Krankenkasse wechseln: Wie es funktioniert und worauf du achten solltest

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Die Krankenkasse zu wechseln funktioniert fast ohne großen Papierkram und ganz ohne Risiko für dich. Doch einige Details solltest du kennen. Erfahre hier, was wichtig ist.

Krankenkasse wechseln: Unterschiede zwischen gesetzlich und privat

Die Krankenkasse wechseln geht einfach und völlig unkompliziert. Jeder der seine gesetzliche Krankenkasse (GKV) wechseln möchte, hat das Recht dazu. Während du wechselst, besteht auch kein Risiko, kurzfristig ohne Versicherungsschutz dazustehen. Dafür hat der Gesetzgeber gesorgt. Außerdem darf es auch keine Benachteiligung aufgrund von Alter oder Krankheiten geben.

In der Regel kann sich jeder, egal ob angestellt, selbstständig oder arbeitslos bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichern. Das gilt auch für Studenten und Rentner. Entscheidest du dich weiter in der gesetzlichen Krankenkasse zu bleiben, wirst du als freiwilliges Mitglied geführt. Somit kannst auch weiterhin einfach zwischen den gesetzlichen Kassen wechseln.

Bei einer privaten Krankenversicherung (PKV) ist es um einiges schwieriger zu wechseln. Du solltest es dir daher gut überlegen, ob es sich wirklich lohnt die private Krankenkasse zu wechseln.

Die gesetzliche Krankenkasse wechseln

Wechselst du die Krankenkasse, geht das ohne viele Formulare.
Wechselst du die Krankenkasse, geht das ohne viele Formulare. (Foto: CC0/pixabay/rawpixel)

Wechselst du von einer gesetzlichen Krankenkasse in die andere gehst du so vor:

  1. Du kündigst schriftlich bei deiner bisherigen Krankenkasse. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate, jeweils zum Monatsende. Sicherheitshalber kannst du die Kündigung per Einschreiben schicken.
  2. Innerhalb von zwei Wochen schickt dir die alte Krankenkasse die Bestätigung der Kündigung zu. Sie ist dazu rechtlich verpflichtet. Solltest du also nach zwei Wochen noch keine Post von deiner alten Krankenkasse erhalten haben, frag nach. Du brauchst diese Bestätigung, um dich bei der neuen Krankenkasse anmelden zu können.
  3. Fülle einen Beitragsantrag für die neue Krankenkasse aus. Du brauchst nur ein paar Angaben, wie das Beitrittsdatum, den Namen deiner alten Krankenkasse sowie deren Bestätigung der Kündigung. Für die neue Mitgliedskarte eventuell noch ein Passbild von dir.
  4. Die neue Krankenkasse bestätigt dir schriftlich, dass du dort versichert bist.
  5. Diese Bestätigung der neuen Krankenkasse gibt du bei deinem Arbeitgeber ab. Bist du freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert, benötigt deine alte Krankenkasse ebenfalls diese Bestätigung. Dann erst wird die Kündigung wirksam.

Sollte sich bei der neuen Krankenkasse etwas verzögern, bleibst du so lange weiter bei deiner alten Krankenkasse versichert. So stellen die Versicherungen sicher, dass du lückenlos versichert bist, es aber auch keine Überschneidungen kommt.

Leistungen vergleichen

Die gesetzliche Krankenkasse wechseln ist unkompliziert.
Die gesetzliche Krankenkasse wechseln ist unkompliziert. (Foto: CC0/pixabay/blickpixel)

Deine neue Krankenkasse kannst du nach verschiedenen Kriterien auswählen:

  • Die Behandlungen oder Medikamente, die sie dir erstatten
  • Höhe des Zusatzbeitrages.
  1. Zunehmend zahlen gesetzliche Krankenkassen über die reinen Pflichtleistungen hinaus, wie zum Beispiel für Zahnreinigungen oder seriöse alternative Heilmethoden.
  2. Den Zusatzbeitrag zahlt nur der Arbeitnehmer zusätzlich zu seinem Anteil auf den gesetzlichen Beitrag von insgesamt 14,6 Prozent vom Bruttogehalt. Von dem gesetzlichen Beitrag übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte, also 7,3 Prozent. Auf der aktuellen Liste vom  Spitzenverband gesetzlicher Krankenversicherungen (GKV) findest du alle Krankenkassen mit den aktuellen Zusatzbeiträgen.

Einen guten Überblick geben dir bei deiner Suche auch unabhängige Vergleichsportale. Hier kannst du meist über eine Filterfunktion die für dich passende Leistungen auswählen und so die Kassen vergleichen. Oder auch nur nach der Höhe des Beitrags vergleichen.

