Günstige Bahntickets: 10 Tipps für preiswerte Tickets – auch von Stiftung Warentest

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Über die Feiertage nach Hause? Freunde in Hamburg besuchen? Günstige Bahntickets für den Wochenendtrip? Mit der Bahn zu fahren ist nicht nur viel umweltfreundlicher, als zu fliegen, sondern oft auch preiswerter. Hier findest du viele aktuelle Tipps, wie du an günstige Bahntickets kommst.

Die deutsche Bahn muss nicht teuer sein. Man muss nur wissen, wie, wo und wann man sucht. Und gegebenenfalls gute Alternativen kennen. So wird aus Bahn-Fahren schnell Bahn-Sparen! Danke auch an die vielen Utopia-Leser, die ihre Bahnspar-Ideen für diesen Artikel mit uns geteilt haben.

Günstige Bahntickets: Inhalt

  1. Aktuelle Sonderangebote
  2. Überblick über alle Spar-Angebote
  3. Die günstigsten (Super-)Sparpreise finden
  4. Sparpreis & Bahncard als Powerkombi
  5. Wann lohnt sich die Bahncard 25? Und welche?
  6. Wann lohnt sich die Bahncard 50? Selten …
  7. Punktesammeln bringt ca. 10 % Dauerrabatt
  8. Mitfahrgelegenheiten für die Bahn
  9. Vorsicht bei Tickets & Gutscheinen aus dem Internet
  10. Viele Bonustipps

1. Aktuelle Sonderangebote

Stand: 22. August 2019.

Haben wir aktuelle Bahn-Angebote verpasst? Schick uns gerne eine Mail!

2. Überblick über alle offiziellen Spar-Angebote

Verschaff dir zuerst einen Überblick (Foto: © Daniel Abadia - Unsplash.com)

Wenn du günstige Bahntickets sucht, solltest du als Erstes immer die offizielle Angebotsseite der Bahn ansteuern. Das kann sich lohnen: Du erhältst dort nicht nur einen Überblick, sondern entdeckst dort mit etwas Glück auch ein neues (Sonder-)Angebot, das genau zu deiner nächsten Reise passt.

Auf der offiziellen Angebotsseite findest du neben den (Super-)Spartickets** die bekannten Ländertickets** (ab 23 Euro), den IC Bus** (ab 7,90 Euro) und die Gruppen-Sparpreise (ab 6 Personen) sowie zahlreiche weitere Angebote. Unter den Regionalangeboten versteckt sich auch das neue Quer-durchs-Land-Ticket** (ab 44 Euro, bis 5 Personen), das das bisherige Schöne-Wochenende-Ticket ersetzt.

Auf der Bahn-Seite kannst du auch den Angebotsberater nutzen. Er hilft dir, die jeweils günstigste Ticket-Option für deine Reise ausfindig zu machen.

Aber: Leider führt die Bahn auf ihrer Angebotsübersicht nicht immer alle Angebote auf. Bestimmte Sonderaktionen findest du nur an versteckten Stellen der Bahn-Webseite. Wenn du Newsletter der Bahn abonnierst, hast du eine Chance, rechtzeitig davon zu erfahren. Auch auf dieser Seite (unter Punkt 1.) führen wir alle aktuellen Spezialangebote auf, von denen wir erfahren.

Auch wenn du alle Angebote kennst, weißt du vermutlich noch nicht, wie du sie am besten nutzt! Das erklären wir dir in den nächsten Abschnitten. Und geben außerdem viele weitere Profitipps zu günstigen Bahntickets …

3. Die günstigsten (Super-)Sparpreise finden

günstige Bahntickets
Günstige Bahntickets sind – leider – nicht immer am Automaten zu haben. Nutz stattdessen den Sparpreis-Finder. (Foto: © kasto / Fotolia.com)

Die Bahn bietet auf fast allen Fern-Strecken, bei denen mindestens ein ICE, IC und/oder EC genutzt wird, Sparpreise** und zu allem Überfluss seit 2018 auch sogenannte Super-Sparpreise** an. Beide sind bis zu 6 Monate im Voraus verfügbar.

