Ökologische Holzlasuren für Innen und Außen: Die besten Anbieter

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Es gibt verschiedene ökologische Holzlasuren für innen und außen – auf Wasser- oder Lösemittelbasis. Doch welchen Anbietern kannst du vertrauen? Wir stellen dir empfehlenswerte Produkte vor.

Eine Holzlasur dient der Oberflächenbehandlung von Holz. Sie bietet Schutz vor Verwitterung für das Holz. Anders als Lack enthält sie deutlich weniger Farbpigmente. Dadurch bleibt die charakteristische Holzstruktur sichtbar. Darüber hinaus bleibt bei vielen Holzlasuren das Holz offenporig. Das Holz kann atmen und Feuchtigkeit bei Bedarf aus dem Holz entweichen.

Ökologische Holzlasuren für innen und außen – was ist drin?

Lösemittelbasierte Holzlasuren gelten als wetterbeständiger - aber schaden der Gesundheit eher.
Lösemittelbasierte Holzlasuren gelten als wetterbeständiger – aber schaden der Gesundheit eher.
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Die wesentlichen Bestandteile von ökologischen Lasuren sind Harze und Öle. Für den gewünschten Farbton sorgen Pigmente. Hinzu kommen weitere Stoffe. Sie sorgen für zusätzlichen Schutz des Holzes und dafür, dass sich die Lasur gut verarbeiten lässt oder schnell trocknet.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Holzlasuren

  1. Wasserbasierte Lasuren
  2. Lösemittelbasierte Lasuren

Lösemittelbasierte Lasuren dringen tiefer ins Holz ein als wasserbasierte. Sie bieten somit einen „Schutz von innen“. Dadurch sind sie wetterbeständiger als wasserbasierte Lasuren. Im Außenbereich ist das ein Vorteil. Für den Innenbereich eignen sich wasserbasierte Lasuren besser. Ihr Vorteil besteht darin, dass sie kaum Lösungsmittel enthalten.

Ganz ohne Lösungsmittel kommen auch wasserbasierte Lasuren in der Regel nicht aus. Sie enthalten ebenfalls Lösungsmittel – allerdings deutlich weniger als die lösemittelbasierten. Demnach setzt jede Holzlasur beim Trocknen Lösungsmittel in unterschiedlicher Konzentration frei. Auch wenn die Lösungsmittel bei ökologischen Holzlasuren in der Regel einen pflanzlichen Ursprung haben, sind sie nicht unbedenklich. Folgendes solltest du daher beachten:

  • Verarbeite Lasuren möglichst im Freien oder in gut gelüfteten Räumen, damit du möglichst wenig Dämpfe einatmest.
  • Wegen des deutlich geringeren Lösungsmittelgehaltes solltest du besonders für den Innenbereich wasserbasierte Lasuren verwenden.

Holzlasuren bei Öko-Test: Auch Naturfarben unter den Verlierern

Holzlasuren wurden im Jahr 2016 auch von Öko-Test untersucht. Darunter sowohl konventionelle Produkte als auch ökologische. Der Schwerpunkt bei dem Test lag auf den gesundheitlichen Risiken.

  • Dem Test zufolge sind Lasuren gesundheitlich unbedenklich, die mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet wurden, sofern du nicht auf bestimmte Inhaltsstoffe allergisch reagierst.
  • Bemerkenswert: Unter den empfehlenswerten Lasuren ist keine einzige auf Lösemittelbasis – allesamt waren wasserbasierte Lasuren. Darunter auch Produkte konventioneller Anbieter.
  • Holzlasuren auf Wasserbasis sind aber nicht automatisch unbedenklich: Unter den drei am schlechtesten bewerteten Holzlasuren befinden sich auch zwei wasserbasierte. Einziges „ungenügend“ getestetes Produkt war die lösemittelbasierte Holzlasur von „Naturhaus“.
  • Erstaunlich dabei: Unter den drei Verlierern stammen zwei Lasuren von Anbietern, die sich auf ökologische Produkte spezialisiert haben („Biofa“ und „Naturhaus“).

2020 hat Öko-Test speziell wasserbasierte Holzlasuren getestet und empfiehlt unter 20 getesteten Produkten zwei „sehr gute“ und acht „gute“ Produkte. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Fast die Hälfte der Produkte im Test erhielt Abzüge, weil in ihnen Ethylenglykole stecken. Diese können Ökotest zufolge die Augen und Schleimhäute reizen. In jeweils einem weiteren Produkt fanden die Tester*innen außerdem Acrylate und Aldehyde.
  • Am wenigsten bedenkliche Gase entstehen bei Rezepturen von „Vincent“, „Primaster“, „Hornbach“, „Baufix“ und „Volvox“. Sechs Produkte dagegen belasten die Luft vergleichsweise stark; am stärksten die „Südwest Aqua Vision Flächen-Lasur“.
  • Auch bei ökologischen Holzlasuren gab es Probleme: Die Produkte der Naturfarbenhersteller „Auro“ und „Biofa“ enthalten Titanoxid-Nanopartikel. Diese winzigen Partikel können beim Schleifen von Holzoberflächen in die Luft gelangen und beim Einatmen möglicherweise krebserregend wirken. Öko-Test kritisiert vor allem, dass die Hersteller nicht darauf hinweisen, dass das Titanoxid in Form von Nanopartikeln vorliegt. Die ökologische Holzlasur von „Biofa“ enthält darüber hinaus die bedenklichen Elemente Bor und Kobalt.

Öko-Test bemängelt, dass die ökologischen Holzlasuren im Test nicht besser abschnitten als die konventionellen und teilweise sogar durchfielen. Es fehle an verlässlichen Kriterien, wie es sie bei Bio-Lebensmitteln gebe.

Die besten und schlechtesten wasserbasierten Holzlasuren laut Öko-Test 2020

Öko-Test empfiehlt vor allem die folgenden wasserbasierten Holzlasuren:

  • sehr gut: Toom 2in1 Holz-Lasur, Eiche (zum Beispiel über toom.de)
  • sehr gut: Vincent Holzlasur, Eiche (zum Beispiel über hellweg.de)

Schlecht bewertet wurden hingegen:

  • ausreichend: Auro Holzlasur Aqua Nr. 160, Eiche hell
  • mangelhaft: Bondex Compact-Lasur, Eiche hell 795
  • mangelhaft: Natural H2 Lasur, Terra
  • mangelhaft: Südwest Aqua Vision Flächen-Lasur, 8925 eiche
  • ungenügend: Biofa Holzlasur lösemittelfrei, Eiche hell 78

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