Pendix eDrive: Fahrrad zum E-Bike nachrüsten

Fotos: Pendix gmbh

Ein ’normales‘ Fahrrad zum E-Bike nachrüsten; das geht: mit dem Nachrüstantrieb Pendix eDrive. Dieser lässt sich an die meisten Räder montieren und hat etliche Vorteile – aber auch seinen Preis.

Weil nicht jedes Fahrrad als Elektro-Bike geboren wird, gibt es den Pendix eDrive. Der nachrüstbare Antrieb eignet sich für viele ganz normale Fahrräder und erweitert sie um eine elektrische Antriebskomponente. Ob Stadt- oder Land-Rad – der Nachrüstantrieb lässt sich an nahezu jedes Rahmenmodell montieren, das Ergebnis ähnelt einem Pedelec mit Mittelmotor.

Fahrrad zum Elektro-Bike nachrüsten

Der Pendix eDrive besteht aus mehreren Teilen. Eine Antriebseinheit mit bürstenlosem Tretlagermotor und einer Tretkurbel wird direkt ins Tretlager eingebaut und liefert dort ein Drehmoment von 50 Newtonmeter – was als solide gilt. Hinzu kommt ein Sensor für die Raddrehzahl sowie eine Akku-Einheit, die beide am Rahmen befestigt werden.

Nur bei Bikes aus besonderen Werkstoffen (etwa Bambus-Fahrräder) sollte man vorher prüfen lassen, ob das geht. Durch den Motor entsteht eine Mehrbelastung am Fahrradrahmen, die allzu alternative Fahrrad-Werkstoffe vielleicht nicht mitmachen.

Der Motor des nachgerüsteten E-Bike läßt sich in drei Modi betreiben: Eco, Smart und Sport. „Sport“ gibt entsprechend viel Akku-Kraft hinzu, bei „Eco“ bleibt noch Raum für körperliches Engagement und man radelt einfach nur leichter. Wie bei normalen Elektro-Bikes hilft der Motor aber nur, wenn der Radfahrer auch selbst tritt.

Pendix: Akku in verschiedenen Größen

Was wie eine leuchtende Trinkflasche am Rahmen aussieht, ist der Akku des Antriebs, der die Fahrradwelt revolutionieren möchte. Je nach Modell fasst der Akku 300 Wh oder 500 Wh (neu seit einigen Monaten), es gibt auch Bundles mit mehreren Akkus.

Die Reichweite liegt dann bei 105 Kilometern bzw. 160 Kilometern. Wobei solche Werte mit Vorsicht zu genießen sind, weil sie auch von Fahrmodus, Temperatur, Fahrverhalten und anderen Faktoren abhängen. Man sollte beim einfachen Akku von 40 bis 80 Kilometern Reichweite ausgehen.

Pendix: eBike-Nachrüstantrieb
Pendix: eBike-Nachrüstantrieb (© Pendix)

Die Beleuchtung des Akkus ist dabei mehr als nur Zierde. Sie zeigt an, wie voll der Akku ist. Sollte sie in Rot auf eine nötige Aufladung hinweisen, keine Angst: Es dauert nur drei Stunden, bis der Akku wieder voll ist und das Licht grün wird.

E-Bike nachrüsten: leider recht teuer

Pendix wird in Zwickau hergestellt und ist Made in Germany. Ein besonderer Vorteil soll sein, dass mit Pendix getunte Fahrräder sich auch bei leerem Akku wohl fast genauso fahren wie vorher – normale E-Bikes sind im leeren Zustand oft sehr zäh zu fahren. Erfahrungen aus Tests bestätigen das auch. Pendix eDrive fügt etwa sechs bis sieben Kilogramm zum Fahrradgewicht hinzu.

Allerdings gibt es auch zwei Nachteile.

  • Zum einen kann man Pendix nicht einfach selbst als Nachrüst-Kit kaufen und selbst an sein Fahrrad schrauben. Stattdessen sucht man über die Pendix-Website www.pendix.de einen Partner, der dafür qualifiziert ist, das Rad mit Pendix zum E-Bike nachzurüsten. Eine Stichprobensuche zeigt aber, dass es nicht an Partnern fehlt.
  • Zum anderen ist da der Preis. Mit fast 1.500 Euro für die Version mit kleinerem Akku (300 Wh) bzw. 1.700 Euro für 500 Wh (beides ohne Montage) bekommt man fast schon ein neues E-Bike (allerdings noch keinen Roller wie die Elektro-Schwalbe). Zugegebenermaßen aber nur ein preiswertes, auf dessen Komponenten und Qualität man kaum eigenen Einfluss hat.

Man sollte sein vorhandenes Rad sehr ins Herz geschlossen haben, um sich eine solche Nachrüstung leisten zu wollen – und um betagten Rädern ein zweites Leben zu schenken eignet sich das eher nicht. Auf der anderen Seite ist der Pendix ohne Frage ein spannendes System für Radler, die bereits viel Geld in den gezielten Ausbau ihres normalen Fahrrads gesteckt haben und es nicht durch ein Konfektions-E-Bike ersetzen wollen.

Geeignet ist jedes Rad mit Tretlager mit Standardgewinde BSA 68 oder 73, so Pendix. Für Detailinteressierte und Funktionszweifler lohnt sich die Lektüre der Montageanleitung (PDF). Einen Test gibt es zum Beispiel auf velomotion.de, mehrere Erfahrungen zum Anschauen gibt es auf YouTube.

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(2) Kommentare

  1. Ich habe den PENDIX-antrieb seit 1 Jahr. Im direkten Vergleich mit einem Boschmotor mit einem 500Wh-Akku auf gleicher Strecke lässt er sehr zu Wünschen übrig, was die Reichweite angeht. Auch erreicht er niemals die im Handbuch und der Werbung gemachte Reichweite. Ich habe genau Buch geführt – entsprechend der Handbuchtabelle – und komme auf nur ca. 55% der versprochenen Werte. Völlig indiskutabel. Ich habe den Akku zur Überprüfung (einschließlich meiner Excel-Tabellen) zu PENDIX einschicken lassen. 57 Euronen später kam er mit dem lapidaren Kommentar, dass er in Ordnung sei (10% Verlust seien normal bei 7 Voll-Lade-Zyklen).
    Mein Fazit: NIE WIEDER!

  2. Ich besitze den Pendix-Antrieb seit wenigen Woche und kann die Erfahrungen von velosaurus nur bestätigen. Die Akku–Reichweite
    (500) reicht im reinen Eco-Betrieb nur für max. 100 km, manch-
    mal schon nach 70 km wird man mit er „Roten Stufe“ verwöhnt!
    Und das im reinen ECO-Betrieb.
    Da der Zusatzschub schon in der ECO-Stufe enorm ist wäre
    hier eine Leistungsreduzierung zu Gunsten einer Erhöhung der
    Reichweite wünschenswert.
    Fazit: Das Zusatzvergnügen ist teuer erkauft; die in Arbeit be-
    findliche neue Norm R200 als Leistungsvergleich ist schon lange überfällig und sei den Leuten in Zwickau dringend ans Herz
    gelegt!
    Verwendetes Fahrrad: utopia Silber Möve (Baujahr 2005, derzei-
    tiger Km-Stand 27.000, Schaltung Rohloff.