Super-Sparpreise sind verhältnismäßig günstig und ab 19,90 Euro zu haben. Der normale Sparpreis beginnt bei 23,90 Euro; er liegt aber immer mindestens 4 Euro über dem Super-Sparpreis. Strecken über 250 km mit ICE-Benutzung kosten mindestens 29,90 Euro, billiger wird’s hier nicht. Eine Sitzplatzreservierung kostet jeweils 4,50 extra.

Der normale Sparpreis kommt ab 100 km Reisestrecke zusätzlich mit einem City-Ticket, mit dem du am Abfahrts- und Ankunftsort noch den Nahverkehr nutzen kannst.

Wenn du beim Termin flexibel bist, zeigt die besten Preise der Sparpreis-Finder der Deutschen Bahn**. Dort gibst du einen Zeitraum ein, die Suche schlägt dir dann automatisch günstige Bahntickets vor.

Direkt zum Sparpreis-Finder**

Sparpreis vs. Super-Sparpreis – das musst du wissen!

Bevor du einen (Super-)Sparpreis buchst, solltest du Folgendes wissen:

  • Beim günstigeren Super-Sparpreis ist eine Stornierung ausgeschlossen.
  • Der normale Sparpreis hingegen lässt sich stornieren, was 10 Euro kostet. Außerdem erhältst du für den Restbetrag nur einen Reisegutschein, der nicht weiterverkauft werden darf. Ab dem Reisetag selbst kannst du auch den Sparpreis nicht mehr stornieren.
  • (Super-)Sparpreise gelten nur für die Person, für die das Ticket gebucht wurde.
  • (Super-)Sparpreise gelten im Fernverkehr nur für die gebuchten und im Ticket eingetragenen Züge – die sogenannte Zugbindung. Für den Nahverkehr gibt es keine Zugbindung.
  • Fällt ein Zug aus oder erwartest du eine Verspätung von über 20 Minuten, wird die Zugbindung für den Fernverkehr automatisch aufgehoben. Das heißt, dass du jeden anderen (Fernverkehrs-)Zug nutzen darfst, um dein Ziel zu erreichen. Es ist dazu nicht erforderlich, dir die Verspätung zuvor vom Zugbegleiter oder im Reisezentrum bestätigen zu lassen. Du kannst einfach in den nächsten passenden Zug steigen.

Sparpreis vs. Super-Sparpreis – im Überblick

Super-Sparpreis Sparpreis
Preis bis 250 km ab 19,90 Euro ab 23,90 Euro (Super-Sparpreis-Preis plus mind. 4 Euro)
Preis ab 250 km (mit ICE) ab 29,90 Euro ab 35,90 Euro (Super-Sparpreis-Preis plus mind. 6 Euro)
City-Ticket nein ja (ab 100 km)
Storno nicht möglich Nur vor dem 1. Reisetag, Kosten: 10 Euro, Restbetrag nur als Gutschein
Zugbindung ja ja
Übertragbar nein nein
Reservierung enthalten nein nein

Direkt zum Sparpreis-Finder**

(Super-)Sparpreise – wann sollte ich buchen?

Deutsche Bahn
Rechtzeitig sein lohnt sich – nicht nur am Bahnhof (Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)

Wir empfehlen dir, rechtzeitig nach (Super-)Sparpreisen zu schauen, denn es gibt nur begrenzte Kontingente. Sie sind bis zu sechs Monate im Voraus verfügbar. Je näher dein Reisetermin rückt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Sparpreise erschöpft sind.

Gerade Hauptreisezeiten wie Montagmorgen, Freitagnachmittag, Sonntagabend oder die Zeiten rund um die Feiertage (z.B. Pfingsten) sind begehrt. Dann sind die Züge im Fernverkehr auch häufig ausgelastet, weshalb nicht nur Sparpreise rar werden, sondern sich auch eine Reservierung empfiehlt.

