Freiwilligendienst im Ausland: 3 Möglichkeiten, dich weltweit zu engagieren

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Freiwilligendienste und Gap Years werden immer beliebter. Doch wohin und mit wem, damit die Reise auch einen sozialen oder ökologischen Mehrwert hat? Dazu stellen wir drei Freiwilligendienste vor, die weltweit Stellen anbieten.

Allgemeines über Freiwilligendienste

Die Stellen für freiwillige soziale Jahre, FSJs, und freiwillige ökologische Jahre, FÖJs, sind in Deutschland zahlreich. Aber auch weltweite Freiwilligendienste erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Logisch – denn die Teilnehmenden versprechen sich davon neue Erfahrungen und eine Erweiterung ihres Horizonts. Wer die Arbeit am Existenzminimum einmal live erlebt hat, denkt sicherlich anders über die Produkte nach, die hierzulande in jedem Supermarkt für Cent-Preise gekauft werden.

Um aber wirklich Gutes zu tun und keinen Schaden im Gastland anzurichten, ist die Wahl eines seriösen Anbieters wichtig. Wie eine Studie von Brot für die Welt zeigt, ist das Feld an kommerziellen Anbietern von Freiwilligendiensten groß. Die Angebote sind allerdings mehr an den Wünschen des Reisenden ausgerichtet als an den Bedürfnissen der einheimischen Bevölkerung.

Freiwilligendienste mutieren so – nicht zuletzt auf immer kürzeren Mindestaufenthaltsdauern – zu einer Art Volutourismus, also einer Art Tourismus im Freiwilligendienst. Diese Kurzzeitangebote achten meist nicht auf eine Vor- und Nachbereitung des Freiwilligendienstes, die gewährleisten soll, dass die Freiwilligen für die Kultur und Besonderheiten ihres Gastlandes sensibilisiert werden.

Stattdessen werden eher touristische Kurztrips geboten, die dir das Gefühl geben sollen, etwas Gutes zu tun. Im Vordergrund steht das persönliche Erlebnis und die Auslandsreise, die Freiwilligenarbeit kommt eher zu kurz. Nicht zu vergessen ist natürlich auch die Umweltbelastung durch eine solche Reise, bei der sich das Flugzeug kaum vermeiden lassen wird.

Wichtig bei der Wahl eines passenden Anbieters ist daher:

  1. Die Wahl eines seriösen Anbieters, der eine intensive Vor- und Nachbereitung des Freiwilligendienstes anbietet und dich somit unterstützt, dich auf die Besonderheiten des Reiselands einzustellen.
  2. Eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten. Vor einem Freiwilligendienst solltest du dir darüber klar werden, ob der Aufgabenbereich deinen Stärken entspricht, ob du genug Zeit hast, dich auf die herausfordernde Situation einzulassen und ob du den Freiwilligendienst mit der richtigen Motivation antrittst. Was sind deinen Erwartungen? Bist du bereit, dich an die Sitten und Gebräuche deines Gastlandes anzupassen?

Bei der ersten Entscheidung geben wir dir im Folgenden ein paar Anregungen und stellen vier nicht-kommerzielle Freiwilligendienste vor.

Freiwilligendienst naturweit

Bei naturweit steht die Mensch-Natur-Beziehung im Mittelpunkt
Bei naturweit steht die Mensch-Natur-Beziehung im Mittelpunkt (Foto: CC0 / Pixabay / Free-Photos)

Am 1. Oktober 2018 gaben die Deutsche UNESCO-Kommission und das Auswärtige Amt bekannt: Der neue Freiwilligendienst naturweit wurde ins Leben gerufen und steht von nun an jungen Menschen, die sich weltweit für den Naturschutz engagieren, offen. Der Freiwilligendienst soll eine Ergänzung zum Programm „kulturweit“ sein. Stellen gibt es weltweit in Weltnaturerbestätten, Geoparks und Biosphärenreservaten.

Im Fokus steht die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt und die Förderung für ein tieferes Verständnis dieser Beziehung. Die Freiwilligen sollen die Arbeit im Naturschutzbereich unterstützen und Erfahrungen im Bereich nachhaltiger Entwicklung sammeln.

Hier die Fakten zum Dienst:

Wo: Weltweit in Naturerbestätten, Biosphärenreservaten und Geoparks

Wer: Junge Menschen zwischen 18 und 26 Jahren

Wie lange: ein halbes Jahr, Start im März oder September

Bewerbung: kulturweit.de, fürs Frühjahr im Oktober, für den Herbst von Anfang November bis Anfang Dezember

Träger: Deutsche UNESCO-Kommission, gefördert vom Auswärtigen Amt

Im Einsatz für Mensch und Kultur mit kulturweit

Mit kulturweit wurden seit 2009 bereits 3.700 Freiwillige ins Ausland geschickt. Mit dem Freiwilligendienst bekommst du die Möglichkeit, dich in der auswärtigen Bildungs- und Kulturpolitik zu engagieren. Du kannst also zum Beispiel in ausländischen Schulen beim Deutsch-Unterricht helfen oder für Kulturprogramme von Goethe-Instituten arbeiten.

Auch hier gibt es intensive Vor- und Nachbereitungsseminare. Mit dem Freiwilligendienst soll eine inklusive und weltoffene Gesellschaft mitgestaltet werden.

Hier die Fakten zum Dienst:

Wo: Weltweit in Zusammenarbeit mit Schulen, Goetheinstituten und ähnlichen

Wer: Junge Menschen zwischen 18 und 26 Jahren

Wie lange: 6 oder 12 Monate, Start im März oder September

Bewerbung: kulturweit.de

Träger: Deutsche UNESCO-Kommission, gefördert vom Auswärtigen Amt

Die Welt besuchen mit weltwärts

Der Klassenraum ist ein mögliches Reiseziel mit weltwärts
Der Klassenraum ist ein mögliches Reiseziel mit weltwärts (Foto: CC0 / Pixabay / Wokandapix)

Der Freiwilligendienst weltwärts wurde 2008 ins Leben gerufen und bietet entwicklungspolitische Stellen in Entwicklungsländern. Gemessen an den Freiwilligenzahlen ist er europaweit der größte Freiwilligendienst. Rund 35.000 Freiwillige bereisten mithilfe von weltwärts Länder in Osteuropa, Afrika, Lateinamerika, Ozeanien und Asien.

Mithilfe einer ausführlichen Suchmaske kannst du hier nach Einsatzstellen suchen, die fast passgenau auf dich zugeschnitten sind. Neben Angaben über das Zielland kannst du zwischen für bestimmte Einsatzbereiche und gesprochene Sprachen suchen und den Zeitraum einschränken.

So kannst du beispielsweise deinen Freiwilligendienst in einem brasilianischen Nationalpark leisten, in Indien die Gemeindeverwaltung bei der Planung der Stadtenwicklung unterstützen oder in Ghana an einer Montessori-Schule arbeiten.

Hier die Fakten zum Dienst:

Wo: Länder des Globalen Südens mit Schwerpunkt in Afrika

Wer: Junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren

Wie lange: 6-24 Monate

Bewerbung: weltwaerts.de

Träger: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Internationaler Jugendfreiwilligendienst

Der internationale Jugendfreiwilligendienst wiederum steht unter der Schirmherrenschaft des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Er hat 130 Trägerorganisationen in allen Bundesländern, bei denen sich die Freiwilligen direkt bewerben können. Die Trägerorganisationen sind alle geprüft und erfüllen einen Reihe von Voraussetzungen.

Zu den Trägern gehören unter anderem Kreisverbände des Roten Kreuzes, der Internationale Bund und viele kirchliche Einrichtungen. Entsprechend weit sind auch die Einsatzstellen gestreut. Die Bewerbung erfolgt in der Regel über den jeweiligen Träger direkt.

Hier die Fakten zum Dienst:

Wo: Länder weltweit

Wer: Junge Menschen zwischen 18 und 26 Jahren

Wie lange: 6 bis 18 Monate, i.d.R. 12 Monate

Bewerbung: Beim jeweiligen Träger direkt, wer alles Stellen anbietet, kannst du  hier einsehen.

Träger: 130 Organisationen, Verantwortlichkeit beim Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen & Jugend

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