR IM SPRÜHNEBEL und das ist die zentrale Gefahr das man ja den Wasserdampf einatmet und sich dadurch mit den Legionellen Pulmonal kontaminiert.

  6. Ich frage mich, was das mit dem Wassersparen hier in unseren Breiten soll?
    DIe Gemeinden müssen zig Liter frischen Trinkwassers die Kanalistation hinter spülen, weil es zu Problemen durch den zu geringen Durchfluss kommt.

  7. und wie viel habt ihr von Firma so für die Veröffentlichung bekommen? Ein vernünftiger Test würde etwas über Modelle verschiedener Hersteller schreiben 😉

  8. Vielen Dank für den Bericht. Er hat mich nun, nach langer Recherche und in Summe mit anderen Erfahrungsberichten, dazu bewogen den Duschkopf ebenfalls zu bestellen. Der Umweltgedanke aber auch der generelle Ressourcen-schonende Aspekt ist genial. Es gibt ja aktuell auch keinen Duschkopf der das „blauen Engel“-Label hat! Toll!
    Für mich persönlich, wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir die Tests wesentlich umfangreicher wünschen vor allem in Bezug auf das Kernthema dieser Seite Utopia(zB auch wieviel Plastik in der Verpackung ist und vieles mehr) dafür muss man sagen machen sich die Rezensenten bei zB Amazon dann doch mehr Mühe.

  9. Aus meiner Sicht besteht der einzige Vorteil in den luftgefüllten Wasserblasen. Ich verwende seit über 20 Jahren einen Duschkopf (aus Kunststoff) der noch Wasser-sparender ist, aber einen feinen Sprühnebel erzeugt, was in Sachen Legionellen eher riskant ist. Kupfer mit einer vermutlich galvanisch aufgebrachten Schicht aus Nickel oder Chrom ist jedoch gegenüber Kunststoff nicht wirklich ein Vorteil.
    1. Sofern man nicht mit kalkfreiem Wasser duscht, ist die antimikrobielle Wirkung gleich null, denn das Wasser bildet einen Schutzfilm aus Kalk. Das ist bei den Kupferleitungen der Hausinstallation auch so, und das ist auch gut so. Denn Kupferionen sind giftig und die wollen wir im Trinkwasser nicht haben. Und damit sich das Kupfer nicht im Laufe der Jahre auflöst, was spätestens nach einigen Jahrzehnten einen Wasserschaden verursachen würde, wird allzu weichem Wasser künstlich Kalk hinzugesetzt.
    2. Der Duschkopf aus Kupfer könnte durchaus länger halten als das Äquivalent aus Kunststoff, doch wenn mir die Brause runter fällt, ist ein Duschkopf leichter zu ersetzen als eine Duschtasse. Hier ist der leichtere Kunststoff, der auch eher mal einen Stoß wegsteckt, von Vorteil. Übrigens: Es gibt durchaus Beispiele von Kunststoff-Duschköpfen, die 40 Jahre und länger in Gerauch sind…
    3. Kupfer und Kunststoff sind gleichermaßen recyclebar
    4. Für die Gewinnung von Kupfer werden gewaltige Mengen Gestein abgebaut, was mit enormem Energieeinsatz und direkter Umweltzerstörung einher geht. Außerdem ist Kupfer ein giftiges Schwermetall, das häufig mit weiteren giftigen Schwermetallen vergesellschaftet ist. Bei der Gewinnung und Verarbeitung entstehen hochproblematische Chemieabfälle. Und da dies weitgehend in Ländern stattfindet, in denen Umweltschutz und Arbeitnehmer-Rechte zu den Reizworten zählen, muss leider damit gerechnet werden, dass diese Abfälle nicht sachgerecht entsorgt werden. Hinzu kommt die energieintensive Verarbeitung und die meist nicht minder problematische galvanische Oberflächenvergütung nebst der Gewinnung des hierfür verwendten Materials (Nickel oder Chom). Nimmt man dies alles zusammen, könnte die Umweltbilanz eines Duschkopfs aus Kunststoff im Vergleich durchaus positiv überraschen. Würde mich im Detail wirklich mal interessieren, wer hier gewinnt.

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