Profitipps

  • Wenn die Preisdifferenz zwischen Super- und normalem Sparpreis (bei Fahrten über 100 km) nur vier bis sechs Euro beträgt, überlege, ob du das City-Ticket nutzen kannst. Dann ist der normale Sparpreis nämlich rechnerisch gleich teuer wie der Super-Sparpreis – aber du kannst ihn im Notfall noch stornieren!
  • Gelegentlich sind für die 1. Klasse noch Fahrkarten verfügbar, die günstiger sind als die noch angebotenen Fahrscheine für die 2. Klasse.
  • Kinder und Enkel unter 15 Jahren reisen kostenlos mit ihren Eltern oder Großeltern; vorausgesetzt, du gibst sie bei der Buchung an.
  • Inzwischen zeigt die Bahn bei der Buchung an, wie stark ein Zug voraussichtlich ausgelastet sein wird. Davon kannst du abhängig machen, ob du zusätzlich 4,50 Euro für eine Reservierung bezahlst.

Keine Sparpreise in der 2. Klasse mehr frei?

Was viele nicht wissen: Auch wenn das aktuelle Kontingent erschöpft ist, werden zu einem späteren Zeitpunkt möglicherweise weitere Sparpreise für deine Wunschstrecke verfügbar.

Der Grund: Die Bahn versucht mit den Sparpreisen, ihre Züge optimal auszulasten. Deshalb schießt sie manchmal Sparpreis-Kontingente nach. Wann das jeweils passiert, verrät sie leider nicht.

Bevor du aber drei Tage vor der Reise ein Ticket zum teuren Flexpreis kaufst, kann es sich lohnen, noch zwei Tage zu warten und kurz vor der Reise noch mal nachzuschauen, ob sich die Lage gebessert hat.

Direkt zum Sparpreis-Finder**

4. Günstige Bahntickets: Sparpreis & Bahncard als Powerkombi

Bahncard 25
Bahncard 25: Ein mächtiges Tool in der richtigen Kombination (Foto: CC0 / WikimediaCommons / Mattes)

Die Spar- und Super-Sparpreise der Bahn lassen sich mit einer Bahncard 25 oder 50 kombinieren. Dann bekommst du noch mal 25 Prozent Rabatt auf deinen (Super-)Sparpreis. So können 250 km im ICE beispielsweise schon für 14,90 Euro zu haben sein.

Was viele nicht wissen: Auch die Bahncard 50 verleiht – anders als ihr Name nahelegt – nur 25 Prozent Rabatt auf (Super-)Sparpreise. Wer also vor allem mit (Super-)Sparpreisen fährt, braucht eine Bahncard 50 so gut wie nie!

Aber: Auch die Bahncard muss erst mal bezahlt werden … Lohnt sich die Anschaffung? Lies weiter!

5. Wann lohnt sich die Bahncard 25? Und welche?

Die Bahncard 25 (BC 25) ist für Immer-mal-wieder-Reisende gedacht. Sie bringt, wie erwähnt, 25 Prozent Rabatt auf (Super-)Sparpreise und sogenannte Flexpreise. Flexpreise sind stinknormale Tickets, bei denen du dich nicht auf einen bestimmten Zug festlegen musst.

Eine Bahncard 25 kostet für die 2. Klasse 62 Euro pro Jahr; zurzeit wird aber auch eine Probe-BahnCard 25** für 19,90 Euro angeboten. Sie ist drei Monate gültig und bis 14. Dezember 2019 erhältlich. Die Probe-BahnCard 25 lohnt sich häufig schon für eine einzige Bahnreise. Bei einem Ticketpreis ab 80 Euro rentiert sich die Probe-25er schon ab der ersten Fahrt, weil sie mindestens das Geld einspart, das sie kostet.

Direkt zur Probe-Bahncard 25**

Die „normale“ Bahncard 25 rechnet sich bei einem einzelnen Ticket erst ab mindestens 250 Euro, zum Beispiel bei einer Hin-und-Rückfahrt mit Flexpreis zwischen Hamburg und München. Oder natürlich dann, wenn du dir sicher sind, dass du in den kommenden 12 Monaten mindestens 250 Euro für Fernverbindungen bezahlen wirst. In vielen Verkehrsverbünden (Übersicht hier) erhältst du mit der BC 25 auch Rabatte auf regionale Fahrten.

Achtung: Du solltest die Probe-Bahncard 25 zeitnah kündigen, sonst geht sie nach 3 Monaten in eine normale BC 25 über. Und auch die BC 25 verlängert sich automatisch, wenn sie nicht gekündigt wird! Gekündigt werden muss schriftlich 6 Wochen vor Laufzeitende.

Noch unsicher? Die Bahn bietet einen Bahncard-Rechner** an, bei dem man verschiedene Karten vergleichen kann.

Profitipps zur (Probe-)Bahncard 25

  • Es ist nicht verboten, sich mehrere Probe-Bahncards (25 oder 50) nacheinander zu bestellen. Ob die Probe-Karten allerdings nach dem 14. Dezember 2019 noch erhältlich sein wird, ist nicht bekannt.
  • Wer jünger als 27 oder älter als 59 ist, bekommt besondere Ermäßigungen (siehe Tabelle).
  • Wer verheiratet oder verpartnert und zwischen 27 und 59 Jahren ist, bekommt eine 2. Bahncard 25 für den Partner zu einem (deutlich) besseren Preis.

Bahncard 25 im Überblick

Name** Alter Kosten 1. Klasse
Kosten 2. Klasse
Jugend-Bahncard 25 6 bis 18 Jahre 10,- 10,-
Probe-Bahncard 25 (bis Dez. 19) 19 bis 99+ Jahre 39,90 19,90
My Bahncard 25 19 bis 26 Jahre 81,- 39,-
Bahncard 25 27 bis 59 Jahre 125,- 62,-
Ermäßigte Bahncard 25 60 bis 99+ Jahre 81,- 42,-
Name**
Partnerkarte (1./2. Klasse)
Gültigkeit Rechnet sich ab*
Jugend-Bahncard 25 keine 1 Jahr 40,-/40,-
Probe-Bahncard 25 (bis Dez. 19) keine 3 Monate 160,-/80,-
My Bahncard 25 81,-/41,- 1 Jahr 324,-/156,-
Bahncard 25 81,-/41,- 1 Jahr 500,-/248,-
Ermäßigte Bahncard 25 81,-/41,- 1 Jahr 324,-/168,-

* Gemeint ist: Für so viel Geld musst du innerhalb des Gültigkeitszeitraums (3 oder 12 Monate) Tickets mit Fernzügen kaufen, damit du die Ersparnis durch die Bahncard wieder hereinholst.

Direkt zum Bahncard-Rechner der Bahn**

Direkt zur Probe-Bahncard 25**

6. Wann lohnt sich die Bahncard 50? Selten!

Neue Schnellstrecke Berlin München
Genießen das Leben in vollen Zügen, haben sie gesagt … (Foto: Pixabay, CCO Public Domain)

Die Bahncard 50** verleiht 50 Prozent Rabatt auf Flexpreise (= normale Tickets ohne Zugbindung und mit kostenloser Stornomöglichkeit vor dem 1. Geltungstag) und 25 Prozent Rabatt auf Spar- und Super-Sparpreise. Wie oben erwähnt, gibt es diese 25 Prozent allerdings auch mit der BC 25, sodass der Spareffekt der 50er-Karte nur bei den – ohnehin teureren – Flexpreisen wirklich zum Tragen kommt.

Im Vergleich zur Möglichkeit, stattdessen eine Bahncard 25 zu erwerben, setzt der Spareffekt bei der Bahncard 50 erst ab einer Summe von 772 Euro ein, die innerhalb von 12 Monaten nur (!) für Flexpreis-Tickets ausgegeben wird. Dies entspricht 5 bis 6 kurzfristigen Fahrten zwischen Berlin und München im Jahr, bei denen du keinen (Super-)Sparpreis oder ein anderes Angebot nutzen kannst.

Selbst wer mehrmals im Jahr längere Strecken mit dem Zug fährt, ist deshalb oft mit einer Kombination aus Sparpreisen und einer 25er-Karte besser beraten.

Mit einem Preis von 255 Euro (2. Klasse, keine Ermäßigung) ist die BC 50 nur sinnvoll …

  • für Häufigfahrer,
  • die nicht gut planen können
  • und/oder relativ unflexibel sind.

