Gummibaum schneiden: So gelingt der Rückschnitt

Foto: CC0 / Pixabay / Asatira

Einen Gummibaum solltest du schneiden, wenn er zu groß wird oder aus der Form gerät. In diesem Artikel zeigen wir dir, was du alles beim Rückschnitt deines Ficus elastica beachten musst.

Darum solltest du den Gummibaum schneiden

Theoretisch musst du deinen Gummibaum nicht schneiden, denn er gedeiht auch ohne regelmäßigen Rückschnitt. Die pflegeleichte Zimmerpflanze wächst auch ohne deine Hilfe in der Regel sehr gleichmäßig. Trotzdem gibt es einige Gründe, die dafür sprechen, den eher langsam wachsenden Gummibaum alle fünf bis zehn Jahre zu schneiden:

  • Gummibaum wird zu groß: Auch wenn Gummibäume eher langsam wachsen, kann ihr Stamm nach vielen Jahren einen Durchmesser von knapp zwei Metern erreichen. In der Wohnung ist das natürlich eher unpraktisch. Wenn du den Gummibaum zurückschneidest, kannst du sein Wachstum besser kontrollieren.
  • Bessere Verzweigung anregen: Im Gartenfachhandel erhältst du meist nur Gummibäume mit einem Trieb. Verzweigt sich die Pflanze auch nach einigen Jahren immer noch nicht selbst, kannst du mit einem gezielten Rückschnitt dafür sorgen, dass der Gummibaum neue Seitentriebe ausbildet und buschiger wächst.
  • Kranke und abgestorbene Triebe: Damit deine Zimmerpflanze lange lebt, solltest du sie regelmäßig von altem und toten Holz befreien. Deshalb solltest du kranke und abgestorbene Triebe regelmäßig vom Gummibaum abschneiden.

Übrigens: Theoretisch kannst du beim Schneiden deines Gummibaums nicht viel falsch machen. Die Pflanze ist sehr schnittverträglich, weshalb du dir keine Sorgen machen musst, dass dein Ficus elastica durch den Rückschnitt eingeht.

Gummibaum schneiden: Der richtige Zeitpunkt

Schneide deinen Gummibaum am besten im Winter.
Schneide deinen Gummibaum am besten im Winter.
(Foto: Colourbox.de)

Da er zu den schnittverträglichen Pflanzen gehört, kannst du den Ficus elastica theoretisch ganzjährig schneiden. Der ideale Zeitpunkt, um den Gummibaum zu schneiden, ist im Winter. Zu dieser Zeit bildet die Pflanze weniger Saft aus und blutet deshalb weniger stark an den Schnittstellen. Abends ist der Saftfluss am geringsten, was die Gefahr von Infektionen mindert. Möchtest du das Schneiden des Gummibaums nutzen, um Stecklinge zu ziehen, solltest du den Rückschnitt im Frühjahr vornehmen.

Vorsicht: Vermeide wenn möglich den direkten Hautkontakt zum austretenden Pflanzensaft, da dieser leicht reizend wirkt. Trage am besten immer Handschuhe, wenn du deinen Gummibaum schneiden willst.

Gummibaum schneiden: So machst du es richtig

Der Milchsaft des Gummibaums wirkt leicht reizend auf die Haut.
Der Milchsaft des Gummibaums wirkt leicht reizend auf die Haut.
(Foto: CC0 / Pixabay / Simon)

Egal aus welchem Grund du deinen Gummibaum schneiden willst, du solltest dabei immer eine saubere und vor allem scharfe Gartenschere verwenden. So verhinderst du, dass du beim Schneiden Triebe quetschst und den Gummibaum unnötig verletzt.

Die folgenden Werkzeuge brauchst du zum Rückschnitt:

  • eine scharfe und desinfizierte Gartenschere
  • ein Tuch oder etwas Karton als Unterlage für den Gummibaum und das Schnittgut
  • ein Tuch zum Abtupfen der Schnittstellen

Möchtest du verhindern, dass dein Gummibaum zu groß wird, gehst du folgendermaßen vor:

  1. Stelle den Gummibaum etwas erhöht vor dir auf, damit du ihn gut überblicken kannst. Verwende eine Unterlage aus Karton oder ein Baumwolltuch, um deine Möbel und den Boden vor dem Pflanzensaft zu schützen.
  2. Suche dir jetzt die gewünschte Höhe aus und prüfe, ob sich an dieser Stelle oder kurz darunter Seitentriebe verzweigen.
  3. Setze die Gartenschere jetzt immer zwei Blätter über der Verzweigung an und schneide den Trieb dort ab. Tupfe zwischendurch immer wieder den austretenden Pflanzensaft von den Schnittstellen.
  4. Entferne abgestorbene oder zu dicht stehende Äste direkt am Ansatz.

Möchtest du, dass sich dein Gummibaum stärker verzweigt, gehst du folgendermaßen vor:

  1. Stelle den Gummibaum auf eine Unterlage vor dir auf.
  2. Schneide jetzt den Mitteltrieb direkt über einem Blatt ab. Je nachdem, wie groß dein Gummibaum ist, schneidest du den Trieb über dem von unten nach oben gezählten dritten bis fünften Blatt am Stamm ab.
  3. Stutze bereits vorhandene Seitentriebe auf eine einheitliche Länge. Schneide dabei wenn möglich oberhalb von so genannten ruhenden Augen – das sind kleine Erhebungen an der Rinde der Pflanze, aus denen nach dem Rückschnitt neue Triebe wachsen.
  4. Achte darauf, immer ein paar Millimeter über einem Blatt oder einem ruhenden Auge zu schneiden. So treibt der Gummibaum besonders schnell neu aus.

Nach dem Schneiden: Gummibaum richtig pflegen

Wische die Blätter deines Gummibaums regelmäßig ab.
Wische die Blätter deines Gummibaums regelmäßig ab.
(Foto: Colourbox.de)
  • Schnittstellen versorgen: Beim Schneiden deines Gummibaums entstehen viele Schnittwunden, aus denen der milchige Pflanzensaft austritt. Nach dem Rückschnitt ist wichtig, dass du diese Wunden richtig versorgst. Tunke ein sauberes Tuch in lauwarmes Wasser und säubere damit die Schnittstellen. Schließt sich die Wunde nicht von selbst, musst du sie versiegeln, indem du die gesäuberte Stelle mit etwas Baumwachs oder parfümfreien Kerzenwachs verschließt.
  • Stecklinge: Die abgeschnittenen Triebe kannst du verwenden, um deinen Gummibaum zu vermehren. Stelle die Triebe einfach in ein Glas mit Wasser. Nach vier bis acht Wochen bilden sich dann die ersten Wurzeln.
  • Der richtige Standort nach dem Schnitt: Nach dem Schneiden, solltest du den Gummibaum an einen möglichst hellen Standort stellen. So sorgst du dafür, dass der Ficus nach wenigen Wochen wieder neu austreibt und insgesamt buschiger wächst. Ideal ist zum Beispiel ein heller Wintergarten oder ein sonniger Platz an einem Südfenster.

Übrigens: Du solltest die Blätter deines Gummibaums regelmäßig abwischen, da sich daran schnell Staub festsetzt.

Weiterlesen auf Utopia.de:

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter: