Scan4Chem-App: Nutzen und Nachteile

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Mit der App Scan4Chem kannst du einfach herausfinden, welche Stoffe in Gebrauchsgegenständen enthalten sind. Wir zeigen dir, welche Vorteile Scan4Chem im Vergleich zu anderen Apps hat.

Wie funktioniert die Scan4Chem–App?

Die Scan4Chem–App ist eine kostenlose und werbefreie App, die durch das EU-Projekt AskREACH entstand und ständig weiterentwickelt wird, so das Umweltbundesamt. Das Ziel von der Scan4Chem–App ist es, Informationen über Schadstoffe in Produkten zu liefern.

Ist in einem Gebrauchsgegenstand ein besonders besorgniserregneder Stoff in einer Konzentration von über 0,1 Gewichtsprozent enthalten, ist das Unternehmen verpflichtet, auf Anfrage der Kund:innen Auskunft darüber zu geben. Dazu gehören krebserregende, erbgutschädigende oder fortpflanzungsgefährdende Stoffe. Mittlerweile wurden laut Umweltbundesamt 200 besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) identifiziert. Daraufhin wurden sie in die Kandidatenliste der Europäischen Chemiekalienagentur ECHA aufgenommen. Solche SVCH können in diversen Alltagsgegenständen enthalten sein, von Schuhen über Textilien bis hin zu Schmuck.

Mit Scan4Chem kannst du als Kund:in leicht Anfragen an Produktanbieter stellen, um Auskunft über Inhaltstoffe zu erhalten. Dadurch signalisierst du den Anbietern, dass du keine Produkte mit besonders besorgniserregenden Stoffen kaufen möchtest.

Mit der App kannst du Barcodes scannen oder den Namen des Produktes eingeben und SVHC–Anfragen an Anbieter schicken. Die Antwort erfolgt dann anonymisiert an deine Emailadresse oder direkt in der App. Scan4Chem ist außerdem an eine Datenbank angeschlossen. In diese können Anbieter SVHC–Informationen zu ihren Produkten eintragen. Das soll die Auskunft effizienter und schneller machen, denn in diesem Punkt waren Anbieter bisher überfordert. Viele Unternehmen haben ihre Auskunftspflicht nur ungenügend erfüllt.

Langfristig sollen Daten zu dem meisten Produkten für Nutzer:innen über die App zu finden sein.

Für wen ist Scan4Chem gemacht?

Mit Scan4Chem kannst du ganz einfach Barcodes auf Produkten scannen und so auf SVCH prüfen.
Mit Scan4Chem kannst du ganz einfach Barcodes auf Produkten scannen und so auf SVCH prüfen.
(Foto: Screenshot / Scan4Chem)

Scan4Chem ist sowohl für Verbraucher:innen als auch Unternehmen gemacht.

Nutzer:innen müssen zuerst die App im Google Play Store oder App Store herunterladen. Danach kannst du den Barcode des Produktes scannen und eine Anfrage direkt per App an den Anbieter schicken. Dabei erfährt das Unternehmen nur deinen Vor– und Nachnamen. Verbraucher:innen erhalten also Auskunft über SVHC in Gebrauchsgegenständen. Mit der App geschieht das leichter als über konventionelle Wege wie die Kundenauskunft per Telefon.

Unternehmen hingegen kommen mit Hilfe der App besser ihrer Auskunftspflicht nach. Bisher wurden nur etwa 45 Prozent der Anfragen an Firmen beantwortet. Durch die App und die Anfragen von Kunden fügen Unternehmen allerdings mehr Informationen bezügöich ihrer Produkte zu Datenbanken hinzu und verbessern ihr Antwortverhalten.

Das sind ihre Vor- und Nachteile

Scan4Chem erleichtert es Nutzer:innen Antworten auf Anfragen zu erhalten.
Scan4Chem erleichtert es Nutzer:innen Antworten auf Anfragen zu erhalten.
(Foto: CC0 / Pixabay / StockSnap)

Scan4Chem hat verschiedene Vor– und Nachteile. Im Folgenden haben wir sie übersichtlich für dich aufgelistet.

Vorteile:

  • Einfach auf dem Smartphone verfügbar. Nur eine Kamera ist erforderlich zum Scannen des Barcodes.
  • Sowohl für iOS als auch Android verfügbar
  • Werbefrei und kostenlos
  • Zunehmende Auskunft über SVHC in Produkten
  • Unternehmen werden motiviert, besser über SVHC zu informieren

Nachteile:

  • Keine Auskunft über Inhaltstoffe in Lebensmitteln, Klimabilanzen, CO2–Fußabdruck oder Ähnliches. Eine gute Alternative stellt hier die Codecheck–App dar.
  • Die Auskunft kann bis zu 45 Tage dauern, wenn die Informationen nicht in der Datenbank gespeichert sind. So lange haben Unternehmen Zeit um auf Anfragen zu antworten.
  • Unternehmen erfahren deinen Vor– und Nachnamen.

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(1) Kommentar

  1. Wahnsinn, das ist mein Recht: Auskunft bekommen, wenn ein nachweislich schädigender Inhaltsstoff in dem Produkt ist, aber nur auf Nachfrage …

    Ich gehe dann doch lieber den Weg, Unternehmen zu unterstützen, welche eigenständig ökologisch und sozial nachhaltig herstellen und handeln.