Profitipps

  • Richtig interessant wird die BC 50 nur in einem Fall, nämlich für Menschen unter 27 Jahren. Sie heißt dann My Bahncard 50** und kostet nur 69 Euro (statt 255 Euro), was nur 30 Euro Preisdifferenz zur My Bahncard 25 entspricht. Diese 30 Euro haben junge Menschen mit ein oder zwei Fahrten zum Flexpreis schnell wieder reingeholt – danach wird gespart.
  • Auch die Bahncard 50 gibt es (bis Ende 2019) zur Probe**.

Zur My Bahncard 50 (bis 26 Jahre)**

Zur Probe-Bahncard 50** (bis 12/2019)

7. Günstige Tickets: Punktesammeln bringt ca. 10 % Dauerrabatt

Der ICE hat Streifen, der Kunde sammelt lieber Punkte … (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash)

Bei den meisten Bonusprogrammen stehen der Aufwand, den man fürs Punktesammeln betreibt, und die Daten, die man dafür preisgibt, in keinem Verhältnis. Wer Bahn fährt, sollte sich hingegen überlegen, die dazugehörigen Punkte zu sammeln.

Das geht mit einer Bahncard oder der sogenannten BahnBonus Card, die man kostenlos von der Bahn erhält. Das Punktesammeln ist nicht sehr aufwändig, lohnt sich aber früher oder später. 2.000 Punkte kannst du beispielsweise für eine kostenlose Hin- und Rückfahrt innerhalb Deutschlands einlösen, was einem Gegenwert von über 300 Euro entsprechen kann.

Dazu sei gesagt, dass 2.000 Bonuspunkte erst zusammenbekommt, wer zuvor einen Eurobetrag in ähnlicher Höhe bei der Bahn gelassen hat … Aber vor allem Menschen, die kein Auto besitzen, schaffen es ohne größeren Aufwand, alle ein bis zwei Jahre eine Freifahrt herauszuholen.

Wenn du noch nicht überzeugt bist: Rechnest du 2.000 Bonuspunkte (für die zuvor rund 2.000 Euro ausgegeben hast) hypothetisch mit einer Freifahrt im Wert von geschätzten 200 Euro auf (die du dafür erhältst), entspricht das einem effektiven Rabatt von 10 Prozent auf alle Bahnfahrten, bei denen du deine Bonuskarte gezückt hast. Kein schlechter Deal, oder?

Tipp: Für die Erstanmeldung beim Bonusprogramm der Bahn erhältst du 250 Willkommenspunkte, außerdem gibt es gelegentlich weitere kostenlose Punkte (Geburtstag, Newsletter-Anmeldung).

8. Mitfahrgelegenheiten für die Bahn

Auf Webseiten wie bessermitfahren.de und vergleichbaren Seiten, aber auch in sozialen Netzwerken, findest du die Möglichkeit, dich für Bahnfahrgemeinschaften zu verabreden.

Nutzer bieten dort auch freie Plätze auf ihren Gruppentickets an. Das ist erlaubt, solange die Namen aller Reisenden vor der Abfahrt auf dem Ticket eingetragen werden.

Von anderen Internet-Angeboten möchten wir dir dagegen eher abraten. Lies dazu im nächsten Abschnitt weiter.

9. Vorsicht bei Tickets & Gutscheinen aus dem Internet

Im Internet werden regelmäßig günstige Bahntickets oder Gutscheine für Bahntickets angeboten. Auf Ebay und auf Kleinanzeigen-Portalen findest du leicht entsprechende Angebote.

Ist das erlaubt? Häufig schon! Auch wenn die Bahn das nicht gerne kommuniziert, sind Fahrkarten nach den Beförderungsbedingungen übertragbar, wenn sie nicht auf einen bestimmten Namen ausgestellt wurden, und wenn die Fahrt noch nicht angetreten wurde.

Das gilt auch für einige Ticket-Gutscheine der Bahn, allerdings nicht für alle! Wer hier mehr wissen will, muss sich leider durch die Beförderungsbedingungen der Bahn quälen, die Auskunft zu geben verspricht.

