Open Access: Was dahintersteckt und Tipps für kostenlose Bücher

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Open Access ermöglicht dir kostenlosen Zugang zu vielen Artikeln und Büchern. Wir stellen dir das Konzept im Detail vor und zeigen dir einige empfehlenswerte Verlage und frei verfügbare Bücher.

Wissenschaftler*innen und Autor*innen haben die Möglichkeit, wissenschaftliche Texte unter Open-Access-Bedingungen zu veröffentlichen. Damit stellen sie ihre Werke kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung. Im Internet kannst du sie dann meistens einfach als PDF-Datei herunterladen.

Durch Open Access kann Bildung also demokratischer gestaltet werden, da zumindest die finanziellen Hürden wegfallen. Viele Universitäten sind von dem Konzept überzeugt und bieten auf ihren jeweiligen Webseiten genauere Informationen, wie und wo du die Open-Access-Texte finden, lesen und speichern kannst. Aber auch auf den Internetseiten von Verlagen findest du mittlerweile verschiedene kostenlose Bücher. Wir stellen dir einige lesenswerte Texte genauer vor.

Open Access bei Oekom

"Zukunft für alle" kannst du dir gratis als PDF runterladen.
„Zukunft für alle“ kannst du dir gratis als PDF runterladen.
(Foto: Oekom Verlag)

Der Oekom Verlag möchte mit seinen Veröffentlichungen vor allem die zukunftsfähige Entwicklung unserer Gesellschaft fördern. So dreht sich bei den Texten des Verlages alles um ökologische Themen, wie zum Beispiel Klimakrise, nachhaltige Lebensweise, Postwachstum oder ökologische Landwirtschaft.

Vier empfehlenswerte Bücher, die als Open-Access-Dateien auf der Website erhältlich sind, möchten wir dir genauer vorstellen:

  • In „Zukunft für alle – Eine Vision für 2048“ geht es um eine positive Vision der Zukunft, basierend auf den Ergebnissen von zwölf Zukunftswerkstätten mitknapp 200 Vordenker*innen. Du findest konkrete Beispiele darin, wie ein neues Wirtschafts- und Gesellschaftssystem aussehen könnte – mit Hinweisen auf Organisationen, Netzwerke und Vereine, die jetzt schon darauf hinarbeiten und in denen du dich engagieren kannst.
  • In seinem Buch „Wirtschaft neu erfinden“ erklärt der Geograph Wolfgang Höschele, wie wir unsere jetzige Ökonomie zu einer sogenannten „Wirtschaft der Lebensfülle“ umstrukturieren könnten. Diese beinhaltet, dass alle Menschen ein lebenswertes Leben führen können und dabei die Grundlagen allen Lebens bewahrt werden. Höschele erklärt die fatalen Konsequenzen des immer stärker werdenden Wachstumszwangs und die Grenzen des jetzigen Wirtschaftssystems. Seine anschließenden Transformationsvorschläge beinhalten unter anderem eine Änderung der Grundsicherung und des Finanzwesens sowie eine stärkere Demokratisierung der Politik und Wirtschaft.
  • Das Buch „Auf Kosten Anderer?“ erklärt, warum sich die weltweiten Ungerechtigkeiten beständig vertiefen und Ideen für eine sozial-ökologische Transformation immer wieder im Sand verlaufen. Als Hauptursache dieses Problems steht die imperiale Lebensweise im Zentrum, die unseren Alltag regiert und sich fatal auf Mensch, Tier und Natur auswirkt. Geschrieben wurde dieser Text von dem I.L.A. Kollektiv, einer Gruppe von 35 jungen Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen, die wissenschaftliche Forschung mit politischem Aktivismus verbinden wollen.
  • In ihrem Buch „Smarte grüne Welt“ beschäftigen sich die beiden Wissenschaftler Steffen Lange und Tilman Santarius mit den möglichen ökologischen und sozialen Konsequenzen der Digitalisierung. Sie gehen dabei unter anderem auf Folgen in den Bereichen Energie- und Ressourcenverbrauch, Konsum, Ungleichheit und Wirtschaftswachstum ein. Gleichzeitig zeigen sie auf, wie wir Digitalisierung tatsächlich so gestalten können, dass sie der Natur und möglichst vielen Menschen von Nutzen ist.

