Filmtipp: More than Honey

Foto © More than Honey

„Wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen aus.“ Der Satz soll von Albert Einstein stammen,  die Doku „More than Honey“ geht ihm auf den Grund.

Die lieben Bienchen fliegen heiter in der freien Natur herum, bestäuben hin und wieder mal ein Blümchen und zaubern nebenbei ihren süßen Honig. Wer sich noch nie näher mit Bienen befasst hat, glaubt vielleicht an ein solch glückliches Bienenleben. Aber die Biene ist eine Schwerstarbeiterin. Sie schwärmt von früh morgens bis spät abends und bestäubt 80 Prozent aller Pflanzen. Das machen wir Menschen uns zu Nutze.

More than Honey: Als Nutztiere auf der Landstraße

More than Honey zeigt, wie jedes Jahr in den USA rund 1,5 Millionen Bienenvölker – das entspricht rund einem Drittel der gesamten US-Bienenpopulation – in großen Trucks durchs Land gefahren werden, um dort 77 Millionen Mandelbäume zu bestäuben. Ist die Arbeit erledigt, geht es weiter zur nächsten Plantage, je nachdem was gerade blüht, ganz egal wie weit der Weg ist.

An jeder neuen Station holen die Truck fahrenden Imker ganze Völker tot aus ihren Stöcken. Der Transport selbst setzt den Bienen zu, genauso die einseitige Ernährung, verspritzte Pestizide und Antibiotika, die ihnen  für die Abwehr von Schädlingen verabreicht werden.

Keine Bienen mehr, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen mehr

Seit etwa 2010 klagen Imker von überall her, dass etwa ein Drittel ihrer Völker den Winter nicht überleben. Das ist nicht nur traurig für die Imker und ihre Bienen, das Sterben kann unsere gesamte Nahrungsmittelproduktion gefährden. Der Oscar-nominierte Schweizer Regisseur Markus Imhoof geht mit More than Honey dem rätselhaften Bienensterben auf den Grund.

Der Film veranschaulicht in erster Linie das Bienensterben in den USA, bzw. mögliche Gründe dafür. Denn eine Imker-Kultur mit Trucks und ähnlichem gibt es in Europa bisweilen nicht. Doch auch bei uns – und das zeigt der Film nicht – gibt es viele mögliche menschgemachte Gründe für immer mehr tote Bienen. Und seit dem Erscheinen des Films im Jahr 2012 sind diese besser erforscht.

Trotzdem ist More than Honey auch heute noch ein sehr sehenswerter Film, der tiefe Einblicke in das Leben der Bienen zeigt.

Ob die folgende Warnung tatsächlich aus dem Mund von Albert Einstein kam, darüber wird gestritten. Aber der straffe Weitblick entspricht durchaus dem Genie des Physikers: „Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen mehr.“

More than Honey (2012) gibt es bis 03.01.2018 in der ARD-Mediathek.

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(121) Kommentare

  1. Summ, summ, summ! Bienchen summ herum!
    Ei, wir tun dir nichts zuleide,
    flieg nur aus in Wald und Heide!
    Summ, summ, summ! Bienchen summ herum!

    Diese Strophe eines Liedes ist mir aus Kindertagen noch in guter Erinnerung geblieben.
    Das reale Bienensterben und die Ignoranz stimmen mich traurig.

  2. Ein kleiner Tipp zum Ansehen oder Aufzeichnen: heute nachmittag (circa ab 15uhr) gibt es
    ein Nachmittagsspecial unter anderem über das Bienensterben sowie die imkereien im wdr-fernsehen.

  3. Ich finde es sehr gut, dass dieser wichtige Film nun auch in der Öffentlichkeit anders wahrgenommen wird-und sein Anliegen hoffentlich ganz viele Menschen berührt!
    Wer hat übrigens in unserer Community die DVD gewonnen? Oder hab ich nur die Meldung übersehen?

  4. Dass der Film gewonnen hat, freut mich auch sehr.
    Ich hatte ihn übrigens gewonnen und mittlerweile auch mit Kollegen angeschaut.
    Ich finde ihn wirklich sehr gelungen, denn er steigt nicht zu tief in die Ökotoxikologie ein, lässt aber eben auch nichts entscheidendes weg.
    Obwohl mir das Thema nicht gänzlich neu ist, fand ich es doch erschreckend diese Bilder dieser Industrie zu sehen.
    Man kann nur hoffen, dass wir rechtzeitig damit aufhören an dem Ast zu sägen, auf dem wir sitzen.

  5. So, so, Chemtrails. Aber wo ist da das Problem? Man kann doch auch den Bienen kleine Aluhütchen aufsetzen. Ich fürchte allerdings, Du hast nicht nur von diesem Film lediglich den Trailer gesehen.

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