  • Wichtig: Als Privatnutzer hast du vor dem Kauf kaum eine Möglichkeit, herauszufinden, ob du einen Ticket-Gutschein erhältst, den du laut Beförderungsbedingungen auch benutzen darfst. Wir raten zu Vorsicht.
  • Achtung: Sollst du beim Kauf deinen vollen Namen angeben, handelt der Anbieter mit Sicherheit nicht korrekt, da nur die Bahn selbst personengebundene Tickets verkaufen darf.
  • Noch gefährlicher: Auf entsprechenden Seiten tummeln sich auch unseriöse Anbieter, die gefälschte Fahrkarten verkaufen, die sich nicht sofort als solche erkennen lassen. Wirst du später im Zug damit erwischt, kann das unangenehme Konsequenzen haben. Augen auf vor dem Kauf!

10. Bonustipps für günstige Reservierungen

  1. BahnComfort-Plätze: Wer keine Reservierung besitzt, darf sich im ICE auch auf die Plätze für sogenannte BahnComfort-Kunden setzen. Du findest sie direkt hinter dem Speisewagen. Die Plätze musst du nur freigegeben, wenn ein Kunde mit BahnComfort-Karte den Platz ausdrücklich beansprucht – was aber nur sehr selten vorkommt.
  2. Erloschene Reservierungen: Einen Platz findet oft auch, wer etwas Geduld hat: Sitzplatzreservierungen verfallen 15 Minuten, nachdem der Zug den Bahnhof verlassen hat. Dann erlischt auch die Reservierungsanzeige über dem Sitz (siehe Bahn-FAQ).
  3. Unnötige Reservierung: Wie oben erwähnt, zeigt die Bahn inzwischen bei der Online-Buchung an, ob ein Zug voraussichtlich stark ausgelastet sein wird. Ist der Zug leer, kannst du dir eine Reservierung vermutlich sparen.

11. Noch mehr Tipps für günstige Bahntickets

  1. EC/IC statt ICE: Wenn du online buchst, kannst du die Option „Schnelle Verbindungen bevorzugen“ deaktivieren. Oft dauert eine billigere Fahrt nicht wesentlich länger. Insbesondere EC und IC sind auf vielen Strecken ähnlich schnell wie der ICE, aber günstiger.
  2. Sparpreis-Falle: Wenn du ein Sparpreis-Ticket (gilt nicht für Super-Sparpreis) nutzt, solltest du Hin- und Rückfahrt getrennt buchen. Preislich macht das keinen Unterschied, bringt aber einen entscheidenden Vorteil: Hast du nämlich die Hinfahrt bereits hinter dir, musst die Rückfahrt aber verschieben (zum Beispiel wegen Krankheit), kannst du dein Ticket nicht mehr stornieren! Weil du die Hinfahrt bereits angetreten hast, ist das Geld für die Rückfahrt verloren. Besitzt du dagegen zwei getrennte Tickets, kannst du die Rückfahrt vor dem Reisetag noch gegen Gebühr (siehe oben) stornieren.
  3. Kluger Grenzverkehr: Wer von Österreich noch Deutschland fährt, sollte prüfen, ob es günstiger ist, bei der Deutschen Bahn oder bei der ÖBB zu buchen.
  4. Kluger Grenzverkehr 2: Wer lange Strecken innerhalb Deutschlands fährt, dafür aber keine günstigen Preise mehr bekommt, sollte einen Blick auf den (Super-)Sparpreis Europa** werfen. Vielleicht gibt es die Möglichkeit, ein günstiges Ticket bis zu einer Stadt im Nachbarland (z.B. Salzburg) zu bekommen, aber schon früher auszusteigen (z.B. in München).
  5. Flexpreis-Falle: Tickets zum Flexpreis lassen sich nur vor dem 1. Geltungstag – der nicht mit dem 1. Reisetag identisch sein muss – kostenfrei stornieren, danach werden mindestens 17,50 Euro für die Stornierung fällig. Wenn du deshalb ein Ticket zum Flexpreis kaufst, achte darauf, dass der 1. Geltungstag nicht vor dem Tag liegt, an dem du deine Reise antreten willst! Sonst kann es sein, dass du dein Ticket nicht mehr kostenfrei stornieren kannst, obwohl der 1. Reisetag noch gar nicht gekommen ist. In diesem Fall gibt es aber immer noch die Möglichkeit, das Flexticket weiterzuverkaufen.
  6. Gute Nacht! Wer mit dem NightJet fährt, der auch bestimmte Strecken innerhalb Deutschlands bedient, kann sich eine Übernachtung am Zielort sparen. Auch von Flixtrain gibt es inzwischen einen Nachtzug**.