Open Access bei Transcript

Open-Access Texte zu unterschiedlichen gesellschaftlichen Themen findest du auch beim Transcript Verlag.
Open-Access Texte zu unterschiedlichen gesellschaftlichen Themen findest du auch beim Transcript Verlag.
(Foto: CC0 / Pixabay / Pexels)

Der Transcript Verlag ist ein wissenschaftlicher Fachverlag, der den Schwerpunkt auf verschiedene geisteswissenschaftliche Themen legt. Ziel des Verlages ist es, aktuelle Forschungsergebnisse und -debatten mit gesellschaftskritischen Essays zu verbinden, sodass akademische Aspekte auch über die Grenzen der Wissenschaft hinaus greifbarer werden. 

Bücher, die du in der wachsende Open-Access-Bibliothek des Verlages findest, sind zum Beispiel die Folgenden:

  • „Frei, fair und lebendig – die Macht der Commons“ ist ein gemeinsames Projekt der beiden Forscher*innen und Aktivist*innen Silke Helfrich und David Bollier. Sie beschäftigen sich darin mit überkommenen Denkmustern, die tief in unseren Köpfen verankert sind und uns von einer Verbesserung des bisherigen Systems abhalten. Zudem zeigen die Autor*innen Wege auf, diese Denkmuster und Verhaltensweisen zu durchbrechen und in Zukunft wie ein „Commoner“ zu denken. Der Begriff „Commons“ beschreibt dabei, dass wir in unserer Verschiedenheit trotzdem gemeinsame Ziele verfolgen können.
  • Dasselbe Thema greift Silke Helfrich in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung auch in ihrem Werk „Commons“ auf – ein Dossier, das aus Beiträgen von 90 Autor*innen aus aller Welt besteht. Im Zentrum der Beiträge steht das gemeinschaftliche Nutzen von Gemeingütern und Ressourcen und die Kritik an der bisherigen Wirtschaftstheorie.
  • Das Buch „Auf dem Weg zu einer Green Economy“ zeigt auf, welche politischen, wirtschaftlichen und sozialen Faktoren und Hindernissen den sozialökologische Wandel beeinflussen und wie wir diesen trotz aller Widrigkeiten gestalten können. Die Autor*innen berufen sich dabei auf aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse eines dreijährigen Forschungsprojekts.

Kostenloser Buchtipp: Glücklich ohne Geld

In seinem autobiographischen Werk setzt Fellmer ein Zeichen gegen unsere Konsumgesellschaft.
In seinem autobiographischen Werk setzt Fellmer ein Zeichen gegen unsere Konsumgesellschaft.
(Foto: Raphael Fellmer)

Ein weiteres interessantes Buch, das dir kostenfrei zu Verfügung steht, ist der autobiographische Text „Glücklich ohne Geld“ von Raphael Fellmer. Fellmer beschloss vor drei Jahren, sein Leben völlig ohne Geld zu gestalten – keinen Cent gibt er für Kleidung, Essen & Co. aus. Die Entscheidung für diesen Entschluss traf er auf einer Reise von Holland über Brasilien und Zentralamerika nach Mexiko, für die er ebenfalls kein einziges Mal Geld ausgab.

Seine Lebensweise ist nicht nur kostenlos, sondern aus seiner Sicht auch deutlich umweltfreundlicher: So setzt er ein Zeichen gegen die Wegwerf- und Konsumgesellschaft und zeigt, wie viele Ressourcen wir immer wieder unnötigerweise verschwenden.

Open Access bei Springer: Zwei Empfehlungen

Auch auf der Seite des Springer-Verlags findest du Open-Access-Texte zu nachhaltigen Themen. Zwei wissenschaftliche Publikationen aus diesem Themenbereich sind zum Beispiel:

  • „Nachhaltigkeit in Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft“: In diesem Werk findest du Meinungen von Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Fachbereichen, die den Nachhaltigskeitsbegriff in Bezug auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft analysieren. Unter anderem stehen dabei die Themen Landnutzung, Finanzwirtschaft, soziale Sicherungssysteme und Medienberichterstattung im Fokus.
  • „Klimawandel in Deutschland“: In diesem Buch tragen 126 Autor*innen erstmals alle bisherigen Forschungsergebnisse für die Auswirkungen der Klimakrise in Deutschland zusammen. Die Beiträge gehen dabei auf wirtschaftliche und soziale Konsequenzen und Risiken ein und weisen auf mögliche Handlungsoptionen und Anpassungsstrategien hin.

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