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Lüften bei Nebel: Ist das sinnvoll?

Foto: CC0 / Pixabay - Peggychoucair / Unsplash - Tetiana SHYSHKINA

Zu lüften, wenn es draußen neblig ist, scheint widersinnig. Schließlich will man sich die feuchte Luft nicht in die Wohnung holen. Dabei handelt es sich jedoch um einen Trugschluss.

Richtiges Lüften ist ebenso wie richtiges Heizen ausschlaggebend für ein angenehmes Raumklima, das weder das eigene Wohlbefinden noch die Bausubstanz deiner Wohnung belastet. Zu trockene Luft tut uns Menschen nicht gut, zu feuchte Luft hingegen fördert die Entstehung von Schimmel.

Deshalb wirkt es fast unlogisch, zu lüften, wenn die Luftfeuchtigkeit so hoch ist, dass das Wasser quasi in der Luft steht. Doch wer die Fenster geschlossen hält, um den Nebel draußen zu halten, macht einen Fehler.

Warum du auch bei Nebel lüften solltest

Ob sich Schimmel in deiner Wohnung bilden kann, hängt von der relativen Luftfeuchtigkeit ab. Damit ist nicht die absolute Menge von Wasser in der Luft gemeint. Stattdessen beschreibt die relative Luftfeuchtigkeit, zu wie viel Prozent die Luft mit Wasser gesättigt ist – und das ist auch abhängig von der Temperatur. Um es mit den Worten Martin Brandis von der Energieberatung der Verbraucherzentrale auszudrücken: „Je wärmer [die Luft] ist, desto mehr kann sie aufnehmen.“

Nebel entsteht, wenn die Außentemperatur bei relativ hoher Luftfeuchte rasch absinkt. Die kalte Luft kann den unsichtbaren Wasserdampf dann nicht mehr halten. Der Dampf kondensiert, wird also flüssig und somit zu Nebel. Wenn du lüftest, passiert das Gegenteil.

Die warme Innenluft kann viel mehr Feuchtigkeit aufnehmen als die kalte Außenluft und steckt den Nebel für gewöhnlich locker weg. Wenn du neblige Luft in deine Wohnung hineinlässt, verdunstet die Flüssigkeit, wird wieder zu unsichtbarem Wasserdampf und die Luftfeuchtigkeit sinkt.

Im Herbst ist es besonders oft neblig. (Foto: CC0 / Pixabay - Pexels)

Ein Beispiel: Beträgt die Außentemperatur fünf Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit 100 Prozent, so befinden sich 6,8 Gramm Wasser in einem Kubikmeter Luft. Dieselbe Wassermenge führt bei einer Raumtemperatur von 18 Grad aber nur zu einer Luftfeuchtigkeit von 44 Prozent. Damit liegt sie innerhalb der für Wohnräume empfohlenen 40 bis 60 Prozent und du kannst bedenkenlos lüften.

Auch bei Schnee und Regen ist Lüften sinnvoll

Nach derselben Logik ist auch Lüften bei Schnee oder Lüften bei Regen kein Problem. Vor allem Schnee geht immer mit kalten Temperaturen einher. Doch auch Regen sollte dich in den meisten Fällen nicht davon abhalten, die Fenster zu öffnen. Nur, wenn die Temperatur draußen ähnlich hoch oder niedriger ist als in der Wohnung, bringt lüften bei Regen wenig. Das kommt aber eher im Sommer oder in der Übergangszeit vor. In den kalten Monaten sind Nebel, Schnee und Regen kein Grund, aufs Lüften zu verzichten.

Bei Nebel lüften: Das gibt es zu beachten

  • In den nebligen Wochen im Herbst und Winter ist es ratsam, zwei- bis viermal am Tag für je etwa fünf bis zehn Minuten die Fenster zu öffnen. Je kälter es draußen ist, desto kürzer die benötigte Zeit. Wer tagsüber außer Haus ist, sollte zumindest einmal morgens und einmal abends gründlich lüften.
  • Dauerhaft gekippte Fenster sind zu vermeiden, da die Gegend ums Fenster herum dabei auskühlt und anfällig für Schimmel wird. Besser ist quer- und stoßlüften.
  • Da niedrige Temperatur weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann als warme, sollte die Raumtemperatur nach jedem Lüften auf mindestens 18 Grad hochgeheizt werden.
  • Ein Hygrometer zeigt die relative Luftfeuchtigkeit an und hilft dir dabei einzuschätzen, wie lange du noch lüften musst. So lange der Wert zwischen 40 und 60 Prozent liegt, besteht in der Regel keine Schimmelgefahr.
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