12. Günstige Bahntickets: Den Anbieter wechseln

  • Flixtrain** macht der Deutschen Bahn inzwischen auf den eigenen Schienen Konkurrenz – allerdings lassen die Erfahrungen vieler Nutzer, die im Internet zu finden sind, bislang nicht zu einer Reise raten … In Österreich ist Westbahn als privater Anbieter neben der ÖBB aktiv.
  • Wer keine günstige Zugfahrt findet, ist vielleicht mit dem Fernbus besser bedient. Flixbus** genießt hier einen besseren Ruf als der Zugpartner Flixtrain. Auch die Bahn bietet inzwischen auf bestimmten Strecken einen IC Bus** zu fairen Preisen an.

Sparen mit der Bahn: Tipps von Stiftung Warentest

Im Juli 2018 gab auch die Stiftung Warentest Tipps, wie du besser informiert und preiswerter ans Ziel kommst. Wir haben sie in diesen Artikel eingearbeitet. Du findest sie aber auch hier. Auch die Spartipps, die die Deutsche Bahn selbst gibt, sind vollständig in den Beitrag eingeflossen.

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(7) Kommentare

  1. Gibt es eigentlich eine Art Vermittlerbörse für Mitreisende, damit man auch als Einzelperson die Gruppenangebote nutzen könnte?
    Hat jemand Erfahrungen bzw. Tipps?

  2. Allein diese Frage stellt doch schon die ganze Absurdität des gesamten Preismodells der Deutschen Bahn dar.
    Die Frage ist durchaus berechtigt, aber man sollte eigentlich gar nicht in die Situation kommen müssen, eine solche Frage zu stellen.

  3. ich habe gesehen, dass man bei den mitfahrportalen, blablacar mitfahrgelegenheit und so manchmal auch Angebote zu Zügen bekommen kann, aber die sind schon eher selten.

  4. Ich finde es erbärmlich, dass eine solche Anleitung notwendig ist, um bei der Bahn zumindest preiswerte (damit meine ich „Ihren Preis Wert“, d.h. nicht überteuert) Tickets kaufen zu können. Der „Normalpreis“ der Bahn ist doch nur deshalb so teuer, weil damit die sogenannten Schnäppchen gegenfinanziert werden.

    Folgenden offenen Brief habe ich kurz vor Weihnachten an die Beschwerdestelle der Deutschen Bahn AG gesendet:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich finde Bahnfahren ist eigentlich etwas sehr schönes. Ich persönlich
    fahre sehr gerne Bahn, denn es ist umweltfreundlich und entspannt.
    Leider verlässt mich die Entspannung aber regelmäßig bereits vor
    Fahrantritt bzw. sogar schon vor dem Fahrkartenkauf. Wer zur Hölle hat
    sich diese dämlichen undurchsichtigen Preismodelle ausgedacht?
    Sparpreis, Supersparpreis, Flexpreis, Ländertickets, was noch? Und die
    sind dann zu unterschiedlichen Zeitpunkten auch unterschiedlich teuer
    (da wird der Super Sparpreis dann teurer als der ehemalige Sparpreis
    usw). Wer ist verantwortlich dafür? Vielleicht kann meine E-Mail an den
    entsprechenden Personenkreis weitergeleitet werden.
    Das Modell ist per se ungerecht, denn es ist nicht nachvollziehbar,
    warum unterschiedliche Personen unterschiedliche Preise für die SELBE
    Strecke bezahlen.
    Es ist auch nicht nachvollziehbar, warum man für 19 € von Hamburg nach
    Paris (900 km) fahren kann, die Strecke Hamburg – Lübeck (80 km) aber
    genauso viel kostet.
    Wem bringt diese Modell Vorteile? Einzelnen Fahrgästen, die genügend
    Zeit aufwenden um zu recherchieren, sich die ganzen Bedingungen
    durchzulesen oder bei Lidl in der langen Schlange anzustellen? Zeit, die
    anderswo wesentlich besser investiert wäre, z.B. beim Spielen mit seinen
    Kindern oder beim Spazieren gehen.
    Gar nicht zu sprechen von dem ganzen Verwaltungsaufwand der hinter
    diesem aufgebauschten System steckt. Diese Kosten schlagen sich
    sicherlich zu einem ordentlichen Anteil auf die Ticketpreise.
    Haben Sie mal etwas von Gemeinwohlökonomie gehört? Ich würde mir
    wünschen, dass sich die Deutsche Bahn mal mit diesem Thema beschäftigt.
    Und sich dabei als teilstaatliches Unternehmen auf Ihren Auftrag und ihr
    Kerngeschäft besinnt.