Diese Portale bieten auch gleich einen komfortablen „Wechselservice“. Häufig kannst du schon aus dem Vergleichsrechner heraus die Antragsformulare für die neue Krankenkasse herunter laden oder online absenden. In der Rubrik „Wechsel“ findest du teilweise schon Musterbriefe für die Kündigung.

Stiftung Warentest hat im November 2018 gesetzliche Krankenkassen verglichen und empfiehlt, sich vor allem nach den Leistungen und dem Service für eine Kasse  zu entscheiden.

Auf der Utopia-Bestenliste findest du nachhaltige Krankenversicherungen, die sich für die Umwelt engagieren und aufgeschlossener für Behandlungsformen außerhalb der Schulmedizin sind. So gibt es beispielsweise Krankenkassen, die Vegetarier oder Veganer unterstützen, wie die BKK ProVita mit einem Bonusprogramm.

Die Krankenkasse wechseln – das ist noch zu beachten

1) Bist du bei deiner neuen Krankenkasse angenommen, kannst du nicht sofort wieder kündigen.

  • Nachdem du gewechselt hast, gilt eine Sperrfrist von 18 Monaten. Bist du freiwillig bei der gesetzlichen Krankenkasse versichert, beträgt diese Sperrfrist 36 Monate. Diese Sperrfrist gilt auch, wenn du dich als Berufsanfänger das erste Mal versicherst.
  • Allerdings hast du immer ein Recht zu einer „fristlosen“ Kündigung, wenn die Krankenkasse den Zusatzbeitrag anhebt. Doch auch bei dieser „Sonderkündigung“ geht es nicht ganz ohne Fristen: Die Krankenkasse informiert meistens nur mit einem Monat Vorlauf, wenn sie den Zusatzbeitrag anhebt. Nur innerhalb dieses Monats hast du das Recht auf die fristlose Sonderkündigung.

3) Informiere deine neue Krankenkasse, wenn du genehmigungspflichtige Behandlungen benötigst. Für einige Behandlungen, wie zum Beispiel beim Zahnarzt oder bei chronischen Erkrankungen benötigst du die Zustimmung der Krankenkasse.

  • Hattest du schon vor dem Wechsel mit der Behandlung begonnen, übernimmt deine neue Krankenkasse die Kosten.
  • Hast du eine solche Behandlung noch nicht begonnen, musst deine neue Krankenkasse nochmals dieser Behandlung zustimmen.

Die private Krankenkasse wechseln – hol dir professionelle Beratung

Private Krankenkassen sind eher für alternative Heilmethoden aufgeschlossen - es kann dann teurer werden.
Private Krankenkassen sind eher für alternative Heilmethoden aufgeschlossen – es kann dann teurer werden. (Foto: CC0/pixabay/SocialButterflyMMG)

Bei der privaten Krankenversicherung es nicht so einfach zu wechseln.

  • Änderst du bei der gleichen Versicherung nur den Tarif, ist das jederzeit problemlos möglich. Erkundige bei einem Makler oder bei dem Serviceportal deiner Versicherung.
  • Möchtest du dagegen von einer privaten Krankenversicherung zu einer anderen wechseln, musst du einige Punkte berücksichtigen. Am besten lässt du dich von einem unabhängigen Makler beraten und einen Vergleich der Beträge errechnen.

Stiftung Warentest rät dazu, genau hinzuschauen. Vor allem für Familien oder wenn du schon über 40 bist, kann eine neue private Krankenversicherung teurer werden.

  • Neben dem Gesundheitsfragebogen kann auch eine erneute Gesundheitsprüfung auf dich zukommen.
  • Die neue Versicherung rechnet mit deinem jetzigen Alter und du kannst dadurch schon von einem höheren Beitrag ausgehen, einfach weil du inzwischen älter geworden bist.
  • Bei der neuen Versicherung startest du in der Regel mit niedrigeren Rückstellungen für das Alter. Seit 2009 hast du ein Anrecht auf diese Rückstellungen und kannst sie auf eine neue Versicherungen übertragen. Diese Rückstellungen sollen die zu erwartenden häufigeren Behandlungskosten decken, wenn du ins Alter kommst. Wechselst du nun die Versicherung, kannst du meist nur einen Teil dieser Rückstellungen „mitnehmen“, da die alte Versicherung einen Anteil zurück behalten darf. Wie hoch dieser Anteil jeweils ist, errechnet sich aus deinem Versicherungstarif und ist individuell unterschiedlich.

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