    (weiter im nächsten Kommentar)

  5. (Fortsetzung meines vorherigen Kommentars)

    Ich kenne Bahngesellschaften aus anderen Ländern (z.B. Australien), da
    ist das Buchen eines Tickets extrem einfach, denn es gibt pro
    Klasse/Kategorie genau EINEN Preis für Erwachsene. Der gilt dann
    tatsächlich für ALLE. Und der ist sogar GÜNSTIG. Wahrscheinlich wegen
    des fehlenden Verwaltungsaufwandes für das ganze Brimborium drumherum.
    Die Bahn fährt dort wirklich nur mit Zügen. Kein Bonusprogramm, keine
    Bahncard, kein Adventskalender, keine Gruppentickets, keine Zweit- und
    Drittgeschäfte, nichts. Total schön.
    So entspannt wie dort bin ich noch nirgends Bahn gefahren. Und ich hatte
    auch keine Angst, dass ich jetzt ein gutes Angebot verpasst habe und
    vielleicht zu viel für mein Ticket gezahlt habe.
    Ich besitze kein Auto und fahre wirklich sehr gern mit öffentlichen
    Verkehrsmitteln. Aber ganz ehrlich, allein der Buchungsvorgang hält mich
    davon ab öfter mit der Deutschen Bahn zu fahren. So dass ich maximal 1
    -2 Mal im Jahr, wenn es wirklich nicht anders geht, Ihre Dienste in
    Anspruch nehmen muss (und mich jedes Mal ärgere).
    Jetzt gerade hatte ich wieder eine Situation, über die ich mich sehr
    aufgeregt habe. Ich habe mittags im Büro eine Verbindung recherchiert,
    deren Preis mir angemessen vorkam und den ich gerne gezahlt hätte (160,-
    € Hamburg – Österreich, 1. Klasse Hin- und Rückfahrt). Ich habe nicht
    direkt gebucht, da ich im Büro meine Logindaten nicht zur Hand hatte.
    Ich wollte das abends zu Hause machen. Bin dann leider erst relativ spät
    dazu gkommen, so dass ich gegen 0:30 zu Hause die gleiche Verbindung
    heraus gesucht habe. Und siehe da! Sie war plötzlich 100,- € teurer! Was
    zur …?!?! Das ist fast das doppelte. Ich habe dann erst einmal nicht
    gebucht und schaue mich jetzt nach Alternativen um.
    Erzählen Sie mir jetzt bitte nichts von Kontingenten, Frühbucherpreisen
    oder Buchungsfristen. Das sind genau die Themen die mich gerade so nerven.

    Mit freundlichen Grüßen

  6. Wenn Dich die Probleme und Folgen der Bahn interessieren:
    Ließ mal meinen Beitrag „25 Jahre Bahnreform – eine Billanz“ in der Gruppe „Mobilität und Verkehr“.

  7. Freubert, es ist noch viel schlimmer sogar.
    Wenn ich mich aufs Fahrrad schwinge und die 7 km ins nächste Dorf fahre, komme ich in einen anderen Landkreis und kann wesentlich günstiger fahren. Es liegt nur an einer einzigen Bahnstation und schon bin ich in einem ganz anderen Tarif, der um Einiges günstiger ist, als in meinem Landkreis.
    Die Abartigkeit des Tarifdschungels kapieren die eigenen Angestellten der Bahn nicht, was man ihnen nicht mal übel nehmen kann. Mal abgesehen davon sind die Nahverkehrspreise einfach nur unverschämt, einfach unangemessen und viel zu hoch. Man wird regelrecht geschröpft im Nahverkehrsbereich. Es ist der reinste Wucher.

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